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Alex Heinrich und Michi Christ - Kassel Huskies im Doppel-Interview

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Kasseler Jungs und enge Freunde: Die Huskies Alex Heinrich (links) und Michi Christ beim Training in der Kabine auf Standfahrrädern.
Kasseler Jungs und enge Freunde: Die Huskies Alex Heinrich (links) und Michi Christ beim Training in der Kabine auf Standfahrrädern. Foto: Michaela Streuff © Michaela Streuff

Im Rampenlicht stehen häufig andere. Dennoch sind Alex Heinrich und Michi Christ seit vielen Jahren tragende Säulen im Kasseler Eishockey.

Nun haben beide mehr als 500 Spiele im Huskies-Trikot absolviert und werden dafür am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen Kaufbeuren (18.30 Uhr) geehrt. Gute Gründe für ein Doppel-Interview.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Karriere?

Heinrich: Die Aufstiege waren Höhepunkte und die Meisterschaft natürlich. Der Aufstieg 2014 war emotional, weil so viel daran hing. Es war nicht einfach nur ein Aufstieg. Denn danach hätte es auch vorbei sein können mit dem Kasseler Eishockey. Und klar, die Zweitliga-Meisterschaft 2016, die für uns alle unerwartet kam und deshalb besonders schön war.

Christ: Die Titelgewinne und die Hessenliga-Vizemeisterschaft 2011 mit dem Aufstieg in die Oberliga. Das war mit der Nähe zu den Fans und dem Wir-Gefühl in Eishockey-Kassel ganz speziell.

Aber es gab sicher auf Tiefpunkte, oder?

Heinrich: Es gab nur wenige. In meinen ersten Jahren als Husky, sind die Huskies abgestiegen. Aber ich hatte damit weniger zu tun, weil ich mit einer Förderlizenz nach Crimmitschau geschickt worden war. Klar, in den letzten beiden Jahren gab’s einige Schwankungen, die wir hier so noch nie hatten. Aber seit der Hessenliga ging’s ja auch immer nur bergauf. Persönlich war meine schwere Fußverletzung im Januar 2017 ein Tiefpunkt. Die Saison war danach vorbei. Es war meine erste große und ich musste erst einmal lernen, damit umzugehen.

Christ: Die aktuelle Saison ist schon hart, wobei es auch am Ende der vergangenen Serie ja nicht mehr lief.

Was haben Sie noch für sportliche Ziele?

Heinrich: Auch wenn ich mit meinen 31 einer der ältesten bin: Ich möchte gern noch ein paar Jahre spielen. Als Kasseler Junge gäbe es nichts Schöneres, als mit Kassel noch einmal den Aufstieg zu schaffen. Und auch wenn man im Eishockey nie weiß, was passiert: Ich würde meine Karriere gern hier beenden.

Christ: Mein Traum ist es, mit den Huskies noch einmal in die DEL aufzusteigen und mindestens noch ein Jahr oben zu spielen.

Bitte stellen Sie ein Kasseler Dreamteam auf.

Heinrich: Im Tor tue ich mich schwer: Markus Keller, Benni Finkenrath und Kai Kristian waren super Jungs. Sven Valenti und Marco Müller in der Verteidigung und Michi, Manu und mich im Sturm. Oder ich schicke Sven noch mal in den Sturm und verteidige mit Marco.

Christ: Mika Järvinen - Alex Heinrich und Sven Valenti - im Sturm Manu Klinge, Miro Sikora und ich, wie früher.

Wer ist/war Ihr unangenehmster Gegenspieler?

Heinrich: Hugo Boisvert. In Crimmitschau, als ich noch Mittelstürmer gespielt habe, war er als Gegner unangenehm, weil er sehr gut am Bully war. In meiner Kasseler Zeit war ich froh, dass ich nur im Training gegen Manu Klinge spielen musste. Es war sehr schwer, gegen ihn zu verteidigen. Da werden mir einige zustimmen.

Christ: Shawn Weller aus Bietigheim. Solch einen Mann mit Klasse, Charakter und Teamspirit hat jeder gern im eigenen Team.

Warum tragen Sie die Rückennummer 78 bzw. 13?

