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„Nicht viel falsch gemacht“: Marco Müller ist seit März DEL2-Rekordspieler

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Von: Björn Friedrichs

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Gut gelaunt beim Saisonabschluss: Marco Müller hat in den Playoffs seiner achten Huskies-Saison René Schoofs als Rekordspieler der DEL2 abgelöst.
Gut gelaunt beim Saisonabschluss: Marco Müller hat in den Playoffs seiner achten Huskies-Saison René Schoofs als Rekordspieler der DEL2 abgelöst. © Fischer, Andreas

Marco Müller hat einen Bestwert aufgestellt: Schon im März ist der Verteidiger der Kassel Huskies zum DEL2-Rekordspieler geworden. Andere Bestmarken überlässt er lieber anderen.

Kassel – Zugegeben, dieser Text beruht auf einem Zufall. Eigentlich ging es bei der Recherche um ein ganz anderes Thema rund um die Kassel Huskies. Schnell mal hier auf einer Homepage nachgeschaut, schnell mal dort etwas nachgelesen. Dann fiel der Blick auf die Eishockey-Statistikseite eliteprospects.com. Genauer gesagt: auf die Übersichtsseite zur DEL2. Scrollt man dort nach unten, werden einem irgendwann die Spieler mit den meisten Einsätzen in der Liga angezeigt. Dort auf Platz eins: Huskies-Verteidiger Marco Müller. Still und heimlich hat sich der 31-Jährige auf die Spitzenposition geschoben.

505 Partien hat Müller inzwischen in der 2013 als Nachfolger der 2. Bundesliga neu eingeführten DEL2 gemacht, drei mehr als die Bietigheimer Vereinslegende René Schoofs. Am 18. März war es soweit: Beim 6:3-Playoff-Sieg in Bad Nauheim stellte Müller Schoofs’ Rekord ein. „Es ist schön, solche Zahlen zu hören. Ich würde sie mir aber nicht einrahmen, so wichtig ist so ein Rekord dann doch nicht“, sagt Müller, als wir ihm von dem erreichten Bestwert erzählen. Aber er bestätigt auch: „Die Zahl ist eine Bestätigung, in meiner Karriere nicht viel falsch gemacht zu haben.“

Das Problem: Welche Zahlen stimmen?

Das Problem bei Eishockey-Statistiken ist, dass es im Vergleich zum Fußball nicht unendlich viele, akribisch geführte Seiten gibt. Vergleicht man die Anzahl der Spiele beispielsweise mit dem Wert, der auf der offiziellen DEL2-Seite angegeben ist, fällt auf: Dort steht Müller erst bei 500 Einsätzen. Die fünf fehlenden Partien sind schnell gefunden. Laut Liga-Webseite hat Müller 2014 elf Playoff-Spiele für Bietigheim gemacht, laut Eliteprospects 16.

Was stimmt denn nun? „Ich war damals bei allen Spielen dabei“, erinnert sich Müller. Auch in den offiziellen Spielberichten von damals taucht er auf. Damit dürfte feststehen: Der Verteidiger ist tatsächlich seit März DEL2-Rekordspieler. Die kommende Saison wäre seine zehnte in der Liga, er war von Beginn an dabei. „Die DEL2 ist eine gute Liga. Die Qualität wird von Jahr zu Jahr besser, auch was Tempo und Athletik angeht. Es gab nach dem Meistertitel mit den Huskies 2016 auch mal DEL-Anfragen, ich wollte aber nicht um jeden Preis nach oben“, blickt Müller zurück.

Er legt wenig Wert auf Scorerpunkte

Weit entfernt sind für den 31-Jährigen Top-Werte wie Tore oder Vorlagen. 18 Treffer hat er bislang in der DEL2 erzielt – greift er die 20 noch an? „Punkte sind für mich zweitrangig. Ich will meine Leistung bringen, meine Rolle ausfüllen“, so Müller. Zu dieser Rolle gehöre der Zusammenhalt in der Kabine, auf dem Feld Schüsse blocken, Checks fahren. Ein typischer Stay-at-home-Verteidiger, wie ihn jedes Team braucht.

Ich gönn‘ dem Carter diesen Titel, den brauche ich nicht zwingend.

Marco Müller

Der Spitzenwert, dem er am nächsten kommt, ist der der Strafminuten. Mit 553 steht er auf Rang sechs der DEL2-Historie, Erster ist Ex-Husky Carter Proft (686). „Ich gönn’ dem Carter diesen Titel, den brauche ich nicht zwingend“, sagt Müller lachend.

Zukunft noch offen, Verbleib in Kassel möglich

Die Sommerpause verbringt der Rekordspieler aktuell in der Heimat Heilbronn. Cousin Corey Mapes von den Heilbronner Falken wohnt nebenan, mit einer kleinen Trainingsgruppe hält und macht sich Müller fit für die neue Spielzeit. Urlaub auf den Kanaren ist noch geplant, auch die eine oder andere Radtour.

Gut möglich, dass er ab Herbst weiter für die Huskies aufs Eis geht. Schließlich hat er in Nordhessen die schönste Zeit seiner bisherigen Karriere erlebt. „Im Meister- und Vizemeisterjahr hatten wir richtig gute Teams. Das erste DEL2-Jahr mit Bietigheim war ebenfalls super, das war ein eingeschworener Haufen. Ein Höhepunkt war aber sicher auch der Playoff-Sweep 2016 gegen Frankfurt.“

Die nächste besondere Zahl ist für Müller übrigens schon in greifbarer Nähe. Er steht bei insgesamt 694 Zweitligaspielen. Die 700 winkt.

Von Björn Friedrichs

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