Junioren-Nationalspieler spricht über seine Ziele in Mannheim und Heilbronn

Ein sehr bewegtes Eishockey-Jahr: Yannik Valenti zurück in Deutschland

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Zurück in Deutschland: Yannik Valenti schnürt die Schlittschuhe künftig für Mannheim und Heilbronn.

Groß geworden bei der Eishockey-Jugend Kassel, hat Junioren-Nationalspieler Yannik Valenti nun eine Saison in Kanada hinter sich - und kehrt zurück nach Deutschland.

Sommerpause? Die kennt Yannik Valenti nicht. Vielmehr geht für den jungen Eishockey-Stürmer aus Kassel die eine Saison nahtlos in die nächste über. Vor gut einem Monat ist der 18 Jahre alte Angreifer nach einem Jahr beim Juniorenteam Vancouver Giants aus Kanada zurückgekehrt. Seitdem ist er – abgesehen vom derzeitigen Lehrgang mit der deutschen U20-Nationalmannschaft –wieder in Mannheim. Zweimal täglich steht dort Training auf dem Programm, schon nächste Woche gehen die Spieler aufs Eis. Bei den Adlern, dem amtierenden Deutschen Meister, besitzt er einen Vertrag bis 2022.

Doch nicht nur deshalb hat er sich gegen ein weiteres Jahr in Nordamerika und für die Rückkehr nach Deutschland entschieden.

„Bei den Adlern hat sich nach dem personellen Umbruch vor einem Jahr Umbruch einiges getan. Es wird extrem viel in die Jugend investiert, es gibt verschiedene Trainer, die uns im Nachwuchs begleiten. Da ist Mannheim jetzt top aufgestellt. Für mich ist es das Beste. Mein Ziel ist die DEL“, begründet Valenti seine Entscheidung.

Dennoch ist gut möglich, dass er in der kommenden Saison erst einmal Spielpraxis in der DEL2 sammeln wird. Denn die Mannheimer haben ihn mit einer Förderlizenz für Kooperationspartner Heilbronn ausgestattet. Und mit den Falken könnte er sogar in seine Heimatstadt Kassel zurückkehren – als Gegner allerdings. „In Heilbronn habe ich die Chance, mich neu zu beweisen, zu zeigen, was ich kann“, sagt Valenti. Wo er aber letztlich spielen wird, das werden die nächsten Wochen entscheiden.

Dabei wird er auch von seiner Zeit in Kanada profitieren. Auch wenn ihn nach einer starken Vorbereitung eine Verletzung gleich zu Saisonbeginn zurückgeworfen hatte. „Danach war es schwer, wieder reinzukommen. Aber ich habe das Beste draus gemacht“, blickt Valenti zurück. Und er ist um viele wertvolle Erfahrungen reicher.

„Nur eine hätte ich nicht gebraucht“, sagt Valenti, „nämlich das Drama im Finale.“ Nach 1:3-Rückstand glichen die Giants im sechsten Spiel zum 3:3 in der Serie aus, um dann knapp im entscheidenden siebten Duell in der Verlängerung die Meisterschaft doch zu verpassen.

Ansonsten ist Valenti aber glücklich über alles Erlebte: „Ich habe vieles gelernt. Wie wichtig die tägliche harte Arbeit ist, um das nächste Level zu erreichen. Wie intensiv Spiele vor 3000 bis 4000 Zuschauern sind. Wie professionell die ganze Organisation der Vereine ist, die schon im Juniorenbereich dem eines DEL-Teams entsprechen. Es war beeindruckend, all das in jungen Jahren schon kennenzulernen.“

Sein Mitspieler Bowen Byram wurde übrigens gerade erst an Position vier des NHL-Drafts von den Colorado Avalanche ausgewählt.

Valentis Mama Christine, Schwester Lena und Papa Sven – mit 603 Spielen nach Manuel Klinge (622) Rekordspieler der Huskies – sind nun aber froh, Yannik wieder in der Nähe zu wissen. Denn auch wenn er nicht nach Kassel zurückkehrt – Mannheim ist doch näher als Vancouver.

Apropos Kassel: So ganz ohne Verbindung zur Heimat ist er auch bei den Heilbronner Falken nicht. Torhüter Mirko Pantkowski, mit dem er viele Jahre im Nachwuchs der Eishockey-Jugend Kassel gespielt hat, hat nicht nur ebenfalls eine Förderlizenz für die Falken und gehört derselben Trainingsgruppe an wie Valenti. Beide Kasseler wohnen auch zusammen in einer Wohngemeinschaft.

„Es passt hier“, sagt Yannik Valenti. „Ich will wieder voll durchstarten.“ Und da macht es auch nichts, dass derzeit nicht einmal Zeit für einen Besuch am Badesee bleibt.

Quelle: HNA

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