So bereiten fünf Kasseler auf die neue Saison vor

Kassel Huskies: So trainieren die Profis jetzt

Michi Christ und Jerry Kuhn machen auf einem Bein stehend auf einem Springbrunnen Kniebeugen.
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Übung für die Oberschenkelmuskulatur und das Gleichgewicht: Michi Christ (links) und Jerry Kuhn beim Außentraining in einem Park auf der Marbachshöhe.

Die Eishockeyprofis in der DEL2 konzentrieren sich derzeit auf ihre eigene Fitness. Wir haben fünf aus der Familie der Kassel Huskies besucht.

„Eigentlich fühlt es sich gerade nicht so mehr so an, als wäre ich noch ein Eishockeyspieler.“ Und das liegt nicht daran, dass Jerry Kuhn die Schlittschuhe und Torhüterausrüstung an den Nagel gehängt hätte.

Vielmehr ist diese Aussage den besonderen Umständen dieser Tage geschuldet. Nicht nur Kuhns kleiner Sohn Brixen (2) fragt seinen Papa wehmütig, wann es denn endlich wieder losgehe in der Eishalle.

Auch die Kasseler Eishockeyprofis wüssten das gern. Sie hängen in der Schwebe. Denn die Planungen, wann die Saison und damit auch die Vorbereitungen der Mannschaften starten können – all das steht derzeit noch nicht fest und liegt auch nicht in ihren Händen.

Was sie aber beeinflussen können, ist ihre eigene Fitness. Und so sind sie nun auf der Suche nach Gleichgewicht: In den Übungen, um körperliche Schwachstellen auszugleichen. Mental, um auf neue Ziele hinzuarbeiten.

Nach Monaten des coronabedingten Einzeltrainings schwitzen einige aus der Familie der Kassel Huskies nun wieder gemeinsam. Mit dem nötigen Abstand versteht sich. Und auch wenn einzig Jerry Kuhn aus dem Trainings-Quintett bislang einen Vertrag für die neue Saison beim DEL2-Klub unterschrieben hat.

Der US-Amerikaner mit deutschem Pass, Michi Christ, Derek Dinger, Marco Müller und Alex Heinrich, der künftig für den Oberligisten Hannover Scorpions spielt, holen sich viermal pro Woche bei Personal Trainer Andreas Schumacher von Nutreas Athletics in Eigenregie den Schliff für die neue Saison.

Da deren Startschuss am 11. September wohl nicht zu halten sein wird, steht auch der Coach vor einer besonderen Herausforderung. „Man weiß nicht, wie viel Zeit man für die Vorbereitung hat“, erklärt er. In den vergangenen Wochen haben die Spieler anhand persönlicher Trainingspläne gearbeitet. „In der Ausdauer sind sie weiter als zu vergleichbaren Zeitpunkten der vergangenen Jahre“, erklärt Schumacher. „Sie waren viel Radfahren.“

Dafür geht’s beim Training mit Gewichten jetzt erst wieder los. „Das ist elementar, um neben der Grundkraft auch die Schnellkraft und Reaktivkraft zu verbessern.“

Daneben geht’s natürlich auch um Mobilisation, Hand-Augen-Koordination – eben all das Eishockeyspezifische, was die Vorbereitung in den Sommermonaten ausmacht. Die lange Zwangspause seit dem letzten Hauptrundenspiel am 1. März hatte ein Stück weit auch ihr Gutes: „Die Jungs hatten richtig Zeit, Verletzungen auszukurieren“, erklärt Schumacher.

Jeder aber ist anders durch diese Zeit gekommen. Christ etwa hat trainiert, aber weniger eishockeyspezifisch. „Ich habe mich auf die Uni konzentriert. Denn ich war mir schon bewusst, dass die Saison wohl später losgeht.“

Kuhn, der mit seiner Familie im Haus von Christs Eltern lebt und „jetzt zur Familie gehört“, wie Christ betont, gesteht: „Es war zeitweise schon eine Herausforderung. Ich bin zwei, drei Monate nur zum Einkaufen draußen gewesen. Wir wären gern Ende Mai für ein paar Wochen zu unserer eigenen Familie in die USA geflogen. Das ging nicht. Unsere Tochter Andi vermisst ihre Großeltern.“

Statt wie in den Vorjahren also mit seinem Torhüter-Coach in Michigan zu trainieren, hat Kuhn sich im eigens eingerichteten kleinen Fitnessstudio zuhause und beim Inlinehockey in Kassel fit gehalten. Und mit einem Satz spricht er allen aus dem Herzen: „Es wäre schön, endlich ein konkretes Datum zu haben, wann die Saison beginnt.“

Die ersten Tage bei Nutreas Athletics sind übrigens nur eine Art Warmlaufen. Coach Schumacher kündigt an: „Ab nächster Woche ziehen wir das Tempo an.“ Und wenn die neue Kältekammer – eine Art Eistonne für Menschen – demnächst verfügbar ist, gibt’s zumindest einen Hauch von kühlen Temperaturen für die Huskies. Denn wie Dinger sagt: „Die Lust auf Eishockey ist einfach riesengroß.“

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