Was läuft, was muss besser werden?

Erster Fan-Stammtisch der Huskies in der Kasseler Eissporthalle

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Was brennt den Huskies-Anhängern auf der Seele? Heute können Sie beim Fan-Stammtisch in der Eissporthalle mit den Verantwortlichen diskutieren.

Kassel. Beim ersten Fan-Stammtisch am heutigen Donnerstag in der Kasseler Eissporthalle stehen Geschäftsführer Joe Gibbs, Trainer Rico Rossi und Spieler des Kasseler Eishockey-Teams den Fans Rede und Antwort.

Sechs Spiele noch stehen an für die Huskies auf dem Weg in die Playoffs. Da wäre ein Erfolg gegen Heilbronn ein Meilenstein gewesen zum vierten Platz, zumal Kaufbeuren in Bad Nauheim unterlag. Vor allem aber wäre mit einem dritten Sieg in Folge die Trendwende geschafft gewesen. Sportlich, aber auch bei der Stimmung.

Nun soll eine Standortbestimmung her im lange überfälligen Dialog mit den Anhängern: Beim ersten Fan-Stammtisch am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, in der Championsbar der Eissporthalle stehen Geschäftsführer Joe Gibbs, Trainer Rico Rossi und Spieler des Kasseler Eishockey-Teams den Fans Rede und Antwort. „Wir machen es gerade jetzt – nach den unruhigen Wochen, die hinter uns liegen“, erklärt Gibbs.

Wir checken einmal vorab: Was läuft gut, was muss besser werden bei den Huskies?

Die Stimmung

Der Schulterschluss zwischen Fans und Team braucht noch Zeit. Nach den schwachen Auftritten im Januar und zeitweiliger Totengräberstimmung war die Atmosphäre am Sonntag gegen Bad Nauheim deutlich besser, da sprang der Funke endlich wieder über vom Eis auf die Ränge und umgekehrt – auch wenn Eishockey in Kassel längst nicht mehr das Erlebnis, das Wir-Gefühl früherer Jahre ist.

Dass am Dienstag gegen Heilbronn erstmals seit ewigen Zeiten nicht einmal mehr 2000 Zuschauer kamen, ist diesem Wandel, dem Werktag, dem Karneval und den winterlichen Straßenverhältnissen geschuldet. Gibbs tritt jenen entgegen, die meinen, die Zuschauerzahlen seien bei Heimspielen gegen die Klubs aus dem unteren Tabellendrittel schlechter geworden: „Wenn wir beispielsweise die Besucherzahl eines Bayreuth-Spiels vom Sonntag in dieser Saison mit der vergangenen vergleichen: Da kamen in diesem Jahr genau zwei Personen weniger.“

Der Sport

Schwache Spiele, mehr Niederlagen als sonst und erhofft ließen die Kritik der Fans auch an Trainer Rico Rossi rasch anwachsen. Kurios: Den einen ist er an der Bande zu ruhig, den anderen zu wild. Manchen wechselt er zuviel in den Reihen; andere sehen ein, dass Ausfälle durch Verletzungen und Sperren nur dann gut kompensiert werden können, wenn jeder mit jedem spielen kann. Hier ein paar Fakten:

Den Huskies fehlt die Konstanz – über 60 Minuten, über die gesamte Saison. Gegen Bad Nauheim waren 55 Minuten gut, dann war die Konzentration weg. Das Überzahlspiel funktioniert noch nicht wieder, weil es lange auf James Wisniewski zugeschnitten war. „Da muss sich die neue Struktur noch einspielen“, sagt Gibbs.

Und gegen Heilbronn fehlte am Ende auch noch im ausgeschlossenen Adriano Carciola ein Puckverteiler und Vollstrecker. Torhüter Markus Keller ist im Aufwind – kassierte zwar gegen die Falken zwei blöde Gegentore, zeigte aber auch viel mehr tolle Paraden. Das Trio Klöpper - Lambacher - Della Rovere ist die derzeit beste vierte Reihe der Liga.

Die Kooperation

Grundsätzlich ist die Kooperation der Huskies mit Mannheim eine gute Sache, nützt sie doch beiden Klubs und den jungen deutschen Spielern. „Wir haben John Rogl, Mirko Pantkowski, Kevin Maginot, Alex Lambacher, derzeit auch Phil Hungerecker – Mannheim bezahlt sie, bei uns spielen sie, wenn die Leistung stimmt. Diese Kooperationen sind wichtig fürs deutsche Eishockey. Denn es geht darum, junge deutsche Spieler auszubilden und ihnen viel Eiszeit zu geben“, betont Gibbs.

Und doch steht die Zusammenarbeit auf dem Prüfstand, weil sie in dieser Saison viel Unruhe in Kassel brachte und allzu oft die Nachteile für den Zweitligisten überwogen.

Die Halle

Der Renovierungsstau ist unbestritten und ein Ärgernis. Teure Investitionen in die Technik sind getätigt worden, aber für die Besucher nicht zu erkennen. „Wir sind dabei, Dinge zu verbessern. Aber das geht nicht alles auf einmal. Wir machen es Schritt für Schritt. Und wir wollen auch nicht jede Veränderung an die große Glocke hängen“, erklärt Gibbs. Bei der Sauberkeit der Toiletten etwa gibt’s endlich eine deutliche Verbesserung.

Die Außendarstellung

Tue Gutes und rede darüber – für die Huskies-Verantwortlichen ein Fremdwort. Allzu oft ist ihre Außendarstellung ebenso amateurhaft wie das Marketing. Der Fan-Stammtisch heute ist offenbar ein erstes Signal, dass die Kunden und ihre Kritik endlich ernster genommen werden. Der Eindruck herrscht vor, dass interne Strukturen nicht stimmen, dass zu viel Last allein auf Joe Gibbs ruht und personelle Alternativen fehlen. Gute Leute kosten nun mal gutes Geld – nicht nur auf dem Eis.

Quelle: HNA

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