Niederlage in der Verlängerung

Video: Bitteres Derbyende für Kasseler Huskies beim 1:2 gegen Löwen Frankfurt

Kassel. Sie standen kurz vor einem mit letzter Kraft errungenen Derbysieg – und wurden am Ende bitter ausgebremst. Die Kassel Huskies hatten nach einem Tor von Conor Morrison zwei Minuten vor Schluss den Erfolg gegen die Frankfurter Löwen vor Augen.

Zwei harte Zeitstrafen brachten aber die 1:2 (0:0, 0:0, 1:1 - 0:1)-Niederlage in der Verlängerung, die auch der überragende Torhüter Mika Järvinen nicht verhindern konnte.

Ein Spiel braucht nicht unbedingt viele Tore, um rassig zu sein. Das erste Drittel zwischen den hessischen Rivalen blieb ohne Zählbares. Es bot nicht einmal viele Einschussmöglichkeiten. Spannend aber, spannend war es von der ersten Minute an. Weil beide Teams so zu Werke gingen, wie es sich für ein Derby gehört. Die Floskel „Kampf um jeden Zentimeter Eis“ sei an dieser Stelle einmal gestattet.

Die ersatzgeschwächten Gastgeber – Manuel Klinge, Sven Valenti und Mike Collins fehlten verletzt – wurden besser, als eine Zehnminutenstrafe gegen Michi Christ sie zusätzlich schwächte. Sie hatten die beste Möglichkeit beim Nachschuss von Morrison (18.), der aus kurzer Distanz vorbeischoss. Sie hatten allerdings auch Glück, dass ein Tor von Norman Martens erst fiel, als die Partie unterbrochen worden war.

Im zweiten Drittel blieb es kämpferisch. Es gab weiter keine Tore. Doch die Anzahl der Chancen, die nahm stetig zu. Die Löwen begannen stark, Schaub und Mazzolini hatten das 0:1 auf dem Schläger (22. und 23.), später tauchte auch Ziolkowski vor dem Tor auf (29.). In dem aber stand Mika Järvinen. Der hier parierte. Und der in der 36. Minute die Szene des Abends hatte, an deren Ende die Zuschauer tobend vor Begeisterung auf ihren Plätzen standen und aus den Lautsprechern Tina Turner erklang: Simply the best!

Einfach der Beste, dieser Finne, der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ, als mit Marco Pfleger und Marton Vas zwei Frankfurter auf ihn zustürmten. Pfleger täuschte den Schuss an, legte dann quer. Vas holte aus. Vas schoss. Doch Järvinen flog ins andere Eck und parierte.

Die Huskies hatten in dieser Phase vor allem in Überzahl ihre Möglichkeiten. Morrison, Zeiler, Proft - sie alle versuchten sich mehrfach, doch der Puck fand nicht den Weg ins Tor. „Die Kraft geht langsam aus. Heute ist das erste Tor ganz, ganz wichtig“, sagte Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs vor dem Schlussdrittel.

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Derby in der DEL2: Kassel Huskies gegen Löwen Frankfurt

Und es war so eine Sache mit der Kraft, nachdem auch Carciola zehn Minuten auf die Strafbank musste. Die Huskies wankten. Zu sehen an Stockfehlern. An Ausrutschern. An unkonzentrierten Pässen. Aber was machten sie aus dieser Situation? Sie holten alles aus sich heraus. Und sie erzielten das 1:0. Am Ende eines eher missratenden Überzahlspiels stand eine schöne Kombination, stand der Schuss von Conor Morrison.

In der 48. Minute war das das erlösende 1:0, dem Morrison gleich noch einen Pfostenkracher folgen ließ. Der Rest war eine Abwehrschlacht und immer wieder Järvinen. Doch als der Sieg schon greifbar war, da schlug Frankfurt noch zurück. Zweimal musste ein Husky raus, zweimal nutzte Frankfurt die Überzahl. Durch Schaub zum 1:1. Und in der Verlängerung durch Müller zum Sieg. Ganz bitter war das. Und der eine Punkt nur ein schwacher Trost.

SR: Westrich (Zweibrücken), Z: 5132, Tore: 1:0 (47:14) Morrison (Meilleur, Proft - 5:4), 1:1 (58:23) Schaub (Vas - 5:4), 1:2 (62:35) Müller (Cespiva, Liesegang - 5:4), Strafminuten: Kassel 8 + 10 Christ + 10 Carciola, Frankfurt 12 + 10 Reimer.

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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