Warum es derzeit bei den Eishockeyprofis nicht rund läuft 

Huskies: Schritt für Schritt aus dem Tritt

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Ernste Blicke: Diese Aufnahme aus dem Derby gegen Frankfurt steht symbolisch für die Gemütslage bei der Huskies. Im Bild: Topscorer Ben Duffy (links) und Kapitän Denis Shevyrin.

Die Tabellenführung ist weg, ein Wochenende ohne Sieg liegt hinter ihnen. Keine Frage: Die Eishockeyspieler der Kassel Huskies sind in einem Tief.  

Es ist ein Tief zur Unzeit, schließlich steht die Hauptrunde kurz vor dem Abschluss, stehen die Playoffs an. Ganz überraschend kommt das nicht: In den vergangenen Wochen sind die Huskies Schritt für Schritt aus dem Tritt geraten. Dafür gibt es nicht den einen Grund, aber mehrere Faktoren, die zusammenkommen:

Die Verletzten

Das zog sich wie ein roter Faden durch letzten Wochen. Drei, vier Spieler fehlten praktisch jede Woche. Für Kapitän Alex Heinrich ist die Saison vermutlich beendet. Natürlich hatten die Huskies trotzdem immer einen ordentlichen Kader auf dem Eis. Aber Ausfälle bedeuten eben auch umgestellte Reihen. Und die Rückehr auf das Eis ist, das betont auch Trainer Tim Kehler, immer auch ein kleiner Neuanfang – wie am Wochenende beispielsweise bei Richie Müller zu sehen war, der noch längst nicht in guter Form spielte.

Das Tempo

Fehlt den Huskies derzeit definitiv. Auch deshalb kommen sie seltener zu klaren Chancen. Die Verletzungen können das beeinflussen, auch der dichte Terminplan spielt eine Rolle. Aber: Der wird in den Playoffs noch dichter, die Partien werden noch kraftraubender. Dem muss das Team von Kehler gewachsen sein, darauf muss auch die Trainingssteuerung ausgelegt sein. In der entscheidenden Saisonphase können die Huskies sich aus dem kleinen körperlichen Tief hoffentlich herausarbeiten.

Das Selbstvertrauen

Ist den Huskies mit schlechter werdenden Ergebnissen spürbar abhanden gekommen. Siegen fällt ihnen im Jahr 2020 zunehmend schwerer. Drei Punkte gab es in nun schon sechs Spielen am Stück nicht mehr. Kleiner Trost: Der letzte Dreier war das 7:5 gegen den Erzrivalen Frankfurt. Auch innerhalb eines Spiels ist das mangelnde Selbstvertrauen häufig zu spüren. Gegentreffer bringen die Mannschaft aus dem Tritt. Sie verkrampft, verliert an Zielstrebigkeit und damit ausgerechnet das, was die Heilbronner nach zuletzt drei Niederlagen gegen die Huskies wiedergefunden hatten: „Sie haben hart gespielt, waren entschlossener als wir. Das war der Unterschied“, analysierte Kehler. „Meine Jungs haben zu wenig zu spät investiert. Das war nicht genug gegen eine Topmannschaft.“ Umgekehrt zeigen späte Ausgleichstore wie zuletzt zweimal von Austin Carroll: Die Moral stimmt. Und zulegen können die Huskies immer noch. Kehler betont: „Wir können es besser.“

Die Effektivität

Vor allem in der Offensive scheint die Verantwortung zuletzt auf zu wenigen Schultern zu liegen. Etwas überspitzt gesagt wirkt es manchmal, als hoffe alles auf den nächsten Geistesblitz von Ben Duffy oder den nächsten dynamischen Antritt von Alexander Karachun. „Wir müssen das Toreschießen wieder auf mehr Schultern verteilen“, weiß auch Kehler.

Denn nur zwei Tore in den Spielen am Wochenende reichen dann eben nicht zum Sieg. Dabei mangelt es nicht an der Quantität der herausgespielten Torchancen – gegen Bad Nauheim gaben die Huskies 42 Torschüsse ab, in Heilbronn 30. An sich gute Werte – doch was sich derzeit zeigt: Quantität ist nicht immer auch gleich Qualität. Denn überragende Torhüter wie Nauheims Felix Bick waren damit kaum zu überraschen. „Wir müssen es schwieriger für den Keeper machen“, sagt Kehler.

Die Gegner

Sind, das zeigen zuletzt vor allem die Heimspiele, mittlerweile besser eingestellt auf die Huskies. Die tun sich gegen tief stehende und körperlich stark verteidigende Teams wie Bad Nauheim schwer. Der Coach sagt: „Das ist ein Hauptgrund. Wir spielen gegen sehr gute Mannschaften.“ Doch Kehler betont auch: „Wir sind in einer guten Position. Und diese Mannschaft wird noch für Furore sorgen.“

Quelle: HNA

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