Erfolgreicher Protest: DEL-Test in Kassel abgesagt

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Fans der Kassel Huskies: Hier jubeln sie über einen Treffer in der Hessenliga, sie freuen sich aber ebenso über die Absage des Testspiels zwischen zwei DEL-Klubs.

Kassel. Erfolg für die Eishockey-Fans in der Region: Ihr Protest gegen das geplante Testspiel zwischen den DEL-Klubs Hamburg Freezers und EHC Wolfsburg in der Kasseler Eissporthalle hat derart hohe Wellen geschlagen, dass die Verantwortlichen nun gehandelt haben.

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Mittwoch Nachmittag hat die Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft KEBG die für den 2. September geplante Austragung der Partie abgesagt.

„Die Entscheidung ist mir letztlich leicht gefallen. Mir sind unsere Fans wichtiger als zwei DEL-Teams“, sagt Stefan Traut, Geschäftsführer der KEBG, und war noch beeindruckt von der Vielzahl an Protest-Mails und Anrufen, die seit der Bekanntgabe des Spiels am Montagnachmittag in der Geschäftsstelle der Huskies eingegangen waren.

„Wir wollten mit dem Spiel eigentlich ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir die alten Kamellen des vergangenen Jahres hinter uns gelassen haben. Aber das sind unsere Fans, und die respektieren wir“, ergänzt Daniel Lammel, Sportlicher Leiter der Huskies.

Der Unmut der Fans richtete sich dabei vor allem gegen die Deutsche Eishockey-Liga DEL. Die hatte den Huskies nach dem Sommertheater im vergangenen Jahr die Lizenz entzogen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass diese Wunden noch so offen sind“, gesteht Traut.

Der Zorn der Fans entzündete sich vor allem aber am neuen Kooperationsvertrag zwischen DEL und Deutschem Eishockey-Bund, der einen Aufstieg zwischen erster und zweiter Liga bis 2018 ausschließt. Groß ist nun die Zustimmung der Fans zur Absage des Spiels. „Das ist die einzig richtige Entscheidung. Da sieht man, dass der Verein seine Fans ernst nimmt“, sagt beispielsweise Sven Breiter, Fanbeauftragter der Huskies.

„So ein Spiel hätte hier nichts mehr zu suchen gehabt. Ich finde daher die Entscheidung sehr gut. Es zeigt aber auch den Zusammenhalt der Fans, und dass wir gemeinsam etwas bewegen können“, bringt Jörg Botthoff vom Fanklub Ringelsöckchen seine Meinung auf den Punkt.

„Die Entscheidung ist mir letztlich leicht gefallen. Mir sind unsere Fans wichtiger als zwei DEL-Teams.“ Stefan Traut, KEBG-Geschäftsführer

Folgen hat die Testspiel-Absage für die KEBG übrigens nicht. Per Auflösungsvertrag wird die Absage formell geregelt. Damit bleiben zwar nun die Einnahmen aus Catering, Miete und Ticket-Verkauf aus. Aber darauf verzichte er gern, sagt Traut. „Ich verbuche das Ganze auf dem Konto Lebenserfahrung. In meiner Ära wird es keine DEL-Teams mehr in der Eissporthalle geben.“

Stéphane Richer, Hamburgs Sportdirektor und ehemaliger Trainer der Kassel Huskies, war am Mittwoch übrigens nicht erreichbar.

Von Michaela Streuff

Quelle: HNA

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