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Richer zu Gast beim neuen Arbeitgeber

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Letztmals mit den Huskies zu Gast in Hamburg: Stephane Richer, der ab 1. April bei den Freezers beschäftigt sein wird. © Archivfoto: Fischer

Hamburg. Eine gute halbe Stunde nach dem offiziellen Spielende und der Pressekonferenz machte sich Stéphane Richer auf durch die Katakomben der Color Line Arena.

Hamburg. Eine gute halbe Stunde nach dem offiziellen Spielende und der Pressekonferenz machte sich Stéphane Richer auf durch die Katakomben der Color Line Arena.

Er ging im VIP-Nobelraum "Platinum" schnurstracks um 20.49 Uhr auf die Bosse seines künftigen Arbeitgebers Hamburg Freezers, Geschäftsführer Michael Pfad, Vereinspräsident Andreas Mattner und Arenachef Uwe Frommhold, zu.

Private Runde

Richer war da schon ein wenig angekommen in der Umgebung, in der bald zuhause ist. Er plauderte eine Runde mit den drei Herren, und dann zog sich der Kanadier mit einem Bier an einen der Tische in der äußersten rechten Ecke zu Gesprächen in privater Runde zurück.

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Am 1. April 2010 beginnt sein Wirken in Hamburg als neuer Sportdirektor und wohl auch als neuer Cheftrainer, obgleich dies noch nicht offiziell bestätigt ist. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich zu Hamburg noch nicht äußern will. Im Moment zählt nur meine Mannschaft, die Huskies", wehrte Richer zuvor alle Reporterfragen aus dem nach Neuigkeiten hungrigen Hamburger Presselager kategorisch ab. "Ich kann nur sagen, dass Hamburg heute gegen uns sehr gut gespielt hat."

In der Hansestadt sind die Fachleute heute eher noch skeptisch, ob Richer der neue Wunderheiler nach einer vollkommen verkorksten Saison für die Freezers werden kann. Bisher hat Richer die neue Hamburger Mannschaft (13 Spieler haben einen Vertrag für die kommende Saison in der Tasche) mit Spielern der mittleren Klasse aus seinem Team und aus Augsburg ergänzt, das Hamburger Publikum lechzt jedoch nach zwei oder drei richtigen Stars, die auch einmal eine Ausstrahlung haben.

Die Verpflichtungen von lustlosen Söldnern wie bisher hat das kritische Hamburger Publikum inzwischen mehr als satt, und auch deswegen haben die Freezers in dieser Saison wieder mehr als 1000 treue Anhänger im Schnitt verloren.

Fraglich ist jedoch, ob der Freezers-Eigner, die Anschütz-Entertainment AG aus den USA, überhaupt die hierfür nötigen Gelder für neue Stars zu Verfügung stellen wird.

Herkulesaufgabe

Die Gruppe legt ihren Fokus mehr auf ihren zweiten Verein, die Eisbären Berlin, Hamburg wird da eher vernachlässigt. Die Hanseaten wollen unter der Regie von Richer den Kader künftig erheblich verjüngen und mit jungen deutschen Kräften auffüllen.

Ob sich die kritischen Hamburger Sportfans jedoch wieder mit einer Saison mit erheblichen mittelmäßigen bis schlechten Darbietungen bieten lassen, ist mehr als fraglich. Deswegen steht Richer vor einer Herkulesaufgabe in Hamburg.

Auch medial wird Richer wohl vor einer großen Aufgabe stehen. Am Sonnabend musste er feststellen, dass eine ganz andere Art der Eishockey-Arbeit auf ihn in Hamburg warten wird. Er wird künftig die Ware Eishockey in Hamburg, die dort nicht mehr so wohl gelitten ist, bestens verkaufen müssen.

Von Edgar Wieschendorf

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