Eishockey

Kasseler erhalten Lizenz erneut ohne Probleme - ein Konkurrent nicht

Können für die nächste DEL2-Saison planen: Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs (links) und Trainer Tim Kehler.
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Können für die nächste DEL2-Saison planen: Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs (links) und Trainer Tim Kehler.

Die Kassel Huskies haben die Lizenz erhalten für die nächste Saison in der DEL2. Sensationell zunächst nicht dabei ist Mitfavorit Bietigheim Steelers.

Update von 18.10 Uhr: Kassel – Die Huskies können auch in der nächsten Saison in der zweiten Deutschen Eishockey-Liga spielen. Nach Abschluss des Lizenzprüfungsverfahrens haben die Kasseler wie zwölf andere Klubs von der DEL2 die Zulassung für die Saison 2020/2021 erhalten.

„Bei den Huskies wird seit Jahren schon immer wieder gute Arbeit im Lizenzantrag abgeliefert“, erklärte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. „Auch jetzt wurde die Zulassung relativ problemlos erreicht.“ Relativ? „Ja, denn tatsächlich haben es in diesen Coronazeiten alle Klubs nicht leicht, ihre Wirtschaftlichkeit darzustellen.“

Und so ist es auch für Joe Gibbs keine Selbstverständlichkeit, angesichts des 50 bis 60 Seiten dicken Lizenzantrags nun erneut die Lizenz erhalten zu haben. „Es ist schön, unter diesen Rahmenbedingungen Renés Nachricht und Einschätzung zu hören“, erklärte der Huskies-Geschäftsführer. Möglich sei dies durch Sponsoren und Fans, „die uns auch in dieser schwierigen Zeit die Treue halten und uns auf unserem Weg nach oben unterstützen“.

Der werde nun fortgesetzt, allerdings maßvoll in Etat- und Personaplanung. „Wir haben einen Ausländer unter Vertrag und insgesamt neun Spieler. Wir werden da jetzt nicht aggressiv auf den Markt gehen“, erläutert Gibbs.

Durchatmen und Freude also bei den Huskies und ihren Fans, Schock und Entsetzen dagegen in Bietigheim. Ausgerechnet das Zweitliga-Urgestein konnte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in den vorgegebenen Fristen des Lizenzprüfungsverfahrens nicht nachweisen, teilte die DEL2 mit. Die Folge: Dem vierfachen Meister von 2009, ’13, ’15 und ’18 sowie siebenfachen Finalisten wurde durch den Aufsichtsrat der Liga einstimmig die Lizenz verwehrt.

„Der Aufsichtsrat hatte nach Einhaltung aller Fristen der Lizenzordnung letztlich keine andere Wahl, auch aus rechtlichen Gründen und mit Blick auf die Fairness gegenüber den anderen 13 Klubs“, erklärte Ligenleiter Rudorisch auf Anfrage. „Wir dürfen nicht angreifbar werden.“

Rudorisch verweist auf den 24. Mai als Abgabetermin für die Lizenzanträge. Danach seien fristgemäß Nachfragen bei den Steelers erfolgt, sie seien dazu angehört worden „und sie hatten eine Woche lang Zeit zum Nachbessern“. All dies sei Anfang dieser Woche ausgereizt gewesen, und es musste der Beschluss gefasst werden. Gegen den können die Bietigheimer nun binnen einer Woche beim DEL-Schiedsgericht vorgehen, und das wollen sie auch tun.

Rudorisch betont, dass es bei der Lizenzerteilung insbesondere auch um den Wirtschaftlichkeitsnachweis der Vergangenheit geht: „Das hat mit der aktuellen Krise und der Situation wenig zu tun“. Die Anforderungen seien bei der Abgabe der Unterlagen bekannt gewesen und unverändert zu den Vorjahren.

Tatsächlich haben die Steelers die vergangene Saison nach eigenen Angaben mit 2600 Euro Plus abgeschlossen, schleppen aber von einst 1,3 Millionen noch immer 650 000 Euro Altlasten mit.

