Eishockey

Kassel Huskies vor DEL2-Start: Kassel soll "Hexenkessel" werden

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Bereit für die neue Saison: Die Kassel Huskies mit (von links) Justin Kirsch, Lois Spitzner, Leon Hunge recker, Michael Christ und Nick Walters.

Die Kassel Huskies starten am Freitag in die DEL2 - los geht es mit einem Derby gegen Frankfurt. Bei ihren Wünschen für diese Saison spielen auch die Fans eine zentrale Rolle.

Von Aufregung keine Spur. „Dazu sind wir zu lange dabei“, sagt Michi Christ und lacht. Vielmehr herrscht Vorfreude auf den Saisonstart in der DEL2. Gleich der Auftakt beschert ihren Kassel Huskies heute das Derby gegen Frankfurt in eigener Halle (Freitag, 20 Uhr). Und nicht nur dafür haben sie gute Vorsätze.

Kassel Huskies: Für andere Teams soll es schwer werden

„Wir haben ja einiges gutzumachen. Wir müssen es wieder schaffen, eine gewisse Stimmung auf die Fans überschwappen zu lassen. Ich würde mir wünschen, dass Kassel wieder das wird, was es mal war: ein Hexenkessel. Dass andere Teams wissen, dass es schwer wird, hier etwas zu holen. Auch, weil uns die Fans so lautstark unterstützen. Aber das muss bei uns anfangen“, bringt es Christ auf den Punkt.

Er rückt ebenso wie Alex Heinrich und Derek Dinger in den Fokus. Nicht nur, weil „es wohl einmalig bei einer Profimannschaft ist“, dass gleich drei Eigengewächse Führungspositionen übernommen haben – Heinrich ist wieder Kapitän, Dinger und Christ sind seine Assistenten. Die drei wissen auch ganz besonders, wie es nach der verkorksten letzten Spielzeit um die Seele der Kasseler Eishockey-Fans bestellt ist.

Alexander HeinrichKapitän

Wiedergutmachung heißt die Devise. Das wiederzufinden, was die Huskies in den Jahren davor auszeichnete. „Wir haben wieder eine Mannschaft, das hat uns in den letzten anderthalb, zwei Jahren gefehlt. Das war nicht der Zusammenhalt, den wir uns erwünscht haben. Das ist gerade für mich als Kasseler Spieler das A und O. Kassel war für Kampf und gutes Eishockey bekannt. Da müssen wir wieder hin – und ich bin guten Mutes, dass wir mit unserer Mannschaft da in diesem Jahr wieder hinkommen“, erklärt Heinrich. 

Kassel Huskies setzen voll auf Teamgeist

„Wir versuchen, letztes Jahr aus dem Kopf zu streichen. Und das geht nur über Teamgeist. So lange du kein Team bist, wirst du auf solch einem Niveau nichts reißen, wenn du nicht zusammenstehst“, ergänzt Dinger.

Derek DingerAssistent

Vor allem Heinrich und Christ, von denen Trainer Tim Kehler bessere Leistungen eingefordert hat, können mehr, als sie in den vergangenen beiden Spielzeiten gezeigt haben. Heinrich sagt: „Das, was ich in den letzten zwei Jahren gespielt habe, hat sich wie ein roter Faden durch die Mannschaft gezogen. Mit den letzten zwei Jahren war keiner zufrieden. Auch ich nicht. Ich kann besseres Eishockey spielen und will das auch wieder zeigen.“

Kassel Huskies: Playoffs erstes Saisonziel

Nicht nur er. Das Trio lobt Coach Kehler, die Mitspieler, die nach sechs Wochen Vorbereitung zusammengewachsen seien, den Teamgedanken. Bei Heinrich, Dinger und Christ ist Aufbruchstimmung spürbar. Das erste Saisonziel heißt „Playoffs“, sagt der Kapitän. Wie immer also.

Dabei will das Trio vorangehen. „Für uns Kasseler Jungs ist es eine große Verantwortung, die Truppe zusammenzuhalten und auf den rechten Weg bringen, falls es mal Unstimmigkeiten gibt“, erklärt Dinger. „Bei Mannschaften, die funktionieren, gibt’s immer ein Bindeglied zwischen Trainer und Team. Das sind wir.“

Derby sorgt für Bindung zwischen Kassel Huskies und Fans

Vielleicht kommt ein Derby nun zum Auftakt gerade recht. Nicht nur, weil es ein sportlicher Gradmesser ist. Sondern auch, um eine neue Bindung entstehen zu lassen zwischen den Fans und ihren Huskies.

