33-Jähriger hat volles Programm

Kassel Huskies: Kapitän Klinges harter Kampf für Fortsetzung der Karriere

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Training mit einem Lächeln: Manuel Klinge (rechts) im Baunataler Rehazentrum mit Sporttherapeut Martin Alexander (links) und Mannschaftsarzt Dr. Hans-Günter Schafdecker (Mitte). 

Kassel. Der Kapitän hat in der vergangenen Saison an allen Ecken und Enden gefehlt. Jetzt kämpft der 33 Jahre alte Manuel Klinge nach einer schweren Verletzung um die Fortsetzung seiner Karriere.

Die Kollegen nutzen die letzten Wochen der Sommerpause noch zur aktiven Erholung. Manuel Klinge indes, der Kapitän der Kassel Huskies, hat längst volles Programm. Der 33-Jährige pendelt zwischen dem Baunataler Rehazentrum, der Eissporthalle und der Geschäftsstelle des Eishockey-Klubs. Und zwischendurch arbeitet er dank des Laptops auch mal daheim. „Für Langeweile bleibt keine Zeit“, sagt Klinge und lacht. Der Tanz auf vielen Hochzeiten bereitet dem einstigen Nationalspieler offenkundig Freude.

Und dennoch hat für den neuen Teammanager der Huskies, den zweiten Vorsitzenden der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) und den Profi seine eigene Karriere noch immer Priorität. „Ich schwitze täglich in Baunatal und im Kraftraum der Eissporthalle für mein Comeback“, sagt Klinge. Die Hoffnung darauf stirbt zuletzt, „und die Zuversicht habe ich nie verloren. Denn auf jeden Rückschlag folgten immer auch wieder ein, zwei Schritte nach vorn.“

Seine Leidenszeit begann am 8. Oktober 2017, beim Derby in Bad Nauheim sprang die linke Kniescheibe heraus. Doch aus den zunächst avisierten sechs bis zwölf Wochen wurde aufgrund von größeren Komplikationen eine schier endlose Pause. Mit einer komplizierten Operation sollte eine Fortsetzung der Karriere ermöglicht werden. Und nun, Wochen und Monate des Rehaprogramms, der täglichen Aufbauarbeit später, rückt der Tag der Entscheidung näher. Die Entscheidung, ob Manuel Klinge in Absprache auch mit Mannschaftsarzt Dr. Hans-Günter Schafdecker und der Berufsgenossenschaft mit der Nummer 9 auf dem Rücken als Huskies-Kapitän wiederkommen wird.

„Da gibt es keine Frist. Aber es ist inzwischen sicher, dass ich nicht am 13. August mit der Mannschaft ins Eistraining einsteigen kann“, erklärt Klinge. „Das wird definitiv später.“ Aber: Der Capitano will nicht als Verletzter abtreten. Denn: „Außer meinem Knie fühlt sich der Körper noch wie der eines Sportlers an.“

Was also tut Manuel Klinge in diesem Sommer? „Als Teammanager habe ich recht umfangreiche und genau definierte Aufgaben“, berichtet er. Die Koordination der Flüge für die Anreise der Spieler, ihre Abholung am Flughafen, die Bereitstellung der Wohnungen, das Organisieren der Ausrüstungen, das Kümmern um Autos für die Kollegen. „Ich hätte nie gedacht, was da alles dranhängt“, gesteht er ein. Und: „Ich habe auch nie damit gerechnet, dass ich in meinem Leben einmal so viel Zeit an einem Schreibtisch verbringen werde.“

Hinzu kommt das neue Ehrenamt als zweiter Mann der Eishockey-Jugend neben dem neuen Vorsitzenden Matthias Kolodziejczak, das ihm im Sinne der Kasseler Talentförderung sehr am Herzen liegt. „Wir sind noch dabei, uns den allgemeinen Überblick zu verschaffen. Um zu sehen, wo wir ansetzen können, wo wir auf der guten Basis des Vereins anknüpfen und wo wir eigene Ideen einbringen können.“ Dazu diene auch ein wöchentlicher Austausch mit „Kolo“ (56) und mit Milan Mokros (61), dem sportlichen Leiter und Chefcoach der EJK. Zwei Männer, die Manuel Klinge auch auf dem Weg vom Sportler in ein neues Berufsleben gute Tipps geben (können). Jetzt oder (hoffentlich) später.

Quelle: HNA

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