Fakt ist, dass der Verlust des langjährigen sportlichen Aushängeschildes der DEL2 Probleme bereitet. Zunächst gehe es darum, wie sonst auch mit 14 Klubs in die Saison zu starten – wann auch immer. Doch wer kann aus der Oberliga nachrücken, nachdem ja auf einen Absteiger aus der DEL2 verzichtet wurde, wenn es die Steelers wirklich erwischt? „Die Oberligen konnten nicht einmal in die gemeinsamen Playoffs starten, also müssen wir mit dem Deutschen Eishockey-Bund beraten und in der Nord- und der Südgruppe sehen, was sportlich fair und wirtschaftlich machbar ist“, erläutert Rudorisch.

Übrigens: Für die Verzahnung zwischen DEL und DEL2, die ab nächstem Sommer wieder möglich ist, habe das Aus der Steelers „keine primäre Bedeutung“, so Rudorisch. Denn die frühere Bedingung, dass sechs Zweitligisten sich um den Aufstieg bewerben mussten, sei schon lange kein Thema mehr. Rudorisch: „Der Meister 2021 darf hoch, wenn er das auch wirtschaftlich und mit der nötigen Infrastruktur stemmen kann.“

Und da haben die Huskies nun wohl einen Mitbewerber weniger. Denn nur die Steelers, die Löwen Frankfurt und eben die Kasseler haben sich für den sportlichen Aufstieg nach der kommenden Spielzeit beworben.

Saisonstart am 11.September auf der Kippe

Unterdessen sinken die Hoffnungen nun wieder, dass die DEL2 am 11. September und die DEL am 18. September wie geplant in die nächste Saison starten können. Die Oberligen haben ihren Auftakt bereits um drei Wochen auf Mitte Oktober verschoben. In Baden-Württemberg sind bis 31. Oktober nur Veranstaltungen mit 500 Teilnehmern erlaubt, in Bremen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern bis zu diesem Termin verboten. Auch in Berlin gibt es ähnliche Beschränkungen, in Bayern sind bei Sportveranstaltungen bis auf Weiteres keine Zuschauer zugelassen.

„Wir halten zunächst an unserem Termin fest. Die Frage ist aber, ob und wie lange wir das können“, erklärte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Weiterhin werde an Hygiene- und Abstandskonzepten gearbeitet, der verpflichtende Einsatz von Masken (auch FFP2) diskutiert. „Die Zuschauer sind das größere Problem als die Sportler“, sagt er, da es auf den Tribünen, an den Toiletten, bei Zu- und Abgängen kaum möglich sei, Abstand zu halten. „Wir wollen so zeitig wie möglich mit so vielen Zuschauern wie möglich in die Saison starten. Und mit 14 Mannschaften.“

Ursprüngliche Meldung: Die Kassel Huskies können auch in der nächsten Saison in der zweiten Deutschen Eishockey-Liga spielen. Sie haben die DEL2-Lizenz bekommen.

Nach Abschluss des Lizenzprüfungsverfahrens haben die Kassel Huskies wie zwölf andere Klubs von der DEL2 die Zulassung für die Saison 2020/2021 erhalten.

DEL2: Kassel Huskies bekommen Lizenz

Aber es gibt auch einen Paukenschlag: Ausgerechnet Zweitliga-Urgestein Bietigheim Steelers konnte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bis zum Abschluss und innerhalb der vorgegeben Fristen des Lizenzprüfungsverfahrens nicht nachweisen, teilte die DEL2 mit.

Keine DEL2-Lizenz für Bietigheim Steelers

Die Folge für die Bietigheim Steelers: Dem vierfachen Meister von 2009, 2013, 2015 und 2018 sowie siebenfachen Finalist wurde durch den Aufsichtsrat mit einstimmigem Beschluss die DEL2-Lizenz verweigert. Den Bietigheim Steelers steht aber der Rechtsweg vor das DEL-Schiedsgericht offfen.

Die Verantwortliche der DEL2 und der Kassel Huskies sind trotz Corona zuversichtlich: Grund dafür ist ein Hintertürchen der Bundesregierung für Hallensport.

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