Sieg gegen langjährigen Co-Trainer Hugo Boisvert

Huskies wie im Rausch: 8:3 - und das bei Meister Bietigheim

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Achtmal konnten sie jubeln – und das beim Meister: Die Huskies mit (von links) Tyler Gron, Andy Reiss, Mike Little, Sam Povorozniouk und Jens Meilleur. Archivfoto: Joachim Storch

6:2 gegen Tölz – keine Überraschung. 6:2 gegen Deggendorf – auch ein normales Ergebnis. Doch nun kam der Gang zum Zweitliga-Meister. Und was passiert in Bietigheim? Die Huskies setzen einen drauf!

Sage und schreibe 8:3 (4:0, 2:1, 2:2) gewinnen die Kasseler Eishockeycracks. Sie demütigen ihren langjährigen Co-Trainer Hugo Boisvert, der nun als Chefcoach an der Steelers-Bande steht, und sie betreiben in einem denkwürdigen Auftritt beste Eigenwerbung für das Spitzenspiel am Mittwoch gegen Ravensburg.

An einem Tag, an dem (fast) alles gelingt, begünstigt ein kapitaler Patzer den Traumstart der Nordhessen: Steelers-Torwart Sinisa Martinovic, inzwischen 37, lässt einen Befreiungsschlag Valentin Buschs aus dem Kasseler Abwehrdrittel durch die Schoner hoppeln. 1:0 nach knapp fünf Minuten, dem nur 54 Sekunden später bereits das 2:0 folgt, als Adriano Carciola einen Konter krönt.

Gegen unkonzentrierte und schlecht organisierte Bietigheimer bestrafen die Gäste technische Fehler und schlechte Zuspiele konsequent. Ein weiterer schneller Gegenstoß führt zu Povorozniouks 3:0 (14.), ein von Jens Meilleur genutzter Blackout der Abwehr gar zum 4:0 (19.). In Überzahl pflückt der Stürmer nach einem Querschläger den Puck aus der Luft und hat alle Zeit, sich zu drehen und ihn ins Netz zu bugsieren.

Natürlich kann es so nicht weiter gehen. Allerdings: Die mit nur zehn Stürmern angetretenen Württemberger kassieren zu Beginn des zweiten Drittels drei Zeitstrafen in Folge. Aber selbst mit fünf gegen drei schaffen es die Huskies nun (zunächst) nicht, den Sack zuzumachen. Auch weil der eingewechselte Torwart Sharipov bei Richie Muellers Alleingang (22.) und bei freier Bahn für Andy Reiss (27.) seinen Vorderleuten Sicherheit gibt. Prompt verkürzen die Steelers durch Preibisch auf 1:4 – unmittelbar, nachdem Husky Busch von der Strafbank zurückgekehrt ist (33.).

Doch das Aufbäumen der nun bissigen Steelers bleibt ein Strohfeuer. Denn mit ihrem neunten Saisontreffer stellt Kassels Paradereihe den alten Abstand wieder her. Auf Vorarbeit von Neal und Mueller trifft Carciola zum 5:1 ( 37.). Und mit dem 6:1, nur 71 Sekunden später, macht Mike Little per Schlagschuss in Überzahl das halbe Dutzend voll und stellt endgültig die Weichen auf Sieg.

Denn im ausgeglichenen Schlussdrittel geben die Steelers alles für eine Verbesserung des Resultats, scheitern aber zweimal am Gestänge und mehrfach am starken Torwart Marcel Melichercik. Zwar legen Steingroß (54.) und in zweifacher Überzahl Weller (58.) zweimal vor, doch Tyler Gron (55.) bei Überzahl im Nachschuss und Toni Ritter nach Neals Konter in Unterzahl (59.) treffen noch für die Huskies.

Statistik: So haben die Huskies gespielt

Schiedsrichter: Gogulla/Müns. 

Zuschauer: 2930 Tore: 0:1 (4:26) Busch (Heinrich, 0:2 (5:20) Carciola (Walters, Mueller), 0:3 (13:59) Povorozniouk (Meilleur, Gron), 0:4 (18:50) Meilleur (Povorozniouk, Reiss - 5:4),1:4 (22:38) Preibisch (Wenzel, Lukes), 1:5 (36:55) Carciola (Mueller, Neal), 1:6 (39:06) Little (Gron, Povorozniouk - 5:4), 2:6 (43:25) Steingroß (McKnight, Preibisch), 2:7 (54:37) Gron (Povorozniouk, Little- 5:4), 3:7 (57:37) Weller (McKnight, Corrin - 5:3), 3:8 (58:33) Ritter (Neal - 4:5) Strafminuten: Bietigheim 16, Kassel 12.

Quelle: HNA

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