Eishockey-Zweitligist trifft auf Crimmitschau

Kassel Huskies erwarten "das wichtigste Spiel der Saison" gegen Crimmitschau

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Hoffnungsträger: Alexander Karachun (links), hier mit Leon Huingerecker (rechts) gegen den Frankfurter Carter Proft, ist aus Wolfsburg zurück im Huskies-Team. 

Für die Huskies geht es am heutigen Freitag ab 19.30 Uhr im Heimspiel gegen Crimmitschau darum, auf dem Weg zumindest in die Preplayoffs einen weiteren Rivalen abzuschütteln.

Sechs Punkte nur hat der Kasseler Eishockey-Zweitligist Vorsprung auf die Eispiraten. Bei einem Sieg wären es beruhigende neun, bei einer Niederlage nur noch drei und das Schreckgespenst Abstiegsrunde würde aufziehen. Also sagt Trainer Tim Kehler: „Es ist das wichtigste Spiel der Saison!“

Die Lage: In den Endspurt der letzten acht Spieltage gehen die Huskies nach dem erst vierten Sechs-Punkte-Wochenende mit gestärktem Selbstvertrauen. Der Aufwärtstrend, den Trainer Kehler schon beim 0:2 in Weißwasser ausgemacht hatte, wurde beim temporeichen, entschlossenen Auftritt gegen Bietigheim bestätigt. 

Bleiben zwei Fragen offen: 1. Bekommen die Kasseler endlich Konstanz rein und können eine Serie starten, die vielleicht doch noch direkt ins Viertelfinale führt? 2. Fällt die Truppe in alte Muster zurück und zeigt erneut Rumpelspiele gegen Teams der unteren Tabellenregion?

Das Personal: Vom Stamm fehlt lediglich Adriano Carciola wegen Leistenbeschwerden. Auch Eric Valentin ist noch nicht fit. Aber: Mit dem Wolfsburger Förderlizenzler Alexander Karachun steht den Kasselern ein zusätzlicher Stürmer zur Verfügung, „der uns neue Optionen in allen Sturmreihen beschert“, sagt Kehler. Karachun stand zuletzt am 22. Januar beim 4:1 gegen Frankfurt im Team, wo er Kehler auch mit zwei Vorlagen nachhaltig beeindruckt hat.

Das Sorgenkind: Tempo, Biss und läuferische Klasse waren die Grundlage der Siege in Deggendorf und gegen Bietigheim. Und dennoch gibt es eine Großbaustelle: Das Überzahlspiel der Huskies läuft nicht. Noch immer nicht, obwohl doch einzelne Spieler ausgetauscht wurden. Und trotz verstärkten Trainings auch mit Videostudium. Es fehlt an Strategen, an der ordnenden Hand, an der Präzision. „Unser Timing stimmt nicht“, sagt Sebastien Sylvestre, der Torzauberer. Und ist dennoch zuversichtlich, dass der Knoten bald platzt: „Wir arbeiten hart, versuchen, die Chemie zu verbessern zwischen denen, die im Powerplay auf dem Eis stehen.“

Der Gegner: Die Eispiraten haben daheim (5:2) und in Kassel (2:1) gegen die Huskies gewonnen und nur einmal auf eigenem Eis verloren (1:5). Einer zwischenzeitlichen Durststrecke mit nur einem Sieg in sechs Spielen, die letztlich Trainer Kim Collins den Job kostete, folgten zuletzt vier Erfolge in fünf Spielen. Und: Die Westsachsen haben einen neuen Coach. Danny Naud wird heute erstmals an der Bande stehen, unterstützt vom Ex-Kasseler Boris Rousson. Der 56-jährige Kanadier war einst als Verteidiger in Landshut und Augsburg gefürchtet, als Trainer hat er u.a. bei diesen beiden Klubs sowie in Ravensburg gearbeitet. Bis zum vergangenen Sommer war er Co-Trainer in Wolfsburg. In Crimmitschau erhielt er einen Vertrag bis Saisonende. Bei einem Team, vor dessen Offensivstärke Kehler eindringlich warnt: „Die Eispiraten sind explosiv und brandgefährlich mit drei Reihen, haben 34 Tore mehr erzielt als wir.“

Am Sonntag gastieren die Kasseler um 18.30 Uhr bei den Wölfen Freiburg, dem Tabellenvorletzten.

Kassel Huskies: Das ist der Spielplan für die Saison 2018/2019

Fakten zu den Specialteams der Kassel Huskies

Specialteams: In der Addition aus Über- und Unterzahleffektivität ist Bad Nauheim mit 112,1 Prozent der Ligaprimus, vor Bietigheim (108,1) und überraschend Bad Tölz (106,2). Die Huskies sind Elfter (95,1) vor den Wochenend-Gegnern Crimmitschau (93,6) und Freiburg (92,6). 

Überzahl: Auch hier ist Nauheim spitze (23,7%), weit vor Crimmitschau (10./16,3), Freiburg (11./16,3) und Kassel (13./15,6). Die Tore im Powerplay: Huskies 29 von 122, Eispiraten 30 von 156 und Wölfe 31 von 108. 

Unterzahl: Die erfolgreichste Mannschaft mit weniger Spieler ist Weißwasser mit einer Quote von 84,8 Prozent. Hier ist Kassel immerhin Siebter (79,6), es folgen Crimmitschau (11./77,3) und Freiburg (12./76,3). 

Gegentore in Unterzahl: Crimmitschau 49 von 182, Kassel 37 von 123, Freiburg 33 von 143. Besonderheiten: Die Huskies haben nur drei Gegentore in Überzahl kassiert („Shorthander“) und sind damit ebenso wie Freiburg Ligaspitze. Crimmitschau hat schon sechs Mal gepatzt. In eigener Unterzahl aber waren die Eispiraten schon zwölfmal erfolgreich. Noch besser ist Bad Nauheim (14).

Quelle: HNA

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