Am Freitag Derbyzeit

Kassel Huskies – 10:2 genießen und gegen Nauheim arbeiten

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Doppel-Torschütze: Corey Trivino (links) feiert mit Austin Carroll. 

Nach dem Topspiel ist vor dem Eishockey-Hessenderby: Die Kassel Huskies treten am Freitag in der DEL2 in Bad Nauheim an. Zuvor genossen sie das 10:2 gegen Bietigheim. 

Es gab dann doch noch etwas, das nicht funktionierte an diesem berauschenden Mittwochabend in Kassels Eishalle. Als die Trainer nach dem Spiel zwischen den Huskies und den Bietigheim Steelers ihre Statements abgeben wollten, fiel die Verbindung des Funkmikros aus. Einmal, zweimal, dreimal. Solange bis Tim Kehler sagte: „Wir brechen das jetzt ab.“ Sein Gegenüber Hugo Boisvert wollte ohnehin sicher möglichst schnell zurück. Obwohl er sich ja lange wohlgefühlt hat in seiner Zeit als Co-Trainer in Kassel.

„Wir spielen am besten nur noch gegen Ex-Trainer“, scherzte Kassels Geschäftsführer Joe Gibbs. Erst am Sonntag der Sieg gegen Rico Rossi und Dresden. Und nun das! 10:2 gegen Bietigheim! Noch einmal in Worten: ZEHN ZU ZWEI!

Grandioser Sieg gegen einen Gegner der als Spitzenreiter kam

Gegen einen Gegner, der als Spitzenreiter kam. Der traditionell zum Besten in der DEL2 gehört. Der auch in dieser Saison ein gewichtiges Wort mitreden dürfte. Nun aber, nach diesem triumphalen Erfolg, stehen erst einmal die Huskies auf Platz eins. Als Spitzenreiter treten sie am Freitag (19.30 Uhr) zum Derby in Bad Nauheim an. „Unsere Aufgabe ist es, heute zu genießen, morgen zu arbeiten und dann konzentriert in das Derby zu gehen“, sagte Kehler, der Nauheim als starken Gegner mit bärenstarken Spielern beschreibt. Nach dem 4:2 gegen Kaufbeuren stehen die Roten Teufel auch nur zwei Zähler hinter Kassel.

Ausruhen auf diesem 10:2 können sie sich also nicht. Den Erfolg genießen, das aber war drin für die Huskies. So wie für ihre Fans. Kassels Eishalle ist auf dem besten Weg, wieder zur Stimmungshochburg zu werden. Spätestens nach dem wahnwitzigen Viererpack in nicht einmal fünf Minuten, der aus einem 1:1 ein 5:1 werden ließ, gab es auch auf den Rängen kein Halten mehr. Und nach dem Schlusspfiff, da gab es tatsächlich bereits die Raupe.

„Ich kann mich nicht erinnern, wann wir die so früh in der Saison gemacht haben“, sagt Michi Christ, der nach dem Erfolg voll des Lobes ist für seinen Trainer und die Mitspieler: „Tim Kehler prügelt uns seine Mentalität ein. Wir gehen nie mit dem Gedanken auf das Eis, dass wir verlieren könnten. Jeder ist bereit für 60 Minuten Vollgas.“ Und? „Und dass ich treffe, haben wir ja auch nicht immer.“

Gibbs lobt das aggressive Spielsystem

So war es aber beim 6:1. Ohnehin ist Ausgeglichenheit ein großes Plus bei den neuen Huskies. Gegen Bietigheim trugen sich gleich acht Spieler in die Torschützenliste ein. Gibbs ist voll des Lobes, vor allem auch für das aggressive Spielsystem: „Wir bauen permanent Druck auf und lassen den Gegner nie zur Ruhe kommen.“ Dafür sorgten auch die immer wieder aufrückenden Verteidiger, allen voran Spencer Humphries mit seinen Offensiv-Qualitäten und Derek Dinger mit seiner Übersicht im Aufbau. Und Kehler lobte dann auch noch den Torhüter: „Leon Hungerecker hat uns in der Anfangsphase im Spiel gehalten, als Bietigheim riesigen Druck machte.“

So griff an diesem denkwürdigen Abend ein Rädchen ins andere und sorgte für ein Ergebnis mit Seltenheitswert. Nur einmal haben die Huskies in der DEL noch mehr Tore erzielt: im Januar 2016 beim 14:2 gegen Crimmitschau.

Quelle: HNA

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