Freitagspiel: Nach 1:2 gegen Straubing leuchtet Rote Laterne statt eines Signals

Die große Chance verpasst

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Der Appell der Fans auf dem Heuboden: Sie fordern Halleninvestor Dennis Rossing auf, den Staffelstab (Bildmitte) aufzunehmen und zur Rettung der Huskies gut festzuhalten.

Kassel. Niederlagen tun weh. Immer. Das 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) der Huskies am Freitagabend gegen Straubings Defensivkünstler aber wurde erst beim späteren Blick auf die Resultate der Rivalen und die Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga besonders bitter.

Denn statt mit dem vierten Heimsieg in Folge den Rückstand zu Platz zehn auf nur noch fünf Punkte zu verkürzen und ins Rennen um die Viertelfinal-Ausscheidung zurückzukehren, spülte das völlig unnötige Ende ihrer kleinen Erfolgsserie die Kasseler Puckjäger ans Ende der Rangliste. Die Rote Laterne leuchtet in Kassel statt des Signals: Wir sind wieder da! Oder immer noch da!

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„Das war eine große Enttäuschung. Ein schwerer Rückschlag. Wir hätten mit einem Sieg in diesem Sechs-Punkte-Spiel gegen einen direkten Konkurrenten einen großen Schritt nach vorn machen können“, bilanzierte Stéphane Richer. Und der Frust war dem Trainer deutlich anzusehen. Aber auch ein wenig Ratlosigkeit.

„Wir haben nichts umgesetzt von dem, was wir uns vorgenommen haben. Straubing hat mit seinen wenigen Leuten ganz einfach, clever und gradlinig gespielt“, sagt Richer.

„Sie haben zu Beginn aus drei Chancen zwei Tore gemacht und viele Kleinigkeiten besser erledigt. Wir waren viel zu kompliziert, haben zu oft den Puck verloren und so viel zu wenig Torschüsse erarbeitet.“ Allein Thomas Holzmann traf flach und verdeckt zum 1:2 (36.) ins Netz.

Fans senden Botschaft

Nein, dieselbe Mannschaft, die gegen Hamburg nach einem 1:3-Rückstand mit unwiderstehlichen Attacken noch umjubelt 4:3 gewonnen hatte, sie kam diesmal trotz einer körperlich regenerativen Woche nicht in die Gänge.

Wirkte allenfalls bemüht statt bedingungslos kämpfend. Und heizte so unfreiwillig die Diskussion bei den Fans an. Ob Trainer Richer das Team noch erreiche, ob den Spielern der Ernst der Lage nicht bewusst sei, oder ob es gerade der unbedingte Wille war, im Kampf um den Erhalt des Kasseler Eishockeys ein sportliches Signal geben zu müssen, der die Truppe lähmte statt beflügelte?

Das sind Fragen der Fans, die mit Daueranfeuerung und der Rückkehr etlicher ehemaliger Stammbesucher ihren Teil zur positiven Botschaft an Huskies- und Hallen-Investor Dennis Rossing leisteten.

„Es ist ganz schwer zu erklären. Aber ich glaube, wir haben zu viel gewollt und dabei verkrampft“, sagte Derek Dinger - und liegt damit wohl richtig. Hier ein, zwei Kringel zu viel (Leavitt, Schlager), dort nochmal ein Pass statt des direkten Wegs zum Tor. Und nicht nur der 22-Jährige, seit Wochen mit ständig beeindruckend steigender Formkurve, trauerte der ersten Großchance von Manuel Klinge nach, der schon nach zehn Sekunden am brillant reagierenden Torsteher Bales scheiterte. 1:0 statt 0:1 durch Stewarts Sonntagsschuss (7.) - das wäre der Schlüssel zum Sieg gewesen.

Dinger: Der Bart ist ab

„So aber sind wir nicht in Tritt gekommen und haben keinen Rhythmus gefunden“, bilanziert Dinger. Sein Fünf-Tage-Bart jedenfalls, mit dem er nach dem Hamburg-Sieg eine lange Siegesserie der Huskies begleiten wollte, der ist jetzt schon wieder ab.

Von Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

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