Nach enttäuschender Saison

Acht Spieler verlassen Kassel Huskies: Wer geht und wer bleibt

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Bekommt keinen neuen Vertrag: Adriano Carciola (31), hier vor dem Freiburger Philipp Rießle, trug insgesamt sechs Jahre lang das Huskies-Trikot in seiner Heimatastadt.

Gut zwei Wochen nach dem frühen Ende einer enttäuschenden Eishockeysaison sind bei den Huskies erste Personalentscheidungen gefallen.

Aktualisiert: 8.38 Uhr - Getreu seines Ziels, für die Zukunft ein Team mit mehr Talent, Größe und Profil sowie besseren Schlittschuh-Läufern zu formieren, hat Trainer Tim Kehler gravierende Einschnitte vorgenommen: Er plant ohne mindestens acht Spieler des bisherigen Kaders.

Sie müssen gehen 

Neben Jace Hennig und Jens Meilleur, die aus privaten Gründen nach Nordamerika zurückkehren, werden mindestens sechs weitere Spieler keine neuen Verträge bekommen: Die Ausländer Mike Little (31), Neil Manning (27) und Sam Povorozniouk (24) sowie Jannik Woidtke (27), Toni Ritter (29) und Adriano Carciola (31). Das Eigengewächs hat 2005/06 und seit 2014 315 Mal im Huskies-Trikot gespielt. „Natürlich sind das ganz schwere Entscheidungen gewesen. Schließlich sind sie alle tolle Typen, die ihr Bestes gegeben haben und mit denen die Zusammenarbeit Spaß macht“, erklärt Kehler. „Aber es geht um das Team und um eine erfolgreichere Zukunft der Huskies.“

Sie bleiben 

Der Coach hat aber auch andere Nachrichten parat. Denn „wir sind in der Planung bereits einen großen Schritt vorangekommen“, sagt Kehler. Zur neuen Saison wiederkommen werden nämlich neben Torwart Leon Hungerecker (20) und Abwehrspieler Derek Dinger (seit gestern 32) auch Torjäger Richie Mueller (36) und Verteidiger Nick Walters (24), bei denen Optionen auf ein Bleiben greifen, Mark Ledlin (21) sowie die Kasseler Jungs Lasse Bödefeld (20) und Bastian Schirmacher (21). Mit Tim Lucca Krüger (20) sind die Huskies im Gespräch. Torwart Gerald Kuhn (33) hat nach HNA-Informationen einen Vertrag in Kassel – allerdings bis Ende April mit einer Ausstiegsklausel für einen höherklassigen Klub.

Sie sind im Gespräch 

Wie aber sieht die Zukunft von Corey Trivino (29) und Sebastien Sylvestre (25) aus? „Bei den Ausländern haben wir den geringsten Zeitdruck, da ist der Markt groß“ sagt Kehler. Er plant mit drei Kontingentstürmern und einem Verteidiger. „Corey absolviert derzeit hier seine Reha. Er wird zur nächsten Saison sicher wieder zu 100 Prozent fit sein. Wie Sebastien ist er ein sehr guter Spieler. Aber das heißt nicht, dass beide zwingend nach dem Sommer wiederkommen“, erklärt Kehler. Alexander Karachun entwächst dem Förderlizenzalter. Kehler hält große Stücke auf den Stürmer, ist in engem Kontakt mit dem 24-jährigen Wolfsburger. „Er versucht natürlich, in der DEL zu bleiben. Aber in der DEL2 sind wir seine erste Adresse“, sagt Kehler. Rob Flick, Crimmitschaus Topstürmer, steht wohl vor einem Wechsel in die DEL. Zur Perspektive der bisherigen Huskies Alex Heinrich, Andy Reiss, Marco Müller und Michi Christ gibt es aktuell keine Information. Die Förderlizenzler Eric Valentin (22) und Valentin Busch (21) stehen weiterhin in Wolfsburg unter Vertrag.

Das ist mit der Kooperation 

Während Wolfsburgs DEL-Manager Charlie Fliegauf kürzlich von einer Fortsetzung der Kooperation mit den Huskies ausging, haben die Kasseler darüber noch nicht entschieden. „Wir reden auch mit anderen potenziellen Kandidaten“, erklärt Trainer Kehler, will aber rasch die Weichen stellen. Denn: Maximal 17 Spieler über 24 Jahre dürfen im Kader stehen, ab 2021 nur noch 15. Kehler: „Gute junge deutsche Leute sind rar und sehr gefragt. Sie zu bekommen, das ist eine Herausforderung. Darum kann es wichtig sein, den optimalen Partner zu haben.“

Die nächsten Schritte 

Trainer Kehler wird nun doch erst in der nächsten Woche nach Vancouver heimkehren und dort die Planung vorantreiben. Er verantwortet die Kaderbildung, wird dabei unterstützt von Geschäftsführer Joe Gibbs und Sportdirektor Rico Rossi. „Ich habe schon früher bei den Junioren und beispielsweise in Frankfurt gemeinsam mit Rich Chernomaz die Teams zusammengestellt. Mit diesem Job bin ich sehr zufrieden“, sagt Kehler.

Tim Kehler wird Trainer bleiben.

Quelle: HNA

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