Hessencup: Knappe Huskies-Niederlage gegen die Löwen Frankfurt

Auf Tuchfühlung: Kassels Oliver Wohlrab (Mitte), versucht den Frankfurter Paul Knihs aufzuhalten. Links hinten beobachtet Dennis Klinge das Geschehen. Foto: Fischer

Kassel. Die Phase ohne Niederlage in der „Eishockey-Neuzeit“ ist für die Kassel Huskies vorüber. Ausgerechnet im Derby gegen Frankfurter Löwen verließen die jungen Kassler Eishockeyspieler das Eis erstmals nicht als Sieger. Klingt bitter. War es aber gar nicht.

Das ersehnte Duell: Huskies gegen Frankfurt

Denn gegen den klassenhöheren Regionalliga-Spitzenreiter aus Südhessen zeigten die Gastgeber beim 3:5 (0:1, 2:3, 1:1) ein starke Leistung. Die Huskies waren spielerisch auf Augenhöhe, hatten durchaus die Chance zum Sieg, vergaben aber einfach zu viele Tormöglichkeiten.

Die Partie war ein echtes Derby. Über 6000 Zuschauer in der Eishalle, darunter auch 300 aus Frankfurt, die Stimmung auf den Rängen leidenschaftlich, aber nicht verbissen. Und auf dem Eis, da ging es gleich richtig rund.

Nach drei Minuten gab es das erste Handgemenge, nach sechs Minuten die erste Rauferei. Es ging richtig zur Sache, auch in den Zweikämpfen. Derby ist schließlich Derby - da spielt die Klassenzugehörigkeit keine Rolle. Unter den Zuschauern war auch die ganze Mannschaft aus Pohlheim, Huskies-Gegner aus der Hessenliga und stürmisch bejubelt von den heimischen Fans.

Der Gegner auf dem Eis aber, der war ein ganz anderes Kaliber als das, was die Kasseler sonst im Liga-Alltag erwartet.

Vor allem hatten die Frankfurter, die noch ohne ihren kanadischen Neuzugang Simon Bart angetreten waren, einen Spieler in ihren Reihen, der seine Chancen eiskalt nutzte: Der Holländer Jan Jaap Natte erzielte in seinem dritten Spiel für die Löwen gleich Treffer.

So ein Knipser fehlte den Huskies. Was ihnen lange fehlte, das war Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Im ersten Drittel fuhren die Gastgeber die schöneren Angriffe und hatten zahlhreiche gute Einschusschancen. In einigen Szenen hatten sie auch Pech - wie bei Patrick Schädels Schuss an die Latte, als der herabspringende Puck vielleicht sogar hinter der Linie war (12.) - doch oft agierten die Stürmer auch zu zögerlich. Frankfurt war da einfach zielstrebiger.

Julian Meyer verhinderte mit einigen tollen Paraden weitere Gegentreffer. Mitte des zweiten Drittel drohte trotzdem beim Stand von 0:3 - Max Seyller, der einen Schnitzer in Kassels Defensive nutzte (21.) und Natte (27.) mit seinem zweiten Überzahltor trafen - sogar eine deftige Niederlage. Da wurde es auch auf den Rängen kurzzeitig etwas ruhiger, weil die Scheibe weiter einfach nicht ins Gehäuse wollte. Doch dann hüpfte, vom Heuboden ausgehend, die komplette Halle ungeachtet des Ergebnisses.

Dann nahm der Druck der Gastgeber zu. Und nachdem Torhüter Ilja Doroschenko zahlreiche Chancen zunichte gemacht und einem Lattentreffer von Oliver Mizera war es endlich soweit: In der 36. Minute nutzte Nils Hilgenberg eine zweifache Überzahl zum 1:3. Und weil Florian Böhm Natts dritten Treffer prompt mit dem 2:4 beantwortete (40.) gab es vor dem letzten Drittel noch Hoffnung für die Huskies.

Und das spiegelte noch einmal die komplette Partie. Kassel war stark, Kassel hatte viele Chancen, häufig Überzahl - doch es reichte nur noch zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch Patrick Behrendt, den Frankfurt prompt mit dem 3:5 beantwortete. Die größere Effektivität der Südhessen hatte endgültig gesiegt.

Von Frank Ziemke

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Quelle: HNA

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