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Da steckt viel Kassel drin: Neues Perspektivteam für Olympia 2022 gegründet

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Eins der größten deutschen Torhütertalente: Der Kasseler Mirko Pantkowski, derzeit von Mannheim an den Zweitligisten Heilbronn verliehen.

Der Deutsche Eishockey-Bund hat ein Perspektivteam für die Olympischen Spiele 2022 in Peking gegründet. Im Kader der neuen U24/U25 steckt viel Kassel. Wie viel, das lesen Sie hier. 

Noch kein Jahr liegt der größte Erfolg des deutschen Eishockeys zurück: der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Viel hat sich seitdem getan. Die Eishockey-Helden sind zur Mannschaft des Jahres gewählt worden, mit dem Finnen Toni Söderholm ist ein neuer Bundestrainer gefunden. Und: Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat eine neue U24/U25-Auswahl gegründet, das „Top Team Peking“. In Chinas Hauptstadt finden 2022 die nächsten Winterspiele statt.

Dieser Perspektivkader, der eine Zwischenstufe zwischen der U20 und dem A-Nationalteam bildet, hat eine starke Kasseler Note: Torhüter Mirko Pantkowski (20) und Stürmer Justin Schütz (18) sind in der Fuldastadt geboren und bei der Eishockey-Jugend Kassel groß geworden, Stürmer Phil Hungerecker (24) schaffte bei den Huskies den Sprung in die DEL und zählt bei Tabellenführer Adler Mannheim ebenso zum Stammpersonal wie Verteidiger John Rogl (22) in seinem ersten Jahr bei den Augsburger Panthern.

Von Montag bis Mittwoch trifft sich das Team zum Trainingscamp in Dingolfing, im Februar stehen die ersten Länderspiele gegen die Schweiz an. „Ich freue mich auf mein Debüt“, sagt Söderholm. „Ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit mit den jungen Talenten, die wir eingeladen haben. Die Spieler des Top Teams Peking starten in eine große sportliche Zukunft und sollen den nachhaltigen Erfolg auf internationaler Bühne bringen.“

Die Gründung des Teams wird positiv beurteilt. „Alles, das wir tun können, um jungen Spielern Praxis auf großer Ebene zu ermöglichen, ist eine tolle Sache“, sagt Rico Rossi, Sportlicher Leiter des Zweitligisten Kassel Huskies. „Dass so viele Spieler mit Kasseler Wurzeln dabei sind, macht uns stolz. Es zeigt, wie gut hier am Standort gearbeitet wird.“ Ähnlich sieht das Pantkowski. „Es ist sinnvoll. Die Coaches sehen, wer nachkommt und auf welchem Stand der Nachwuchs auch international ist. Für uns Spieler ist es eine zusätzliche Motivation“, sagt der 20-Jährige, der sämtliche Nachwuchsteams des DEB durchlaufen hat und der U20 entwachsen ist. „Das ist eine talentierte, gute Truppe.“

Rund um den Jahreswechsel hatte Söderholm die Spieler informiert. „Ich war überrascht, er hat mich an Silvester angerufen. Ich dachte, wir sprechen über die U20-WM“, sagt Schütz. Stattdessen aber gab es die Einladung fürs Perspektivteam. Für Schütz der Schlusspunkt unter ein ereignisreiches Jahr mit NHL-Draft, Einsätze für München in der DEL und Champions League und dem Aufstieg mit der U20 in die Top-Division. „Es ist schön, zu diesem Kreis zu hören, auch wenn es bis Olympia noch weit ist“, erklärt der 18-Jährige.

Er ist wie Pantkowski einer der Jüngsten. Und der sagt: „Die Nominierung hat mich überrascht. An Peking habe ich noch gar nicht gedacht. Es ist für mich der nächste Schritt, aber darauf darf ich mir natürlich nicht zu viel einbilden. Bis in die A-Nationalmannschaft ist es noch ein weiter Weg.“

Da ist Hungerecker schon einen Schritt weiter. Er hat bereits drei A-Länderspiele absolviert. Mit 24 Jahren ist er nun einer der Ältesten. „Das ist wahrscheinlich ungewohnt“, scherzt er. Schon Söderholms Vorgänger Marco Sturm hatte angedeutet, dass Hungerecker zu diesem neuen Team zählen könne.

Nun will der Ex-Husky helfen, die Lücke zwischen dem A-Nationalkader und den U20-Junioren zu überbrücken und erklärt: „Der DEB will zu anderen Nationen aufschließen. Dabei wird dieses Team helfen.“ 

Das Aufgebot:

Tor: Pantkowski (Mannheim/Heilbronn), Weitzmann (Köln/Frankfurt), Reich (München/Riessersee) Verteidigung: Wagner (Ingolstadt), D. Tiffels (Köln), Seider (Mannheim), Müller (Berlin), S.Schütz (Ingolstadt/Kaufbeuren), Rogl (Augsburg), Huss (Düsseldorf/Bad Nauheim), Hüttl (Frankfurt) Angriff: J. Schütz (Salzburg/München), P. Hungerecker (Mannheim), Loibl (Straubing), Pfohl (Köln), Bergmann (Iserlohn), Jahnke (Berlin/Weißwasser), Wohlgemuth (Ingolstadt), Brunnhuber (Ravensburg/Lindau), Eisenschmid (Mannheim), Niederberger (Düsseldorf/Bad Nauheim), F. Tiffels (Köln), Dumont (Köln)

Quelle: HNA

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