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Huskies schlagen Crimmitschau 4:3 nach verrücktem Spiel

Kassel. Was für ein Eishockey-Abend in der Kasseler Eissporthalle: Ein flotter Dreierpack der Huskies, der überraschende Ausgleich, eine lange Zwangspause, Verlängerung, bevor John Zeiler 13,2 Sekunden vor dem Ende die Huskies und 3026 begeisterte Zuschauer doch noch erlöst.

4:3 (3:0, 0:3, 0:0, 1:0) schlagen die Huskies die Eispiraten Crimmitschau nach Verlängerung in einem verrückten DEL-2-Spiel.

Aber der Reihe nach. Die Huskies waren erstmals in dieser Saison in Bestbesetzung auf dem Eis, spielten mit sieben Verteidigern und vier kompletten Sturmreihen. Nach zerfahrenem Beginn hatten die Huskies des ersten Drittels ihren klaren Kopf und die Übersicht wiedergefunden und kombinierten sich einmal rund ums Crimmitschauer Tor zum 1:0 (16. Minute): Jens Meilleur passte auf Carter Proft, der legte quer zu Sven Valenti und der erzielte überlegt die Führung. Ein Treffer wie aus dem Lehrbuch. 117 Sekunden später zog Michi Christ die Verteidiger der Eispiraten auf sich, Meilleur nutzte die Lücke – 2:0 (18.). Und mit dem Glück des Tüchtigen markierte Mike Collins nur 59 Sekunden später das 3:0, als Sebastian Albrecht der Puck durch die Schoner rutschte. Drei Tore in 176 Sekunden – Crimmitschau hatte erst am Freitag in 172 Sekunden vier Treffer gegen Dresden kassiert.

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Doch wie schnell so ein eigentlich sicher scheinender Vorsprung auch wieder schmelzen kann, zeigten die Eispiraten kurz nach dem Wiederanpfiff – wenn auch mit freundlicher Unterstützung der Huskies. Zweimal musste Michi Christ auf die Strafbank, zweimal machten die Gäste aus Sachsen in Überzahl kurzen Prozess – und so stand es plötzlich nur noch 3:2. 50 Sekunden brauchten die Eispiraten für diesen Doppelschlag. Und dann war da ja noch diese Aktion von Huskies-Verteidiger Marco Müller, der Torhüter Mika Järvinen so unglücklich anschoss, dass der den Puck ins eigene Tor beförderte – plötzlich stand es also 3:3. Und wie reagierten die Huskies? Sie schnauften einmal tief durch, legten den Vorwärtsgang ein und wollten dieses vierte Tor nun irgendwie erzwingen. Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels liegt es in der Luft. In Überzahl drischt Matt Tomassoni den Puck aufs Tor, die Scheibe springt zurück – kein Tor. Dann versucht John Zeiler sein Glück, doch sein Schuss landet am Pfosten. Und so geht es mit 3:3 in die Pause, die eben eine halbe Stunde länger dauert als normalerweise.

Fotos: Huskies gegen Crimmitschau

Kassel Huskies gegen Eispiraten Crimmitschau

Den Teams scheint es nichts auszumachen. Im Gegenteil. Das Schlussdrittel ist das beste, das hitzigste des Abends. Die Huskies kommen mit Tempo aus der Pause. Zeiler, Adriano Carciola scheitern nur knapp. Mika Järvinen rettet im Gegenzug spektulär mit dem Helm. Verlängerung. Es riecht nach Penaltyschießen. Doch es kommt ja noch John Zeiler. 13,2 Sekunden macht er den unterm Strich verdienten Sieg perfekt.

Von Michaela Streuff   

SR: Schmidt (Brackwede), Z: 3026 Tore: 1:0 (15:38) Valenti (Proft, Meilleur), 2:0 (17:35) Meilleur (Proft, Christ), 3:0 (18:34) Collins (Carciola), 3:1 (23:38) Hutchings (MacQueen - 5:4), 3:2 (24:28) Walsh (MacKay - 5:4), 3:3 (31:33) Schietzold, 4:3 (64:46) Zeiler, Strafminuten: Kassel 10 - Crimmitschau 8

Quelle: HNA

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