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Dominic Six ist in der kommenden Saison einziger Kasseler im DEL-2-Schiedsrichterteam

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Von: Pascal Spindler

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Hat auch schon die Huskies gepfiffen: Dominic Six (links) mit Michi Christ, der im Februar beim Eishockey-Zweitligisten ausgeholfen hat.
Hat auch schon die Huskies gepfiffen: Dominic Six (links) mit Michi Christ, der im Februar beim Eishockey-Zweitligisten ausgeholfen hat. © Dieter Schachtschneider

Dominic Six ist in der kommenden Saison letzter Kasseler Schiedsrichter in der DEL 2. Er verrät, wie er Unparteiischer beim Eishockey wurde – und warum dieser Job für ihn so besonders ist.

Kassel – Lob gibt es für die Arbeit von Dominic Six sehr selten, lautstarke Unmutsbekundungen von Spielern, Trainern und Zuschauern dagegen nur allzu häufig. „Für das, was ich tue, muss man schon ein bisschen verrückt sein“, sagt er. Dabei verrichtet der 28 Jahre alte Kasseler eine der wichtigsten Aufgaben im Sport: Er ist Schiedsrichter.

Six ist Teil des Team Stripes, dem Unparteiischenteam der zweiten Deutschen Eishockey-Liga DEL 2. Dort agiert er als Linienrichter, sogenannte Linesperson. In der kommenden Spielzeit wird er der letzte Kasseler sein, der in der DEL 2 das schwarz-weiß gestreifte Trikot trägt. Denn: Hauptschiedsrichter Carsten Lenhart, wie Six ebenfalls aus Kassel, beendet nach über 30 Jahren die aktive Karriere , hängt Pfeife und Schlittschuhe in der DEL 2 an den Nagel. „Ich habe Carsten viel zu verdanken, bin nur durch ihn Schiedsrichter geworden“, sagt Six.

Jahrelang spielte der heutige Unparteiische in der Kasseler Eishockey-Jugend, machte zu Oberliga-Zeiten sogar die Saisonvorbereitung bei den Huskies mit. Der Durchbruch als Spieler sollte Six aber nicht gelingen. „Ich habe eine Ausbildung begonnen, mit dem Eishockey eigentlich schon abgeschlossen. Carsten hat mich im Training gesehen, weil ich ein sehr schneller Läufer bin, eine hohe Auffassungsgabe besitze. Dann hat es nicht lange gedauert und ich stand das erste Mal als Schiedsrichter auf dem Eis“, erzählt Six. Mit 17, 18 Jahren sei das gewesen. Mittlerweile hat er sich bis in die DEL 2 gepfiffen, ist dort seit rund fünf Jahren aktiv. „Dass es mal so weit geht, hätte ich zu Beginn nicht gedacht.“

Eishockey: Schiedsrichter-Job in der DEL 2 erfordert gutes Zeitmanagement

Six ist kein hauptberuflicher Schiedsrichter, verdient sein Geld normalerweise mit der Vermietung von Ferienwohnungen. Dennoch steckt er enorm viel Zeit in die Vor- und Nachbereitung seiner Spiele. „Dieser Job erfordert enorm gutes Zeitmanagement. Ich achte immer auf die aktuelle Tabellensituation, schaue mir Statistiken und Spielszenen an, kommuniziere mit den Schiedsrichtern, die bei beiden Teams im vergangenen Spiel im Einsatz waren. Nach dem Spiel analysieren wir, was gut und was schlecht lief. Es ist schon viel zu tun“, sagt Six.

Mit dem eigenen Auto geht es dann Richtung Spielort. In der DEL 2 kann dieser auch schon mal in Tölz, Kaufbeuren oder Ravensburg liegen. Mehrere Hundert Kilometer landen so auf dem Tacho, im vergangenen Februar war er fast alle zwei Tage im Einsatz. „Natürlich gibt es dafür eine angemessene Aufwandsentschädigung, aber man muss schon viel Leidenschaft für den Sport mitbringen“, sagt Six.

Doch nicht nur Vor- und Nachbereitung sind intensiv, der Job als Schiedsrichter ist vor allem eines: denkbar undankbar. Machen die Unparteiischen ein gutes Spiel, werden sie dafür nicht gefeiert. Eine souveräne Spielleitung wird erwartet. Machen sie einen Fehler, vielleicht sogar einen spielentscheidenden, ist der Aufschrei groß.

„Es ist überhaupt nicht möglich, ein Eishockeyspiel fehlerfrei zu leiten. Dafür ist das Spiel viel zu schnell“, sagt Six. Er vertraue häufig auf seine Erfahrung, auch der Videobeweis helfe. „Wir Schiedsrichter sind auch nur Menschen. Wenn dann ein Fehler passiert, fahre ich meist zur Bande, gestehe ihn ein. Das schafft Akzeptanz bei Spielern und Trainern.“

Für die neue Saison hat er sich eine Menge vorgenommen. Nicht nur die Huskies peilen aus Kasseler Sicht den Aufstieg an. Auch Six möchte es als Linesperson in die DEL schaffen. „Wenn ich das erreicht habe, wäre es natürlich toll, irgendwann mal als Hauptschiedsrichter zu pfeifen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg“, sagt er. (Von Pascal Spindler)

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