Gegen Crimmitschau zeigt Hungerecker sein bestes Spiel im Huskies-Trikot

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Ein Abschied mit Jubel: Phil Hungerecker, hier gegen Dresden, erzielte ein Tor und bereitete ein weiteres vor.

Kassel. Zum Abschied gibt es im Kabinengang eine innige Umarmung und Huskies-Trainer Rico Rossi ist anzusehen, wie ungern er seinen Musterschüler wieder ziehen lässt.

Doch es gibt kein Zurück mehr für Phil Hungerecker: „Am Dienstag geht in Mannheim das Training wieder los“, sagt der Eishockeystürmer. Er weiß, dass auch beim DEL-Neunten große Hoffnungen auf ihm ruhen, um in den letzten drei Hauptrundenspielen doch noch auf direktem Weg das Viertelfinale zu erreichen.

Fünf Einsätze hat Hungerecker nun für die Kasseler bestritten, der letzte war sein bester. Beim 3:1 gegen Crimmitschau bereitet er das 1:0 mustergültig vor mit einem Rückpass auf Thomas Merl, das 2:0 erzielt er selbst nach perfekter Kombination über Andy Reiss und Tyler Gron.

„Am Anfang war es schwer, wieder reinzufinden in das Kasseler System“, gesteht der 23-Jährige, aber mit drei Siegen hat er immerhin eine positive Bilanz und fahre nun mit einem guten Gefühl zurück zu den Adlern. „Schade nur, dass unsere Spiele gegen Heilbronn und in Freiburg so blöd gelaufen sind, da war mehr drin.“

Er habe versucht, Spaß reinzubringen ins verunsicherte Huskies-Team und selbst Spaß zu haben mit den Jungs. Beides sei gelungen, „und spielen ist immer besser als trainieren“. Hungerecker ist froh, „dass Rico uns junge Spieler weiter gut fördert. Ich konnte hier Überzahlspiel üben und durfte auch am Ende ran, als die Spiele spitz auf knopf standen. Das habe ich in Mannheim ja dann doch nicht.“

Um die Zukunft der Kasseler ist dem Sturmtalent nicht bange. „Die Huskies sind bekannt und gefürchtet für hartes, körperbetontes Spiel. Und die Mannschaft hat Charakter, Beides muss sie zeigen, dann kann es noch weit gehen“, sagt Phil Hungerecker.

Die Partie gegen Crimmitschau war ein guter Schritt dorthin. „Das Wichtigste sind die drei Punkte, natürlich“, bilanzierte Trainer Rossi sichtlich erleichtert. „Aber es gab viele Details, die zuversichtlich stimmen und uns Stärke geben.“

Das begann bei Markus Keller im Kasten, der eine Topleistung gebracht hat und im schwachen zweiten Drittel die vielen Fehlpässe seiner Vorderleute mit Glanzparaden in Serie wieder ausbügelte. Zu nennen ist die Steigerung der Specialteams, die in Unterzahl selbst in insgesamt 2:50 Minuten mit drei gegen fünf nichts anbrennen ließen, das 2:0 im Powerplay erzielten und schließlich am Ende mit fünf gegen sechs durch Evan McGrath das 3:1 ins verwaiste Eispiraten-Gehäuse schafften.

Da sind aber auch die Emotionen, da ist der Kampfgeist, mit dem sich die Kasseler in die Schüsse der Crimmitschauer warfen und im letzten Drittel zurückfanden zu mentaler und spielerischer Stärke.

„Die vielen Diskussionen der letzten Wochen haben bei Spielern und Fans den Ehrgeiz und den Stolz neu belebt, zur großen Huskies-Familie zu gehören“, sagt Rossi. „Die Kasseler Tugenden kehren im richtigen Moment zurück.“

Phil Hungerecker aber wird dies nicht. 20 Spiele müsste er in dieser Saison für die Huskies bestritten haben, um als Förderlizenzer in den Playoffs wieder eingesetzt werden zu können. Doch es waren nur sieben.

Quelle: HNA

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