Sieg der Kassel Huskies

Huskies mit toller Moral

Kassel. Es soll die Zeit der Signale sein in Kassels Eishockey. Zumindest auf dem Eis gab es gestern ein solches Signal. Die Zuschauerzahl 2500 sorgte erneut für Enttäuschung.

Die Stimmung auf den Rängen aber war glänzend - denn die personell arg dezimierten Huskies zeigten nach den enttäuschenden Niederlagen des Wochenendes eine tolle Reaktion. „Ohne fünf“, aber mit einer großartigen kämpferischen Einstellung bezwangen sie die Mannheimer Adler mit 4:3 (2:1, 1:1, 0:1 - 1:0) nach Verlängerung. Derek Demon erzielte in der 65. Minute den entscheidenden Treffer.

Es war das letzte Häufchen der Aufrechten, das Trainer Stephane Richer auf das Eis schickte - schließlich fehlte eine komplette Reihe. Sleigher gesperrt, Tallaire und Schmidt verletzt, Holzmann und Heinrich krank. Erstmals vor eigenem Publikum hütete dafür Stephen Ritter statt Adam Hauser das Tor. Er strahlte nicht immer absolute Souveränität aus, machte seine Sache aber überwiegend richtig gut. Und die, die vor ihm auf dem Eis standen, gaben wirklich alles. Ein Beispiel aus der 30. Minute: Als Ritter den Puck nach einem scharfen Schuss prallen ließ, warfen sich gleich drei seiner Vorderleute in den Nachschuss.

Zehn Minuten lang hatten die Gäste vor Ritters Tor ordentlich gewirbelt, waren durch Hackerts Schuss auch 1:0 in Führung gegangen (11.). Das ließ nichts Gutes erwarten, erst Recht nicht als Michael Christ kurz danach auf die Strafbank musste. Doch in Unterzahl kamen die Gastgeber plötzlich ins Spiel. Und ebenso plötzlich stand es 1:1. Derek Dinger spielte sich hinter Mannheims Tor, passte auf Josh Soares, der Mannheims großartigen Torhüter Fred Brathwaite im zweiten Versuch überwand.

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Und jetzt waren sie da, die Huskies. Von den Rängern mit Dauergesängen unterstützt machten sie Druck. Erfolgreichen Druck, denn die erste Überzahl brachte die Führung. Wieder war es Soares, der den Puck nach Mike Cards Querpass förmlich in die Maschen wuchtete. Richtig Spaß machte das jetzt, den Gastgebern zuzusehen. Allen voran Soares. Der hatte die letzte Chance im ersten Drittel, hatte die erste Chance im zweiten Drittel, war kaum vom Puck zu trennen.

Das Spiel jedoch wurde immer mehr zu Schwerstarbeit. Die Adler wollten sich das natürlich nicht bieten lassen. Sie drängten. Sie hatten Pech bei Hackerts Pfostenschuss. Und Glück, als Martinec von der Strafbank kommend den Puck mitnehmen konnte. Seinen Querpass nutzt Scott King zum 2:2 (27.). Diesmal aber reagierten die Huskies ganz anders als zuletzt in Augsburg. Statt Verunsicherung und Konfusion gab es prompt die erneute Führung. Alex Leavitt war Nutznießer der schönen Vorarbeit von Manuel Klinge und Ryan Kraft. 31 Sekunden nach dem Ausgleich stand es 3:2.

Diese Führung war auch verdient - zumal Damon mit einem Unterzahlkonter (34.) und Cote dicht vor dem Tor (41.) weitere Riesenchancen hatten. Trotzdem wurde es noch richtig dramatisch. Ritter reagierte einige Male glänzend, die Huskies konterten mehrfach gefährlich. Die Hoffnung auf einen Dreier war da, wurde aber enttäuscht. Hedlund gelang in der 55. Minute der Ausgleich. Doch auch diesmal ließen sich die Gastgeber nicht schocken. Bei einer 5:3-Überzahl hatte Soares noch Pech mit einem Lattentreffer (58.). In die Verlängerung aber sicherte sein Sturmpartner Damon den Sieg.

SR: Piechaczek (Ottobrunn), Z: 2489, Tore: 0:1 (10:40) Hackert (Seidenberg), 1:1 (13:44) Soares (Dinger - 4:5), 2:1 (16:22) Soares (Damon, Card - 5:4), 2:2 (26:50) King (Butenschön, Martinec), 3:2 (27:21) Leavitt (Kraft), 3:3 (54:04) Hedlund (Method, Butenschön), 4:3 (64:25) Damon (Soares, Bisaillon). Strafminuten Kassel 8 - Mannheim 12.

• Ein Video vom Spiel der Schlittenhunde gegen Mannheim finden Sie auf www.hna.de/huskies

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto:  Schachtschneider

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