Manuel Klinge, Alex Heinrich, Michi Christ

Nach Verletzungen: Für drei Kasseler geht’s wieder aufwärts bei den Huskies

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Geteiltes Leid ist halbes Leid: Michi Christ (links) und Manuel Klinge mussten in den Playoffs zuschauen.

Kassel. Drei Kasseler Jungs im Team der Huskies hatten beziehungsweise haben immer noch ihr Päckchen zu tragen mit Verletzungen. Wie gut, dass sich in der Sommerpause ausreichend Zeit bietet, die Blessuren auszukurieren. Ein Überblick.

Manuel Klinge

Er war der Pechvogel der vergangenen DEL2-Saison: Der Kapitän zog sich im Oktober einen Totalschaden im Knie zu. Die Spielzeit war vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Seit gut einem Monat nun ist die Knieschiene weg, die ihn lange begleitete, „mit der ich schon öfter auch mal angeeckt bin“, sagt Klinge und lacht. „So langsam mache ich Fortschritte, auf denen ich aufbauen kann, die mich zuversichtlicher stimmen, dass ich nochmal übers Eis flitzen kann. Ich fasse jeden Tag mehr Vertrauen mein Knie.“ Er sei auf einem guten Weg, bekräftigt Klinge. Querfeldein-Märsche mit Hund Ole könne er wieder machen, ohne bei jedem Schritt genau hinschauen zu müssen, wo er hintrete. Auch das Training läuft gut, beim Radfahren kann er höhere Widerstände nutzen. „Mein Ziel ist es, mich in der Saisonvorbereitung im Sommer aufs Eis zu wagen. Ich glaube, dann wird auch vieles Kopfsache sein.“

Bis dahin aber hat er alles – nur keine Langeweile. Derzeit haben ihn unter anderem Geschäftsführer Joe Gibbs und Cheftrainer Rico Rossi ins Geschehen bei den Kassel Huskies eingebunden. „Ich bin quasi ein Praktikant“, scherzt der 33-Jährige. „Ich erlebe, wie eine neue Saison geplant wird, begleite Projekte von Beginn an, bin bei vielen Gesprächen dabei. Und ich bin auch so weit, dass ich etwas sagen kann und auch will. Ich bin dankbar für all die Gelegenheiten, die mir geboten werden.“ All das macht Klinge natürlich nicht ohne Grund. „Eishockey ist meine Leidenschaft. Wenn es sich nach meinem Karriereende anbietet, wäre ich durchaus offen, eine Rolle im Verein zu übernehmen. Vielleicht beginne ich auch ein Fernstudium“, sagt Klinge. „Ich versuche aus den Rückschlägen etwas Positives für mich zu gewinnen. Ich bin wachgerüttelt worden, meine aktive Zeit ist begrenzt. Aber es kommt ein Leben danach. Es passiert gerade viel in meinem Kopf. Aber alle Überlegungen stehen gerade erst am Anfang.“

Die Platte im Fuß ist raus: Alex Heinrich.

Alex Heinrich

Als Klinge sich verletzte, wanderte die Kapitänsbinde über zu Alex Heinrich. Die Saison beendete er auf beiden Füßen, derzeit aber kann er den rechten nicht richtig belasten, ist sogar auf Krücken unterwegs. Im Januar 2017 hatte sich der 30-Jährige einen doppelten Sprungelenksbruch zugezogen und das Syndesmoseband gerissen. Alles wuchs mit Hilfe einer Metallplatte ordentlich zusammen. „Normalerweise kommt die nach einem halben Jahr raus, bei mir jetzt erst“, erklärt Heinrich. Er entschied sich für den Eingriff in der Sommerpause, denn „sonst hätte ich während der Spielzeit drei, vier Wochen pausieren müssen.“

Bis maximal Monatsende noch muss er beim Training aufpassen. Er geht zur Physiotherapie, tut viel für den Oberkörper. Das Playoff-Aus im Viertelfinale gegen Frankfurt ist kein Thema mehr, es zählt, das, was kommt. „Ich freue mich auf den Sommer, endlich bin ich mal verletzungsfrei.“ Und im Mai geht’s dann auch in den verdienten Urlaub.

Michi Christ

Auch bei ihm geht’s aufwärts. Stürmer Michi Christ hatte sich im letzten Hauptrundenspiel am Knie verletzt – Zwangspause ausgerechnet vor den Playoffs. Die Knieschiene ist auch er längst los, ein paar Probleme habe er zwar noch, sagt er. Doch die hat Physiotherapeut Markus Endert (Physiofit Kassel) im Griff. „Ich trainiere schon wieder“, berichtet Christ. Fast volle Kraft voraus also auch beim 29-Jährigen.

Nur ein Blick geht noch zurück: „Unsere Abschlussfahrt nach Amsterdam war ein schöner Schlusspunkt. An diesem alten Prinzip wollten wir nicht rütteln.“ Und jetzt ist eben Sommerpause – in der auch Eishockeyspieler dann mal nicht an ihren Sport denken.

Quelle: HNA

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