Neue Regeln, Meisterfavoriten, Wundertüte

Das sind die Zutaten für eine spannende DEL2-Saison

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Trainiert jetzt Bad Tölz: Kevin Gaudet.

Alte Favoriten, eine Überraschungstüte, Wiedersehen mit einem Traditionsklub: Aus diesen Zutaten besteht die neue DEL2-Saison.

Die Titelaspiranten

Da rückt in diesem Jahr ein Trio in den Fokus: Den Zusatz „Top-Favorit“ hat die Fachzeitschrift Eishockeynews diesmal an Bietigheim verliehen. Das mag zunächst überraschen, da die Steelers in der Vorsaison bereits im Playoff-Viertelfinale an Dresden scheiterten. Doch es war eben auch Jahr eins des Umbruchs, den der langjährige Husky Hugo Boisvert in seiner ersten Cheftrainer-Position moderiert. 

Der Kader aber ist gezielt verstärkt und verjüngt worden: Mit Brett Breitkreuz, Lukas Laub und Tim Schüle sind etwa drei Ex-Frankfurter gekommen. Apropos Frankfurt: Die Löwen zählen selbst zum Kreis der Titelkandidaten. Ebenso wie Vorjahresmeister Ravensburg Towerstars.

DEL2: Die Top-Sechs-Kandidaten

Der Kreis ist größer. Die Huskies haben die direkte Qualifikation für die Playoffs im Blick. Gleiches gilt für die Dresdner Eislöwen, Kaufbeuren, Weißwasser und Bad Nauheim.

Nicht alle der höher gehandelten Standorte wären übrigens geeignet für die DEL: Für den Aufstieg 2021 kommen vorerst aber nur vier der 14 Zweitligisten in Frage: Kassel, Frankfurt, Bietigheim und Dresden wurden von der DEL bereits geprüft, „Heilbronn wäre mit einem Kraftakt auch dazu in der Lage“, erklärt DEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch. 

Andere dagegen müssten ihren Standort erst entwickeln, die DEL stellt da klare Anforderungen, Stadien etwa müssen eine Punktevorgabe (Kapazität, VIP-Möglichkeiten, Videowürfel) erfüllen – sonst geht nichts. Für die großen vier Klubs gelte laut Rene Rudorisch: „Aufrüsten ist nicht der alleinige Schlüssel. Zuletzt ist Ravensburg Meister geworden.“ Kein Aufstiegskandidat.

Die Wundertüte

Ist ein Klub, der zuletzt nur mit Mühe die Liga gehalten hat. Der mit Cengiz Ehliz, der mit seiner Firma „Wee“ im Bereich Cashback aktiv ist und gerade von der CSU zum Unternehmer des Jahres in München gekürt wurde, aber nun einen großspurigen neuen Hauptsponsor hat. Ehliz investiert diese Saison bei den Tölzer Löwen „im unteren siebenstelligen Bereich“. Die Mannschaft wurde mit viel Erfahrung bestückt, der neue Trainer Kevin Gaudet war zumindest in der DEL2 mit Bietigheim erfolgreich. Auch sie wollen direkt in die Playoffs.

Der Neuzugang

Ist ein Traditionsklub. Der EV Landshut ist aus der Oberliga in die DEL2 zurückgekehrt. Trainer ist Axel Kammerer, der 2003/2004 kurzzeitig die Huskies, in der DEL betreute. Weil der EVL bis fast in den Mai hinein Playoffs hatte, konnte mit dem Umbau des Stadions erst spät begonnen werden. 

Die Verzögerung bekommen die Niederbayern nun zu spüren. Ihre Vorbereitung absolvierten sie in Moosburg, das erste Heimspiel in der DEL2 wird erst nach fünf Wochen (am 18. Oktober) möglich sein. „Bis dahin spielen wir nur auswärts“, sagt Kammerer. „Und auch nur ein Spiel pro Wochenende.“ Ab November muss Landshut Termine nachholen. Oft dienstags.

Zwei besondere Spiele

Zwei Event-Games gibt’s in dieser Saison – und beide Male gastiert ein Eishockey-Derby in Fußballstadien: Bad Nauheim empfängt Frankfurt auf Offenbachs Bieberer Berg (14. Dezember). Dresden und Weißwasser treffen sich am 4. Januar in der Heimstätte von Dynamo Dresden.

Sechs neue Regeln in der DEL2

Schneller und sicherer soll das Spiel werden. Dafür wurden sechs Regeln angepasst: 

1. Verlorener Stock: Ein verlorener Schläger darf dem Mitspieler nun flach auf dem Eis zugeschoben werden. Aber: Nicht in Richtung des Pucks und ohne Behinderung des Gegners.

2. Anspiel: Bei einem Verstoß gegen die Bullyregeln wurde bisher der Spieler weggeschickt, ein Mitspieler trat an. Nun wird das Team verwarnt und der Spieler darf erneut ran. Sollte er aber auch beim zweiten Versuch gegen die Regeln verstoßen, wird er wie gehabt mit einer Zweiminutenstrafe belegt.

3. Auszeit nach Icing: Nach einem Icing (unerlaubter Weitschuss) darf das Team in der folgenden Unterbrechung keine Auszeit mehr nehmen.

4. Prozedere bei Disziplinarstrafen: Sollte eine zehnminütige Disziplinarstrafe ausgesprochen werden, die über die Restspielzeit des Drittels hinaus dauert, wird der Sünder in die Kabine geschickt. Mit Beginn des folgenden Abschnitts nimmt er auf der Strafbank Platz und kann mit Ablauf der Strafe in das Spielgeschehen zurückkehren.

5. Bestrafte, aber verletzte Spieler: Sollte ein Spieler eine gegen ihn verhängte Strafe aufgrund einer Verletzung nicht antreten können, muss kein Ersatzmann für ihn sitzen – solange die Strafe nicht auf die Uhr kommt.

6. Verlust des Helmes: Bisher musste ein Spieler, der im Spielgeschehen seinen Helm verlor, sofort zur Spielerbank fahren – ohne Helm. Im Sinne der Sicherheit darf er nun den Kopfschutz einsammeln und aufsetzen. Aber: Er muss wie gehabt sofort zur Bank fahren und darf in keiner Weise am Spiel teilnehmen oder die Gegner behindern.

Quelle: HNA

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