Huskies-Zukunft: Auch Hallenbetreiber muss Konzept vorlegen

Kassel. Bernhard Ewers wiederholte es mehrfach: „Es geht nicht gegen die Betreiber der Eissporthalle, es geht auch nicht darum, Misstrauen aufzubauen. Sondern für die Eishockey-Jugend steht eine elementare strategische Frage an."

Das erklärte der Schatzmeister des Klubs am Freitag nachdrücklich. Doch all sein Bemühen, die persönliche Schärfe aus der Diskussion über die Zukunft des Kasseler Eishockeys mit dem Betrieb einer ersten Mannschaft durch eine neu zu gründende Kapitalgesellschaft, schlug fehl.

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Zu aufgeheizt war die Atmosphäre bei einer kurzfristig einberufenen Informationsveranstaltung des Klubs über die Art und Weise, wie das irgendwann wieder professionelle Eishockey vom gemeinnützigen Verein zu trennen sei. „Alles ist offen, wir müssen nichts übers Knie brechen und wollen die Mitglieder auch nicht unter Druck setzten“, beteuerte Ewers. Vergeblich.

Denn die Mitglieder waren ebenso wie die nach eigener Aussage nicht einmal offiziell eingeladenen Vertreter des Eissporthallen-Betreibers erzürnt über den unglücklichen Termin so kurz vor dem Frankfurt-Spiel am Abend, sondern auch über das Auftreten des EJK-Vorsitzenden.

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Mehrfach wurde Marc Berghöfer die Stimmungsmache gegen die Hallenbetreiber vorgeworden. Hatte er unter anderem doch behauptet, die KEBG hätte mitteilen lassen, sie werde nur über die Zukunft des Kasseler Eishockeys weiter verhandeln, wenn alle Rechte an der zukünftig professionell betriebenen ersten Mannschaft an die Hallenbetreiber abgetreten würden.

Am Ende der Versammlung schien es offenkundig so, dass weitere Verhandlungen des Klubs mit Stefan Traut als Geschäftsführer der Kasseler Eissporthalle-Betriebsgesellschaft (KEBG), Uwe Schultze als Partner von Dennis Rossing und dem sportlichen Berater der KEBG, Daniel Lammel, wohl kaum noch mit Berghöfer vorstellbar sind. „Was hat Herr Berghöfer dazu beigetragen, dass es der Eishockey-Jugend besser geht als je zuvor?“, fragte ein Mitglied. Schultze verstieg sich gar zur Spekulation, ob es beim Verein bereits einzelne Mitglieder gebe, die sich von ihrer selbstlosen, ehrenamtlichen Tätigkeit verabschieden und eine zukünftig hauptberufliche Tätigkeit bei der Kapitalgesellschaft anstrebten.

Das ersehnte Duell: Huskies gegen Frankfurt

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Polemik also hüben wie drüben und gereizte Stimmung allenthalben. Und am Ende forderten nicht nur die Mitglieder die EJK-Macher und die KEBG-Verantwortlichen zu gemeinsamen Gesprächen und zur Entwicklung alternativer Konzepte auf, sondern auch Harold Grönke vom Sponsor HNA: „Dennis Rossing und Rosco haben in den vergangenen drei Jahren keine tragfähigen Konzepte vorgelegt. Jetzt ist die Zeit reif dafür, einen Strich zu ziehen und in Ruhe und Sorgfalt so etwas auf die Beine zu stellen.“

Und das mit langfristiger Wirkung, wie KEBG-Berater Daniel Lammel meint: „Am besten für drei Jahre. Damit wir nicht jedes Jahr aufs Neue wieder diskutieren müssen, wie es weitergehen wird.“ Dass beide Seiten daran ein vitales Interesse haben (Lammel: "Der Verein kann sich keine Halle leisten, also muss sich der Hallenbetreiber einen Verein leisten."), war allem emotionalen Gewitter zum Trotz schon beim Verlassen des Saales wieder zu spüren. Denn zumindest einzelne Vertreter von Verein und Hallenbetreiber suchten sofort wieder ein sachliches, ausgleichendes Gespräch. (sam)

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Quelle: HNA

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