Wirbel auf Trainerbänken 

Mindestens vier Trainerstellen werden in der DEL2 neu besetzt

+
Trainertrio: Franz Fritzmeier, Kevin Gaudet und Petri Kujala (v. l.)

Kassel. 14 Mannschaften, 14 Trainer, aber mindestens vier neue zur nächsten Saison: In der zweiten Eishockey-Liga ist das Personalkarussell immens auf Touren.

In Bietigheim und Frankfurt werden die Trainerstellen frei, Bad Nauheim und Heilbronn sind fündig geworden. Eine Bestandsaufnahme.

Die Baustellen 

EC Bad Nauheim: Petri Kujala (47) kam 2014 und geht nun, obwohl er die Roten Teufel mit starkem Schlussspurt noch bis auf Rang fünf geführt und sich so mit dem ECN-Rekord sein Vertrag verlängert hatte. Sein Nachfolger wird wohl am Donnerstag präsentiert: Christof Kreutzer (50) aus Düsseldorf, Bruder von Huskies-Idol Daniel (38). Aber wohin geht Kujala, der in Hilpoltstein bei Nürnberg lebt? Bayreuth? Als Co in die DEL?

Heilbronner Falken: Gerhard Unterluggauer (41) kehrt heim nach Villach, auch sein Nachfolger ist Österreicher: Alexander Mellitzer (38), der zuletzt Austrias U-20-Auswahl betreute.

Bietigheim Steelers: Mit Kevin Gaudet (54) endet nach sieben Jahren eine Ära. Mit der dritten Meisterschaft? Nachfolger könnte Marc St. Jean (39) werden, seit 2013 Gaudets Assistent und seit 2016 auch Manager. Konzentriert er sich auf die sportliche Leitung, dann könnte Hugo Boisvert (42) aus Kassel der neue Trainer werden. Zwei Frankokanadier, die sich aus gemeinsamer Zeit in Dresden (2010 - 12) kennen, das kann passen.

Löwen Frankfurt: Paul Gardner (62) musste nach zwei Viertelfinalpleiten gegen die Huskies gehen, der für Rich Chernomaz geholte Sportchef Franz Fritzmeier (37) übernahm. Und hat Erfolg. Aber er will nur eine Übergangslösung sein. Wer also kommt? Spannende Frage. Gaudet vielleicht? Oder Kujala? Oder wird gar Tim Kehler (46) aus Salzburg zurückgeholt?

Die Sicheren 

Rico Rossi (52) steht bei Kasseler Fans in der Kritik, doch Geschäftsführer Joe Gibbs hinter ihm. Defizite und Fehler sollen gemeinsam analysiert und abgestellt werden.

Kim Collins (56) hat die Eispiraten Crimmitschau erstmals seit 2008 ins Viertelfinale geführt. Alles klar im Sahnpark.

Andi Brockmann (50) setzt im zweiten Jahr den Aufwärtstrend beim ESV Kaufbeuren fort. Neue Halle, zum zweiten Male im Halbfinale, so kann’s weitergehen im Allgäu.

Toni Söderholm (39) ist als Trainernovize das Gesichts der Eishockey-Renaissance beim SC Riessersee. Hauptrunden-Sieger, Halbfinalist – geht da noch mehr? Oder Söderholm gar nach Düsseldorf zur DEG?

Jiri Ehrenberger (63) hat im ersten Jahr bei den Towerstars das Ziel Viertelfinale verfehlt. Statt einer Abschlussparty gab es eine Frage- und Diskussionsrunde mit den Fans. Und: Ehrenberger darf weitermachen.

Leos Sulak (62) ist in Freiburg eine Institution. Seit 2013. Und mit dem Klassenerhalts scheint auch sein Bleiben sicher.

Robert Hoffmann (41) bleibt mit den Lausitzer Füchsen in der Liga – und im Amt. „Er hat die Mannschaft Ende November von Hannu Järvenpää übernommen, ihr Vertrauen gewonnen und sie neu motiviert. Klar, wir wollen mit ihm weiterarbeiten“, sagte Weißwassers Geschäftsführer Dirk Rohrbach.

Die Wackelkandidaten

Franz Steer (59) darf beim Hauptrunden-Achten in Dresden weitermachen, obwohl „in einer enttäuschenden Saison die sportlichen Ziele nicht erreicht wurden“, so Geschäftsführer Volker Schnabel. Die Defizite lagen wohl vor allem in der fehlenden Fitness der Spieler, daran wird nun gearbeitet.

Rick Boehm (58) und Sergej Waßmiller (47) sind abhängig davon, wer den Klassenerhalt schafft. Doch während Boehm nach seinem Premierenjahr wohl selbst im Falle eines Scheiterns gute Karten bei den Tölzer Löwen haben dürfte, scheint in Bayreuth so oder so die Zeit reif für einen Wechsel. Waßmiller hat die Tigers 2012 als Spielertrainer übernommen, sie erst in die Oberliga (2013) geführt, dann in die DEL2 (2016).

Quelle: HNA

Kommentare