Aus Kassel nach Bietigheim: Boisvert wird Trainer beim Meister

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Hugo Boisvert

Kassel. Nun ist perfekt, was schon lange kein Geheimnis mehr war: Hugo Boisvert (42) verlässt die Kassel Huskies und wird bei den Bietigheim Steelers Nachfolger von Meistermacher Kevin Gaudet – als Cheftrainer beim DEL2-Champion.

Und: Im Rahmen der neuen Kooperation zwischen DEL-Klub Mannheim als ihrem Arbeitgeber und Zweitligist Heilbronn werden Junioren-Nationaltorwart Mirko Pantkowski (19) und der italienische Nationalspieler Alex Lambacher (21) von den Huskies abgezogen und künftig für die Falken aufs Eis gehen, ebenfalls in der DEL2. Insbesondere der Verlust von „Pante“ wiegt schwer für die Nordhessen, schließlich gilt der Kasseler Publikumsliebling als größtes Talent seines Jahrgangs im Land. Mit Fähigkeiten, die ihn im Herbst sogar zur Nummer eins der Huskies avancieren ließen – vor Markus Keller. „Danke Kassel für die tolle Zeit. Ich freue mich jetzt auf neue Herausforderungen als Falke“, schreibt Pantkowski auf Instagram. Und sagt später am Telefon: „Natürlich wäre ich gern in meiner Heimatstadt geblieben. Aber ich hatte keine Wahl. Die Mannheimer wollen mich in der Nähe haben.“

Mirko Pantkowski Foto: Schachtschneider

Auch Hugo Boisvert geht nach drei Jahren als Assistent von Chefcoach Rico Rossi mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Ich hatte eine super Zeit in Kassel und werde viele tolle Erinnerungen und Erfahrungen mitnehmen. Es war wunderbar. Als Spieler war ich 2008 mit den Huskies Zweitliga-Meister, in der ersten Saison als Co-Trainer auch. Schöner kannst du eine neue Laufbahn nicht beginnen. Das war ein Traum.“ Ehefrau Kim, Tochter Adea, die in die neunte Klasse geht, und Sechstklässler Zavier werden nun schweren Herzens doch mit umziehen. „Ich habe bei Rico viel gelernt und bin bereit für die nächste Stufe der Karriere“, sagt Boisvert. Die hat er nicht nur erreicht, sondern gleich einige Stufen übersprungen. Denn beim Meister steht er vor der wohl größten Herausforderung in der Liga angesichts eines umfassenden Neubeginns.

 „Auf ihn warten große Erwartungen und Aufgaben. Aber er hat das Zeug dazu, sie zu meistern. Das Umfeld und die Fans müssen ihm eine Chance geben“, erklärte Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch nach der Vertragsunterzeichnung. Boisvert habe in Kassel als Co-Trainer einen Riesenjob auch in der Analyse gemacht: „Er kann Spieler besser machen“, sagt Schoch über Boisvert, der einst in Dresden mit dem aktuellen Steelers-Manager Marc St. Jean gespielt hatte.

Alex Lambacher Foto: Schachtschneider

Bei den Schwaben müssen pro Saison 300 000 Euro eingespart werden – vornehmlich beim Personal. Dies wird als ein wesentliches Argument für die Trennung von Kevin Gaudet gesehen, der bei DEL-Klub Nürnberg anheuerte. Bei den Spielern setzen die Schwaben auf eine deutliche Verjüngung nach der Trennung von den teuren Routiniers Dominic Auger (41), Adam Borzecki (40), Andi McPherson (39), Justin Kelly (37) und Rob Brown (37). Und bei den Huskies? Da wird die Stelle als Co-Trainer nicht neu besetzt. „Manuel Klinge nimmt mir als Teammanager ganz viel Arbeit in der Organisation ab“, sagt Rico Rossi. „Und bevor in Kassel damals erst Rob Leask und dann Hugo Boisvert als Assistenten kamen, habe ich auch schon allein als Trainer gearbeitet.“ Über die Besetzung der Position Lambachers wird sicher im Zuge der geplanten Kooperation mit Wolfsburg zu reden sein. Und im Tor, da sind der slowakische Neuzugang Marcel Melichercik (31) und Leon Hungerecker (20) gesetzt. „Leon hat die gesamte letzte Saison mit uns trainiert, zwölf Spiele beim Oberligisten Braunlage gemacht und sich gut entwickelt. Er kann definitiv in die Rolle des zweiten Mannes hineinwachsen“, erklärt Rossi.

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Quelle: HNA

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