Heinrich: Die hat zwei Bedeutungen für mich. Begonnen habe ich mit der 87, das ist mein Geburtsjahr. Als ich nach Kassel zurückgekommen bin, war die 87 aber schon vergeben. Dann habe ich die Ziffern getauscht. Denn 7 und 8 stehen auch für die Anfangsbuchstaben meiner Eltern Gabi und Herbert im Alphabet.

Christ: Begonnen habe ich mit der 7, in Mannheim war es die 22 und zwischendurch die 89 meines Geburtsjahres, als Tobi Schwab mit der 13 spielte. Die 13 hat 1993 bis ’97 in Kassel Mike Millar getragen. Der war frech, konnte rennen und super schießen, das hat mir als Kind total imponiert.

Wie sehen Sie die Perspektive?

Heinrich: Ich bin ausgebildeter Speditionskaufmann. Das ist mir wichtig, denn damit halte ich mir für später etwas offen. Derzeit könnte ich mir nicht vorstellen, als Trainer zu arbeiten. Aber wir wissen ja nicht, was vielleicht einmal im Verein gesucht wird. Deshalb sage ich niemals nie. Aber erst einmal will ich ja noch ein paar Jahre spielen.

Christ: Im März werde ich 30, und natürlich spüre ich inzwischen die Belastungen meines Körpers. Ich habe mehr Spiele bestritten als noch kommen werden. Ich bin Kaufmann im Groß- und Einzelhandel, aber lieber würde ich dem Sport und dem Kasseler Eishockey verbunden bleiben. Vielleicht ist die C-Lizenz eine Basis für eine Zukunft als Fitnesstrainer.

Für welche Hobbys bleibt Ihnen Zeit?

Heinrich: Inlinehockey ist mein größtes Hobby. Im Sommer, wenn es die Zeit zulässt, erkunde ich gern die Welt: Amerika, China, Südafrika und Kurztrips nach Spanien sind meine Favoriten. Nach der Saison soll’s nach Kanada gehen. Und ich verbringe viel Zeit mit meinen Freunden.

Christ: Mich begeistert Sport allgemein und ich bin froh, dass mein Hobby auch mein Beruf geworden ist. Ich freue mich auf jeden Stammtisch mit den Weggefährten aus Eishockey und Inlinehockey.

Wie ist ihre familiäre Situation?

Heinrich: Ich bin in festen Händen und glücklich vergeben an Laura.

Christ: Ich bin ledig.

Service: Kassel Huskies - Das ist der Spielplan für die Saison 2018/2019

Zwei Karrieren in Zahlen

Alexander Heinrich

Geburtstag: 30.8.1987 in Kassel

Eishockey: Als Spätstarter und erst seit dem 13. Lebensjahr. Entdeckt beim Inlinehockey.

Position: Angefangen als Stürmer, mittlerweile Verteidiger

Spiele: 687, davon 154 DEL, 358 DEL2/BL2, 168 Oberliga, 7 Regionalliga Im Kasseler Trikot: 537

Tore und Vorlagen in Kasseler Trikot: 149 + 180

Vereine: 2005/06: Kassel, EJK U20, Crimmitschau; 2006/07: Crimmitschau; 2007/08: Crimmitschau, Wolfsburg; 2008 - 10: Kassel, Crimmitschau; 2010/11: Kassel, B. Kissingen; 2011-19: Kassel

Titel: DEL2-Meister 2016, Oberliga-Vize 2014, Regionalliga-Meister 2011

Michael Christ

Geburtstag: 26.3.1989 in Kassel

Eishockey: Erste Schritte 1994 auf den Teichen in der Aue, seit 1995 im Verein

Position: Linksaußen, aber auch schon mal Verteidiger

Spiele: 573, davon 76 DEL, 351 DEL2/BL2, 145 Oberliga, 1 Regionalliga Im Kasseler Trikot: 501

Tore und Vorlagen im Kasseler Trikot: 105 + 198

Vereine: 2006/07: Heilbronn und Jungadler Mannheim; 2008 - 10: Kassel und Crimmitschau; 2010/11: Crimmitschau; 2011 - 2019: Kassel

Titel: DEL2-Meister 2008 und 2016, Oberliga-Vizemeister 2014, DNL-Meister mit Mannheim 2005 und 2006.

Quellen: huskywiki, eliteprospects, DEL2

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