Kasseler Eishockeyspieler unterliegen verspäteten Wolfsburgern klar

Harmlose Huskies 0:3

Versuch eines Bauerntricks: Husky-Torhüter Adam Hauser (von links) und Verteidiger Derek Dinger erwarten einen Schuss des Wolfsburgers Radek Krestan. Foto: Schachtschneider

Kassel. Zu spät gekommen und am Ende trotzdem vorn gelegen: Die Grizzly Adams Wolfsburg waren gestern in der Deutschen Eishockey-Liga für die Kassel Huskies ein zu starker Gegner, obwohl sie zwei Stunden im Stau auf der Autobahn steckten.

3000 Zuschauer mussten eine halbe Stunde länger auf das erste Bully warten. Dann erlebten sie eine einseitige, langweilige und emotionslose Partei. Gegen die spielstarken Gäste wirkten die Huskies behäbig und müde. Am Ende stand so eine 0:3 (0:1, 0:2, 0:0)-Niederlage und die Erkenntnis, dass Kassels Eishockeyspieler so den letzten Tabellenplatz so schnell nicht verlassen werden.

Dass hier an diesem Abend nichts gehen würde, das ahnten die Fans spätestens ab der 31. Minute. Da hatten die Gastgeber bei eineinhalb Minuten Fünf gegen Drei die Hoffnung, in die Partie zurückzukommen. Heraus kam aber ein bewegungs- und planloses Überzahlspiel, das fast keine Gefahr für das Wolfsburger Tor heraufbeschwor. Die Gäste führten weiter 2:0.Eine Führung, die verdient war. Fast schien es, als hätte das lange Sitzen im Bus den Bewegungsdrang der Grizzlys gefördert.

Allerdings hatten sie auch das Glück eines erfolgreichen Auftaktes. Schon nach 30 Sekunden kassierte Thomas Holzmann zwei Minuten. Seine Strafe war gerade abgelaufen, da kam Sebastian Furchner freistehend an den Puck und traf zum 0:1. Bitter für die Huskies, die danach aber zunächst auf den Ausgleich drängten. Josh Soares hatte die beste Chance, lief allein auf Torhüter Dshunussow zu, schob den Puck aber am Gehäuse vorbei (9.). Der Druck der Gastgeber nahm aber ein schnelles Ende - ebenso wie die Rückkehr des verletzten Bryan Schmidt. Der Verteidiger kassierte in der 11.Minute eine umstrittene Spieldauerstrafe.

Wie dem auch sei. Schiedsrichter Aumüller schickte Schmidt in die Kabine. Die Huskies schien das zunächst nicht groß zu kümmern. Sie überstanden fünf Minuten Unterzahl, hatten dabei durch Manuel Klinge und Ryan Kraft sogar noch richtig gute Konterchancen. Das aber war es dann. Im zweiten Drittel spielte nur noch Wolfsburg. Die Beine der Huskies schienen immer schwerer zu werden angesichts der spielerischen Unterlegenheit. Weitere Gegentore waren die logische Folge. Andreas Morczienietz (26.) und Ken Magowan (36.) sorgten schon für die Entscheidung.

Vielleicht wäre noch etwas möglich gewesen, hätte Hugo Boisverts krachender Schuss zu Beginn des Schlussdrittels den Weg ins Tor gefunden statt ans Lattenkreuz. So aber schritt die Partie emotionslos dem Ende entgegen, während die Fans auf dem Heuboden sich die Zeit vertrieben mit Gesängen abseits des Eises über Fan Uwe oder die Polizisten, die trotz freundlicher gesanglicher Aufforderung einfach nicht aufstehen wollten. Am Ende hieß es einfach nur: „Auf Wiedersehen!“ Denn viele Anhänger verließen die Halle schon vor dem Abpfiff.

SR: Aumüller (Planegg), Z: 3001

Tore: 0:1 (2:31) Furchner (Ulmer, Green), 0:2 (25:25) Morczinietz (Höhenleitner, Sulkovsky), 0:3 (35:52) Magowan (Ulmer, Furchner).

Strafminuten: Kassel 15 + Spieldauer Schmidt, Wolfsburg 12.

Ein Video gibt es unter www.hna.de

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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