Im Interview: Huskies-Torhüter Ritter über sein erstes Heimspiel und die anschließenden Ovationen der Fans

„Mein schönster Moment in Kassel“

Kassel. Gelungene Premiere für Stephen Ritter: Der Ersatz-Goalie der Kassel Huskies hütete am Dienstagabend erstmals vor heimischer Kulisse über die gesamte Spielzeit das Tor der Schlittenhunde. Trainer Stéphane Richer hatte ihm das Vertrauen geschenkt, nachdem die eigentliche Nummer eins, Adam Hauser, gegen Augsburg gepatzt hatte. Wir haben mit dem 24-Jährigen gesprochen.

Herr Ritter, haben Sie sich eigentlich geschämt? Sie haben sich nach dem Spiel das Trikot über den Kopf gezogen und sind so auf die Fans zugelaufen.

Stephen Ritter (lacht): Nein. Ganz und gar nicht. Ich habe mich einfach gefreut. Die Geste habe ich mir von Fußballern abgeschaut, als ich einige Champions-League-Spiele in Wolfsburg gesehen habe. Bei Gelegenheit, so hatte ich mir vorgenommen, würde ich auch einmal so jubeln.

Und dazu war am Dienstagabend ja die perfekte Gelegenheit. Die Fans haben Sie als Mann des Spiels gefeiert.

Ritter: Das war unglaublich. Das war der schönste, der wertvollste Moment, seitdem ich in Kassel bin. Es ist toll, von den Fans solch eine Anerkennung zu bekommen.

Wie haben Sie den Dienstagabend denn überhaupt erlebt?

Ritter: Es ist immer noch ein wenig surreal. Es war mein erster Einsatz vor heimischer Kulisse, mein erster Sieg und dann auch noch gegen Mannheim. Mein Vater ist Mannheimer und ein Teil meiner Familie lebt immer noch dort. Sie haben mich nach dem Spiel angerufen und gratuliert. Ich bin einfach total glücklich und stolz auf meine Leistung.

Wie und wann haben Sie von Ihrem Einsatz erfahren?

Ritter: Der Trainer hat es mir am Morgen nach dem Training mitgeteilt. Ich hatte das nicht unbedingt erwartet. Für mich war das natürlich eine Chance. Denn Adam Hauser ist die Nummer eins, und ich möchte und muss das beste aus jeder Chance machen, die sich mir bietet.

Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Ritter: Es ist schon etwas besonderes, zuhause von Beginn an zu spielen. Vor allem vor so tollen Fans wie hier in Kassel. Und es ist etwas völlig anderes von Beginn an auf dem Eis zu stehen als irgendwann reinzukommen. Am Anfang war ich nervös. Als Torhüter versuchst du immer, gerade die ersten Schüsse abzufangen. Das hat gut geklappt und Selbstvertrauen gegeben. Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser habe ich mich gefühlt.

Und wie hat Adam Hauser reagiert?

Ritter: Er hat mich die ganze Zeit super unterstützt. Gerade vor dem Spiel hat er mir Tipps gegeben. Gesagt, ich solle locker und konzentriert bleiben und einfach spielen. Wir haben ein gutes Verhältnis. Ich habe unglaublich viel von ihm hier in Kassel gelernt. Denn er ist ja schon lange im Geschäft, hat alle Höhen und Tiefen erlebt.

Wissen Sie schon, wer im nächsten Spiel im Tor steht?

Ritter: Nein. Ich bin ja immer noch der Back-up-Goalie. Wer spielt, wird uns der Coach kurzfristig mitteilen. Aber meine gute Form will ich behalten.

Von Michaela Streuff

Quelle: HNA

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