Was war denn da los? Huskies-Stürmer Koziol trifft gegen Bad Nauheim versehentlich ins eigene Tor

Huskies-Stürmer Koziol nach Eigentor: „Hoffe, das passiert mir nur einmal“

Christoph Koziol

Bad Nauheim/ Kassel. Ein Puck gleitet ins leere Tor, die Gastgeber bejubeln den Treffer zum 6:2. An sich nichts Ungewöhnliches in einem Eishockey-Spiel. Und doch ist es einer jener Momente, die in diesem Sport nicht gerade auf der Tagesordnung stehen.

Es ist ein Augenblick, der für die Kassel Huskies zu einer kleinen Ewigkeit wird. Und über den später alle gleich urteilen.

„Ich hoffe, das passiert mir nur einmal in meinem Leben“, gesteht Unglücksrabe Christoph Koziol. „Es war sofort klar, dass der reingeht“, sagt Sportdirektor Daniel Lammel. „Es passiert in 1000 Partien vielleicht einmal. Da kannst du einfach nichts machen“, ergänzt Sven Valenti.

Die drei spielen damit auf die kurioseste Szene im Oberliga-Spiel zwischen den Roten Teufeln Bad Nauheim und den Huskies am Sonntagabend an. Es läuft die 55. Minute. Die Huskies greifen an, als Schiedsrichter Andreas Kissing eine Strafe gegen die Nauheimer anzeigt. Heißt: Das Spiel läuft zunächst weiter. Erst wenn ein Nauheimer den Puck berührt, muss Jannik Striepeke seine Zweiminuten-Strafe absitzen. Huskies-Torhüter Martin Fous verlässt, wie es in solchen Situationen üblich ist, sein Tor, um Platz zu machen für einen sechsten Feldspieler.

Pass verunglückt

Genau in diesem Moment verunglückt Huskies-Stürmer Christoph Koziol ein Pass auf Mitspieler Daniel Reiss. Der Puck erreicht nicht den Verteidiger, sondern nimmt Kurs auf das verwaiste Huskies-Tor. Auch Petr Sikora, der als sechster Spieler gerade das Eis betritt, kann ihn nicht mehr aufhalten.

Als Torschütze steht später der Nauheimer Andre Mangold im Spielbericht. Er war der letzte Rote Teufel, der den Puck berührte, bevor das Spielgerät die Linie im Tor der Huskies überquerte. Eigentore gibt es im Eishockey zumindest in der Statistik nicht. Der Treffer wird in solchen Situationen dem Spieler der Gegenmannschaft zugeschrieben, der als letzter den Puck berührt hat. Der vehemente Protest der Huskies beim Schiedsrichter nutzt nichts. Der Treffer ist regelkonform. Schließlich zählen auch Eigentore, die während einer angezeigten Strafe erzielt werden.

Suche nach Pechvogel

Gar nicht so einfach war übrigens die Suche nach dem Unglücksraben. Die Sicht von der Pressetribüne auf das Tor der Gegner war versperrt gewesen. Viele Spieler haben die Situation nicht richtig gesehen. „Ich habe in dem Moment nur auf den Puck geschaut“, sagt beispielsweise Valenti. Der 36-Jährige galt zunächst als Pechvogel. „Davon habe ich auch gehört“, sagt er und lacht. „Aber ich konnte es nicht gewesen sein, denn ich saß zu diesem Zeitpunkt auf der Bank.“ Auch über Michi Christ, Petr Sikora und Daniel Reiss wurde spekuliert, bis gestern am späten Nachmittag Christoph Koziol sagt: „Ich war es. Das war natürlich Mist. Es ist richtig unglücklich gelaufen. So etwas ist mir noch nie zuvor passiert.“ Einziger Trost für ihn: zu der Niederlage der Huskies hat das Eigentor nicht viel beigetragen.

Von Michaela Streuff

Quelle: HNA

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