Nach der Niederlage der Huskies

Frankfurts Playoff-Monster im Porträt: C. J. Stretch – ein Typ wie „Shevi“

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Das Duell der Goldhelme: Frankfurts C. J. Stretch (rechts) gewann es diesmal klar gegen Husky Braden Pimm. Foto:  Schachtschneider/nh

Kassel. Am Dienstag war er der Mann des Tages: C. J. Stretch erzielte zwei Tore für die Löwen Frankfurt und führte das Team zum 5:2-Erfolg bei den Kassel Huskies. Nun steht es 2:2 in der Serie auf vier Siege. 

Auf dem Eis ist er die Reizfigur, die polarisiert und provoziert, mit Haken und Ösen und immer mal grenzwertigen Aktionen alles für den Erfolg der Löwen gibt. Nun aber, eine halbe Stunde nach dem 5:2 der Frankfurter, stiefelt er fröhlich noch einmal aus der Kabine, stellt sich dem Gespräch. Auge in Auge mit dem ihm fremden Kasseler Reporter kommt Charles Junior Stretch freundlich und offen rüber, absolut sympathisch.

„Der Sieg ist ein Lohn für unser gutes Teamwork“, sagt C. J. lächelnd, und seine Zahnlücke oben links blitzt auf. In die Falle der Frage nach der Trend- und Systemwende durch den Trainerwechsel tappt er nicht, sondern sagt: „Wir haben als Mannschaft gelernt, geduldig auf unsere Chancen zu warten und sie dann sehr konsequent zu nutzen.“

Dabei erweist sich der 28 Jahre alte Stürmer als bester Mann dieser Viertelfinal-Derbyserie. Der Erfinder des Begriffs Playoff-Monster wird ihn nicht gekannt haben. Und für die Kassel Huskies ist C. J. Stretch ein Playoff-Alptraum. Denn Frankfurts Goldhelm hatte am vergangenen Freitag schon zum 1:1 und 4:5 getroffen, Pistillis 3:4 vorbereitet. Damals gab’s beim 4:7 noch kein Happy End für seine Löwen. Am Dienstag schon, nun war er nicht nur erneut Frankfurts Bester, sondern der Mann, der das Spiel entschied. Der erst im 5:3-Powerplay den 1:1-Ausgleich erzielte, dann per filigranem Handgelenkschuss zum 2:1 für die Wende sorgte, als die Huskies den Puck nicht aus der Gefahrenzone schlugen. Und der schließlich auch noch Liesegangs 3:1 mit genialem Querpass vorbereitete, als die Kasseler jede Ordnung in der Abwehr verloren hatten.

Kurios: Stretch buchte alle seine 4 + 2 Scorerpunkte in der Kasseler Eissporthalle, in den beiden Heimspielen der Löwen ist er (noch) leer ausgegangen. „Aber das ist auch nicht wichtig. Entscheidend ist, dass wir jetzt als Mannschaft auf einem sehr guten Weg sind. Wir haben aus einem 0:2 in der Serie ein 2:2 gemacht. Jetzt haben wir das Momentum auf unserer Seite und alle Chancen zum Weiterkommen.“

Sagt Charles Junior Stretch – ein Typ wie früher Publikumsliebling Greg Evtushevski. Der war von 1995 bis 2000 ein Husky und trug dann noch zwei Jahre lang das Löwen-Trikot. Begonnen hatte Schlitzohr „Shevi“ in Kamloops 1982. Er blieb dort bis 1986. Drei Jahre später wurde US-Boy Stretch geboren und startete seine Karriere dann mit 16 von 2005 bis 2010 ebenfalls bei den Blazers – in Kamloops. (sam)

Quelle: HNA

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