Die Kasseler Jungs haben alle eigene Hoffnungen für den heutigen Abend: „Es kann besser nicht sein, wir hoffen auf eine volle Halle, wollen letztes Jahr vergessen machen“, sagt Dinger. „Es geht nur zusammen. Wir sind bereit, alles aufs Eis zu bringen“, kündigt Christ an. Und Kapitän Heinrich betont: „Kommt alle in die Halle. Die Sommerpause war lang. Frankfurt ist ein Topteam. Wir brauchen jede Stimme.“ Diesmal wird es fünf Spieltage in der Woche geben.

Huskies in Zahlen

52 Spieltage allein in der Hauptrunde, also mindestens 3120 Spielminuten: auch die neue Eishockeysaison der Kassel Huskies bietet Spannung – und viele Zahlen.

Kasseler Etat circa bei 2.9 Millionen Euro

2.9 Millionen Euro – auf diese Summe wird der Kasseler Etat geschätzt. Auch Krösus Frankfurt (3.5) und Bietigheim (3.0) bleiben auf bewährtem Niveau. Meister Ravensburg (2.6 statt 2.4) hat wohl ebenso leicht zugelegt wie Weißwasser (2.6) und Dresden (2.6). Crimmitschau steigert das Budget von 1.8 auf 2.5 Millionen Euro. Am meisten rechnen müssen erneut Freiburg und Aufsteiger Landshut (je 1.5).

Viermal Playoff-Vorgeschmack für Kassel Huskies

4 Mal bekommen die Kasseler Fans in der Hauptrunde einen Vorgeschmack auf die Playoffs. Dann nämlich werden Hin- und Rückspiele an einem Wochenende ausgetragen. Gegen Crimmitschau (13./15.12.), Ravensburg (3./5.1.2020), Landshut (24./26.1.) und Kaufbeuren (14./16.2.).

Fünf Spiele an Werktagen

Fünf Spiele bestreiten die Huskies an Werktagen in der Woche. Mehr als sonst. Zweimal auf eigenem Eis gegen Bietigheim (2.10.) und Frankfurt (21.1.20), dreimal auswärts und sogar mit weiten Fahrten nach Landshut (19.11.) und Freiburg (26.11.) sowie Dresden (14.1.). Ob das bei den Fans gut ankommen wird?

Der Jüngste und der Älteste

21 Jahre jung ist Stephan Tramm, erst am 5. Mai 2020 wird der Verteidiger 22. Den Kontrast zum Jüngsten bildet der Älteste: Richie Müller ist 37 und feiert den nächsten Geburtstag einen Tag später als Ben Duffy.

Frankfurt als Topfavorit der Fans

35 Prozent der Fans sehen Frankfurt als Topfavoriten auf den Titel. Hinter dem Meister von 2017 werden Titelverteidiger Ravensburg (11), Vierfach-Champion Bietigheim (10) und – Überraschung – Bad Tölz (8) gehandelt. Die Huskies werden nur auf Platz acht geführt mit fünf Prozent der Stimmen.

Gewicht der Kassel Huskies

84,74 kg schwer sind dieKasseler im Schnitt, das bringt ihnen in der Liga-Rangliste Rang zwei hinter Frankfurt (85.09). Kurios: Trotz der Suche nach kräftigen Spielern sind dieHuskies leichter als im Vorjahr (85.72), als sie die Eishockeynews-Liste der Schwergewichte vor Frankfurt (85.92) anführten.

So groß und schwer sind die Kassel Huskies

191 Zentimeter misst Austin Carroll – ohne Schlittschuhe. Damit ist der neue Stürmer der Längste im Team und einen Kopf größer als Michi Christ (175cm). Mit 96 Kilogramm ist Carroll auch das Schwergewicht, aber nur eine Ahle Wurscht schwerer als Spencer Humphries (95) und Noureddine Bettahar (95). Die Leichtesten sind Mark Ledlin (77) und Stephan Tramm (76).

Heinrich vor 600. Spiel

555 Spiele im Huskies-Trikot hat Alex Heinrich schon bestritten. Bleibt er gesund, kann er am 7. Februar 2020 gegen Bad Nauheim als Dritter nach Manuel Klinge (622) und Sven Valenti in den 600er-Kreis aufsteigen. Klinges 603 Einsätze kann der aktuelle Kapitän dann am 21. Februar beim Gastspiel in Bayreuth übertreffen.

Zahlen: Eishockeynews, Huskeywiki

Quelle: HNA

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