Nach Trainingslager zurück in Kassel

Frisch frisiert vor die Kamera: Mediaday bei den Kassel Huskies

Beim Videodreh: HNA-Redakteur Andreas Berger (links) nimmt die Kurzvorstellungen der Spieler auf. Im Bild (von rechts) Marcel Melichercik, Derek Dinger, Alex Heinrich, Andy Reiss.

Kassel. Die Huskies sind zurück in Kassel. Eine Woche Trainingslager in Wolfsburg und ein Turniersieg in Braunlage liegen hinter ihnen. Am Montag war zwar frei - dennoch standen die Spieler auf dem Eis.

Es war eine körperlich harte Woche für die Eishockeyspieler. Am Montag kann das Team von Trainer Rico Rossi durchschnaufen. Frei hat es trotzdem nicht. Der DEL-2-Klub hat zum Mediaday geladen.

So ein Mediaday, ein Tag für die Medien, ist neu bei den Huskies. Er soll ein weiterer Schritt sein auf dem Weg zu mehr Professionalität im Umfeld der Mannschaft. Für die Spieler heißt das: Sie müssen auch ohne Training in ihre Ausrüstung steigen. Für die Vertreter der Presse heißt es: anrücken. Und gespannt sein, was so ein Mediaday mit sich bringt.

Zunächst einmal: die Frage nach der richtigen Tür. Spieler-Eingang? Ist eigentlich tabu. Vip-Eingang? Ist geschlossen. Eingang zum Medienraum? Eine Baustelle. Es riecht nach Farbe. Die Vorbereitungen für die Saison laufen also. Und der Spielertunnel gibt den Blick frei auf Nebelschwaden. Auf beschlagene Plexiglas-Banden. Es ist also soweit. Das Eis ist gemacht. Und auf diesem Eis stehen drei Bankreihen, ist eine Art Mini-Fotostudio aufgebaut.

Es stellt sich dann ziemlich schnell heraus, dass dieser Mediaday vor allem das ist: Die gebündelte Möglichkeit, Mannschaftsfoto und Spielerporträts zu erstellen. Am Rande ein paar Gespräche zu führen mit den Spielern. Termine zu machen für Interviews, die geführt werden sollen im Vorfeld der Saison. Und als die Spieler, angeführt von Michi Christ, auf das Eis kommen, da ist es, wie es immer ist bei den Eishockey-Spielern. Sehr locker geht es zu. Es werden Sprüche gemacht und Scherze. Behandschuhte Fäuste strecken sich zum Gruß entgegen. Auffällig: Viele Huskies scheinen frisch frisiert. Eine Ansage vom Trainer? „Nein“, sagt Rückkehrer Derek Dinger, „das ist auch nicht nötig. Wir repräsentieren einen Profiklub. Wir haben einen Hauptsponsor wie Volkswagen auf der Brust. Da wissen wir, wie wir zu einem solchen Termin zu erscheinen haben.“

Das Mannschaftsfoto dirigiert trotzdem der Chef. Rossi verteilt die Positionen. Du hierher. Du dahin. Für die Spieler in der hinteren Reihe wird das ein Balance-Akt. Sie müssen in Schlittschuhen auf der Holzbank stehen.

Kriegen sie natürlich problemlos hin. Eishockeyspieler sind glatteren Untergrund gewohnt. Nach den Einzelporträts schickt Pressesprecher Christoph Steinbach die Spieler zur Bank. Hier dreht die Online-Redaktion unserer Zeitung ein Video für die Saisonvorstellung. „Von rechts nach links. Erst die Torhüter, dann Verteidiger, dann Stürmer. Namen, Rückennummer, Position ansagen. Und wer will, noch einen Satz zu den Huskies“, sagt Steinbach.

Bleibt die Frage: Wer übernimmt die Poleposition. „Du nach vorn, du bist die Nummer eins“, sagt Leon Hungerecker zu Marcel Melichercik. Antwort: „Aber du bist der Jüngere.“ Der Erste in der Reihe also: Hungerecker.

Geschäftsführer Joe Gibbs ist unterdessen auch in die Halle gekommen. Wie war sein Sommer? „Viel zu kurz“, sagt Gibbs lachend. Klar. Es kommt nun wieder viel Arbeit auf die Huskies zu. Die Eiszeit in Kassel hat begonnen.

Das fertige Video und aktuelle Fotos des Kader finden Sie am Samstag an dieser Stelle.

"Endlich wieder auf dem Eis": Das sagen die Spieler

Für den einen ist die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, andere betreten Neuland in der Kasseler Eissporthalle. Das sagen die Spieler.

Verteidiger Derek Dinger, gebürtiger Kasseler und zuletzt in Augsburg: „Ich freue mich, endlich wieder zu Hause zu sein, endlich wieder in dieser Halle zu stehen. Sie ist Kult. Jetzt weiß ich, warum sich St. Pauli und Darmstadt für ihre Stadien feiern. Sportlich hat es gut angefangen: Wir haben ein erfolgreiches Wochenende hinter uns, haben uns Schritt für Schritt gesteigert. So kann es weitergehen.“ 

Stürmer Sam Povorozniouk (USA) absolvierte am Ende der vergangenen Saison bereits neun Spiele für die Huskies: „Es ist klasse, wieder hier zu sein, für mich war das Angebot aus Kassel perfekt. Auch wenn sich die Mannschaft verändert hat, einen Teil der Jungs kenne ich noch aus dem Frühjahr. Und das macht es einfacher, sich wieder einzuleben, als wenn alles komplett neu ist. Ich freue mich besonders darüber, dass Tyler Gron geblieben ist, wir verstehen uns super. Und wir alle haben ein Ziel: mit den Huskies die Meisterschaft zu gewinnen.“ 

Stürmer Richie Mueller, Topscorer der Saison 2017/18, kommt vom SC Riessersee und war vor der Insolvenz 2010 Kurzzeit-Husky: „Damals war ich nur sechs Wochen hier, deshalb ist es jetzt für mich ein Neustart. Die Entscheidung für die Huskies war einfach: In Kassel gibt’s eine große Eishockey-Tradition, die Atmosphäre hier ist immer großartig. Außerdem trägt das Team die Siegermentalität in sich. Ich freue mich auf die Saison.“

Lesen Sie dazu: Erfolg in Braunlage: Huskies gewinnen den Wurmberg-Cup

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