Eishockey

„Der ECK ist wieder da“: Zehn Gründe für den Höhenflug der Kassel Huskies

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Es wird weiter gejubelt bei den Huskies: Richie Mueller, Derek Dinger und Stephan Tramm (von links). 

21 von 24 Punkten geholt, die meisten Tore geschossen, die wenigsten erzielt: Die Huskies sind Tabellenführer der 2. Eishockey-Liga. Für den Kasseler Höhenflug gibt`s viele Gründe.

Die Fachleute reiben sich die Augen und sprechen wie DEL2-Ligenleiter René Rudorisch sowie Bad Nauheims Trainer Christof Kreutzer vom stärksten Team der zweiten Eishockey-Liga. Die Fans sind begeistert und feiern die Rückkehr der Kassel Huskies zu spektakulärem und erfolgreichem Eishockey mit dem Singsang „Der ECK ist wieder da“. 

Aber was macht den Höhenflug des DEL2-Spitzenreiters mit sieben Siegen in acht Spielen aus? Wir haben nach dem 7:1 gegen Heilbronn zehn Gründe gefunden.

Selbstvertrauen

In den ersten sechs Spielen lagen sie stets zurück und siegten doch fünfmal. „Wir glauben an uns und unsere Stärke“, sagen die Huskies. Sie wissen: Selbstvertrauen kommt nicht von  selbst, man muss es sich erarbeiten. Welch ein Unterschied zu früher! Der Lohn: Zwölf Spieler aus allen vier Blöcken haben schon getroffen, 17 haben Vorlagen gegeben.

Selbstverständnis 

„Wir leben als ein Team, eine Mannschaft. Jeder kennt seine Rolle und Aufgabe, jeder akzeptiert sie und füllt sie zu 100 Prozent aus“, erklärt Spencer Humphries. Diesmal gibt es keine Grüppchen, auch privat wird jetzt viel mehr gemeinsam.

Fitness

„Wir waren auch im fünften Spiel in zehn Tagen noch frisch“, sagte Richie Mueller am Sonntagabend. Tatsächlich wirken die Huskies physisch deutlich verbessert, profitieren zudem vom ständigen Einsatz der vierten Reihe. Das sah in der Vorsaison noch anders aus.

Effektivität

Sie haben die meisten Tore geschossen, die wenigsten Gegentore kassiert – das fällt auf den ersten Blick auf. Und auf den zweiten? Nur Ravensburg (41,8) schießt pro Spiel häufiger aufs Tor als die Huskies (36,1), die aber benötigen als effektivstes Team nur 6,9 Versuche pro Treffer (2. Heilbronn: 7,6). Auf der anderen Seite müssen die Gegner 14,4 Mal auf den Kasseler Kasten schießen, um einmal zu treffen. Hier liegt Freiburg (12,9) auf Platz zwei.

System

Die Kasseler attackieren mit fünf Mann und sie verteidigen mit fünf. Die Verteidiger sorgen endlich für Druck von der Blauen Linie, die Stürmer arbeiten endlich auch nach hinten. Immer. Nicht mehr nur manchmal. So haben alle Kasseler positive Bilanzen. 

Mueller (+13), Dinger (+12), Kirsch und Trivino (+11) führen die interne Plus-Minus-Bilanz an. Gegen Heilbronn entsprangen vier Tore konsequentem Forechecking, zwei brillanten Kontern nach präzisen Steilpässen. Und Falken-Trainer Mellitzer bilanzierte: „Ohne Körperkontakt geht gegen diese Huskies nix.“

Torhüter

Gerald Kuhn und Leon Hungerecker waren in der vergangenen Saison bereits das beste Torwart-Duo der Liga, und sie sind es auch jetzt wieder mit 92,8 bzw. 93,7 Prozent Fangquote.

Konstanz

In allen acht Spielen haben vier Blöcke in fast gleicher Besetzung gespielt. Das gibt Sicherheit. Die Ergänzung der vierten Sturmreihe durch den wechselnden dritten Mann funktioniert, in der Abwehr ersetzt Nick Walters nahtlos Alex Heinrich.

Trainer

Nach dem sechsten Treffer am Sonntag gab es erstmals Ovationen der Fans für Tim Kehler. Keine Frage: Der neue Trainer hat gemeinsam mit Geschäftsführer Joe Gibbs ein neues Team mit frischem Wind formiert und drückt ihm seinen Stempel auf. Nathan Burns und Stephan Tramm wurden im Frühjahr noch von Rico Rossi gesichtet und empfohlen.

Wertschätzung

„Dieser Trainer redet mit uns, vermittelt jedem einzelnen Wertschätzung“, sagt Derek Dinger, der mit seiner Leistungssteigerung für alle gebliebenen Huskies steht. „Jeder fühlt sich einbezogen und weiß, dass er wichtig ist für das Team“, beschreibt es Richie Mueller.

Begeisterung

Der Funke springt wieder über zwischen Spielern und Fans und umgekehrt. Diese Huskies haben und machen wieder Spaß.

Aber – da gibt es auch noch Schatten im Kasseler Auftreten. Nur Dresden (17,44) kassiert pro Spiel mehr Strafminuten als die Huskies (17,13). Und in Unterzahl (6./82,1%) sowie im Powerplay (9./17,6%) ist auch noch Luft nach oben. Sind ja erst acht von 52 Spielen absolviert ...

Quelle: HNA

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