Wechsel

Huskies und Grizzlys tauschen Torhüter: Kuhn kommt für Melichercik

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Der eine kommt, der andere geht: Neu-Husky Gerald Kuhn (l.) und Marcel Melichercik, der nach Wolfsburg geht.

Die Kassel Huskies tauschen mit Förderlizenzpartner Grizzlys Wolfsburg die Torhüter: Bei den Huskies wird nun Jerry Kuhn das Tor hüten, Marcel Melichercik spielt künftig in Niedersachsen.

Aktualisiert um 19.43 Uhr - Die Kooperation der Huskies mit den Grizzlys Wolfsburg beschert dem Kasseler Eishockey-Zweitligisten im Hauptrunden-Endspurt plötzlich einen neuen Torwart – und damit die Chance, einen Fehler in der Personalplanung doch noch zu korrigieren. Denn: Mit Gerald „Jerry“ Kuhn kommt ein 32 Jahre alter Routinier aus der DEL nach Nordhessen, im Gegenzug wechselt Marcel Melichercik nach Niedersachsen. 

Der Knackpunkt: Kuhn spielt als Deutschkanadier, der Slowake Melichercik besetzt einen Ausländerplatz. In Kassel war er somit einer von zwei überzähligen Kontingentspielern, in Wolfsburg ist eine von neun Stellen frei wegen zahlreicher Ausfälle.

„Das ist eine Regelung, von der alle Seite profitieren“, erklärte Huskies-Trainer Tim Kehler angesichts der Kontrakte, die allesamt bis Saisonende gelten. Wobei im Fall Kuhn spekuliert wird, dass es einen Anschlussvertrag für 2019/20 geben kann. So bekomme Melichercik, der sich trotz seiner misslichen Lage „stets als toller Teamplayer gezeigt“ habe (Kehler), am Saisonende noch einmal eine Chance in einer höheren Liga. Und Leon Hungerecker, Kassels junge Nummer eins? „Ihm wird Druck genommen, er hat einen erfahrenen zweiten Mann neben sich mit deutschem Pass“, sagt Kehler – und freut sich über somit noch mehr Optionen, falls Hungerecker einmal nicht fit sein sollte. Denn dank Kuhn kann er dennoch vier ausländische Feldspieler bringen. Und Gerald Kuhn? Nach Berichten aus Wolfsburg sucht der Zerberus eine neue Herausforderung, hat nach einer familiären Tragödie den Tapentenwechsel selbst forciert. Sein jüngerer Bruder war aus dem Leben geschieden. Sportlich indes hat sich „Jerry“ nach dem Langzeitausfall von Nationalkeeper Brückmann den in dieser Saison undankbaren Job in Wolfsburg mit David Leggio (USA) geteilt. 

Jeder hat 24 Spiele bestritten, Kuhn mit 88,0 Prozent Fangquote, Leggio mit 90,4%. Seine starke Saison 2017/18 hatte Kuhn mit 91,9 Prozent absolviert. Diese Personalie und der Gewinn von zwei Punkten am Sonntag in Freiburg haben die Zuversicht von Trainer Kehler deutlich steigen lassen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat und mit diesem Auftritt der Mannschaft“, bilanzierte er nach dem 2:1. Obwohl im Angriff und insbesondere in Überzahl erneut gute Chancen ungenutzt geblieben waren, habe die Truppe „ganz viel Geduld und Beharrlichkeit gezeigt, ist trotz des immensen Drucks nie in Panik verfallen, sondern hat an ihrem Plan festgehalten“. Nach dem Rückschlag gegen Crimmitschau seien die Huskies diesmal defensiv wieder sehr kompakt und entschlossen aufgetreten, „und sie haben auch ihre Emotionen immer kontrolliert“.

Der Lohn: Erst der späte Ausgleich zum 1:1 (47.), als Sam Povorozniouk und Jace Hennig im Verbund mit einem Freiburger Verteidiger den Puck nach Nick Walters Hereingabe ins Netz bugsiert haben. Und schließlich Corey Trivinos Siegtor, der als einziger von insgesamt sechs Penaltyschützen ins Schwarze traf. „Auch dank Deggendorf haben wir nun sieben Punkte Vorsprung zum Elften“, sagte Tim Kehler. Weiß aber: „Die Serie der wichtigsten Saisonspiele geht weiter.“ Am Freitag schon, wenn Bayreuth kommt, eben dieser Elfte.

Gerald Kuhn, da war doch was?

Beim Namen Gerald „Jerry“ Kuhn erinnern sich Huskies-Fans ungern. Zum einen, weil der Torhüter auf dem Weg in die DEL mit großartigen Leistungen im Tor der Fischtown Pinguins früher auch die Kasseler Stürmer zur Verzweiflung trieb. Zum anderen, weil es da Anfang November 2015 in der Eissporthalle ein Skandalspiel zwischen beiden Teams gab. Ein Foul von Husky Carter Proft an Kuhn rächten dessen Vorderleute. Die letzten 95 Sekunden Netto-Spielzeit dauerten 30 Minuten brutto, es gab wilde Prügeleien, verbale Ausraster der Trainer Rossi und Doucet und 254 (!) Strafminuten.

Quelle: HNA

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