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Mark Ledlin: Plötzlich ist er wieder bei den Kassel Huskies

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Von: Michaela Streuff

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Mark Ledlin
Daumen hoch: Huskies-Rückkehrer Mark Ledlin freut sich, wieder in der Kasseler Eissporthalle zu sein. © Michaela Streuff

Niemals geht man so ganz. Zugegeben, der Schlager-Klassiker von Trude Herr ist jetzt nicht nach dem musikalischen Geschmack von Mark Ledlin.

Der 21-Jährige hält es eher mit George Ezra, er ist der Typ Singer-Songwriter, spielt Gitarre und schreibt eigene Songs.

Doch ein bisschen passt Herrs Textzeile eben doch auf den jungen Stürmer, der in der vergangenen Woche wieder bei den Kassel Huskies angeheuert hat. Er war da, dann wieder weg – und jetzt ist er eben wieder da. Einen Vertrag bis zum Saisonende hat der Sohn des ehemaligen kanadischen Eishockey-Profis Fred Ledlin unterschrieben.

„Diesmal bleibe ich wirklich“, betont Mark Ledlin, der Deutsch spricht und einen deutschen Pass besitzt, aber ausführliche Gespräche derzeit lieber noch in Englisch führt. Beweist Ledlin sich, könnte er auch einer für die Zukunft der Huskies werden. Doch das ist erst einmal die sprichwörtliche Zukunftsmusik.

„Du bist ein bisschen spät dran in dieser Saison“, begrüßte ihn Verteidiger Andy Reiss, als Ledlin erstmals wieder in der Eissporthalle war. Ledlin war nie ganz weg von den Huskies, weil der Kontakt zu Rico Rossi nie abgerissen ist. Im Frühjahr hatte der Sportliche Leiter den besten Nachwuchsspieler der Oberliga Nord, den er aus einigen Förderlizenzeinsätzen für die Huskies kannte, verpflichtet, der Klub stellte Ledlin als einen der ersten Neuzugänge für die aktuelle Saison vor, die er dann aber nicht begann. Was also steckt hinter dem Zickzackkurs? „Ich wollte zur Uni gehen“, erklärt Ledlin. Ein Entschluss, der über einen längeren Zeitraum gereift war – und trotzdem unterschrieb er zunächst in Kassel. „Ich habe viel mit mir selbst ausgemacht, mir ging es nicht gut dabei. Ich wollte niemanden enttäuschen. Mein Vater hat mir dann aber geholfen, die Weichen neu zu stellen.“

Huskies lösten Vertrag auf

Die Huskies lösten den Vertrag auf, Ledlin hängte die Schlittschuhe an den Nagel, kehrte zurück zur Familie, die in Vancouver im Westen Kanadas lebt. Zu Papa Fred, seiner Mutter Cornelia, der er den deutschen Pass zu verdanken hat. Zu den vier älteren Schwestern Melanie, Jessica, Rebecca und Meghan. Seit seinem 15. Lebensjahr war Ledlin in Deutschland, spielte in den Jugendteams vom SC Riessersee und den Eisbären Berlin, wurde Rookie des Jahres bei den Hannover Indians in der Oberliga. Dann der Karriereschnitt. „Ich konnte 2018 Weihnachten wieder mit meiner Familie feiern“, sagt er.

Ledlin ging zur Uni, belegte Kurse aus dem Bereich der Physiotherapie, trainierte im Fitnessstudio, spielte nebenbei ein bisschen Eishockey im Hochschulteam. Doch Ledlin merkte: „Mir fehlte der Sport ziemlich.“ Ein Entschluss reifte im jungen Mann, der in seiner Eishockey-Auszeit menschlich gereift ist.

Die Huskies ermöglichten den Weg zurück. Sein Studium setzt er jetzt mit Online-Kursen fort. Vorrangiges Ziel aber ist ein anderes: Ledlin muss erst einmal fit werden für die DEL2.

Trainer Tim Kehler sagt: „Fälle wie den von Mark, die gibt es häufig. Die Zeit wird zeigen, was in ihm steckt. Erst einmal ist es gut, dass wir mit ihm nun mehr Optionen in dieser Saison haben.“

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