Kasseler Spieler nach Rossing-Rede weiter im Ungewissen

Erst Hausaufgaben, dann Verträge

Kassel. Sie haben gut gegessen, ein Gläschen getrunken und sich bestens unterhalten. In ihrer Zukunftplanung aber sind die Spieler der Kassel Huskies am Mittwoch beim Neujahrsempfang nicht vorangekommen.

"Viel haben wir nicht erfahren, für mich haben sich keine neuen Perspektiven ergeben", sagt Thomas Holzmann. Der Jung-Nationalspieler steht bei einigen DEL-Klubs hoch im Kurs, bestätigt aber auch aktuelle Gespräche mit Huskies-Noch-Eigentümer Rainer Lippe über eine Vertragsverlängerung in Kassel. Was wird? "Ich weiß es noch nicht."

Das sieht auch für Verteidiger René Kramer und Stürmer Manuel Klinge nicht anders aus. "Das hört sich alles gut an mit der Multihalle - wenn sie denn wirklich kommt", spekuliert Kramer. Zeitlichen Druck aber zum Planen seiner Zukunft verspüre er nicht: "Ich bin voll und ganz bei dieser Saison, nur das zählt jetzt. Über das, was danach kommt, mache ich mir noch keinen Kopf. Ich habe noch nichts unterschrieben, nirgendwo."

Ebenso wie Nationalspieler Klinge, der sich aber möglichst noch vor den Olympischen Winterspielen ab 12. Februar entscheiden will, wo er künftig spielen wird. Bei seinem Abwägen, auch weiterhin ein Husky zu bleiben, sei er freilich "heute nicht wirklich weitergekommen". Auch wenn sich die Multihallen-Pläne von Investor Dennis Rossing gut anhören, so werde doch noch "viel Zeit verstreichen, bis sich für uns Spieler konkrete Vertragsangebote ergeben können". Immerhin: Der Nationalspieler findet es seriös und völlig okay, "dass Rossing in seinem guten Vortrag nichts schöngeredet hat".

Dazu bestehe auch keinerlei Anlass, wie Hoffnungsträger Rossing erläutert. Er wirbt um Verständnis bei den Spielern, dass er nun auf die Schnelle keine Vertragsangebote unterbreiten könne. "Wir wissen ja nicht einmal, welch ein Budget für die nächste Saison zur Verfügung stehen könnte. Wir müssen ganz einfach erst unsere Hausaufgaben erledigen." Zunächst einmal führe Rainer Lippe bis zur Entscheidung über die Übernahme weiterhin die Geschäfte - und verantworte daher auch die sportliche Planung. "Aber Sie können sicher sein, dass wir uns auch auf dem sportlichen Sektor rasch einarbeiten wollen", sagte Rossing. "Obwohl das für uns völliges Neuland ist."

Dazu gehöre auch, sich nun rasch eine "hoch qualifizierte, professionelle Mannschaft zu suchen, die die Mannschaft auf dem Eis zusammenstellt und führt". Dabei sei Fabian Dahlem einer der ersten Ansprechpartner. Noch am Mittwochabend wurden erste Gespräche mit dem aktuellen Co-Trainer geführt. "Zum Kennenlernen", wie Dahlem sagt. Über Inhalte schweigt er sich kurz nach seinem 44. Geburtstag aus, bewertet Rossings Pläne aber rundherum positiv. "Ich bin für alles offen und es wäre super, wenn es für das Kasseler Eishockey gute neue Perspektiven gäbe."

Von Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

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