Letztes Spiel am 13. Dezember

Huskies: Austin Carroll meldet sich zurück

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Feiert heute sein Comeback: Huskies-Stürmer Austin Carroll (vorn). Im Hintergrund: der Bad Tölzer Markus Eberhardt.

Die Kassel Huskies spielen gegen Bayreuth: Stürmer Austin Carroll ist endlich wieder mit dabei und freut sich sichtlich auf das kommende Spiel.

Endlich. Die Vorfreude ist Austin Carroll sichtlich anzumerken. Denn endlich ist der Angreifer wieder fit und kehrt heute Abend im Heimspiel gegen die Bayreuth Tigers (19.30 Uhr, Eissporthalle) zurück in den Kader des DEL2-Spitzenreiters Kassel Huskies.

„Es war ganz schön hart zuzuschauen und nicht mitmachen zu dürfen“, erklärt der 25-Jährige, der einen US-amerikanischen und kanadischen Pass besitzt. „Doch als Vorsichtsmaßnahme habe ich ausgesetzt.“

Am 13. Dezember im Heimspiel gegen Crimmitschau hatte er zum letzten Mal auf dem Eis gestanden und nach einem Check gegen den Kopf pausiert. Der Verein wollte kein Risiko eingehen und reagierte mit der größtmöglichen Vorsicht.

Kassel Huskies: Verletzungen werden sehr ernst genommen

Dabei hatte es Carroll dem Stab der Huskies zunächst nicht leicht gemacht. „Der Bursche hatte Freundin und Familie zu Besuch, wollte unbedingt spielen“, berichtet Mannschaftsarzt Dr. Hans Schafdecker.

„Aber gemeinsam mit Tim Kehler, der die Spieler eher länger aussetzen lässt als sie zu früh wieder aufs Eis zu schicken und zu 100 Prozent unseren Rat annimmt, konnten wir ihn überzeugen, dass es keine Alternative gab zu einer kompletten Auszeit von zehn Tagen.“

Das, so Schafdecker sei inzwischen Standard, da haben DEL und DEL2 die Maßstäbe aus NHL und NFL übernommen. Bei Schädelhirnverletzungen sei nicht die Anzahl zum Beispiel der Gehirnerschütterung der entscheidende Faktor, sondern deren Intensität und die daraus resultierende Länge einer Pause.

„Er ist fit und brennt auf sein Comeback...“

„Wir haben Austin Carroll auch bei einem Neurologen checken lassen und können ihm jetzt guten Gewissens die Freigabe zum Spielen geben“, sagt Hans Schafdecker. „Er ist fit und brennt auf sein Comeback, er hat ja in dieser Woche schon wieder voll mittrainiert.“

Auch Trainer Kehler freut sich, dass er wieder mit Carroll planen kann. Denn auch wenn der tief besetzte Kader der Huskies den Ausfall eines der vier Ausländer im Team zuletzt gut aufgefangen hat – so kehrt mit Carroll nun doch ein besonderer Typ zurück.

„Er ist physisch unheimlich stark, arbeitet intensiv am Puck, ist torgefählich und strahlt auf dem Eis viel Präsenz aus – damit ist er einzigartig nicht nur in unserem Kader, sondern in der gesamten Liga“, erklärt Kehler.

Trotz Zwangspause: Familienzeit genießen

Der Blick in die Statistik unterstreicht den Wert Carrolls: Trotz seiner Pause belegt der 25-Jährige in der teaminternen Scorerliste Platz sechs (29 Spiele, elf Tore, 13 Vorlagen).

„Es war schade, dass meine Familie mich nur ein Spiel hat spielen sehen. Aber es bestand kein Zeitdruck bei meiner Rückkehr und als Vorsichtsmaßnahme war die Pause ja auch sinnvoll“, sagt er.

So blieb ein wenig mehr Zeit, um Mutter Jennifer, Schwester Jessica und Freundin Lea den Weihnachtsmarkt zu zeigen und öfter mal im Bergpark und am Herkules spazieren zu gehen. Und sie wollen wiederkommen. Zu den Playoffs.

Carroll hat zwei Vorsätze: „Gesund bleiben und 2020 meinen ersten Titel holen.“

Zwar hat Austin Carroll das Lazarett verlassen, gegen Bayreuth und am Sonntag in Bad Tölz fehlen aber drei weitere Kasseler verletzt: Während Stürmer Patrick Klöpper und Verteidiger Derek Dinger länger ausfallen, gilt bei Nick Walters: „Wir schauen von Tag zu Tag“, erklärt Huskies-Trainer Tim Kehler.

Unterstützung gibt’s im Angriff von Förderlizenzpartner Wolfsburg: Eric Valentin ist heute dabei. Im Tor steht beide Male Jerry Kuhn. „Bayreuth hat uns immer wieder vor Probleme gestellt und ist unangenehm. Wir müssen hellwach sein und besser spielen als zuletzt“, fordert der Coach. Zweimal gewannen die Huskies knapp (3:2 und 4:3 n.P.)

Quelle: HNA

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