Nach EM-Debakel

Pleiten-Premiere von Prokop: DHB-Boss äußert sich zur Zukunft 

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Muss Christian Prokop seine Koffer packen?

Die EM wurde verpatzt, im Team soll es nach Medienberichten bedenklich brodeln. Die Turnier-Premiere könnte somit zum Schleudersitz für Prokop werden. Jetzt äußert sich der DHB-Boss.  

Zagreb - Trotz der verpatzten EM und neuer Medienberichte über einen Streit mit der Mannschaft will der Deutsche Handballbund (DHB) definitiv an Bundestrainer Christian Prokop festhalten. „Es war klar, dass wir dem Trainer bei dieser EM in Kroatien die Möglichkeit geben mussten, Neues auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. 

Gnadenfrist für Prokop

„Liefern muss er bei der Heim-WM 2019 und den Olympischen Spielen 2020.“ Auch der in die Kritik geratene DHB-Vize Bob Hanning werde definitiv bleiben.

Einen Bericht der „Bild“ (Freitag), wonach Prokop Stunden vor dem entscheidenden EM-Spiel gegen Spanien (27:31) in Varazdin wutentbrannt das Training abgebrochen habe, wollte der DHB-Boss nicht bestätigen. Er dementierte ihn aber auch nicht. „Ich kann dazu einfach nichts sagen, weil ich nicht dabei war.“ 

Wurde das Team überschätzt? 

Das Vertrauensverhältnis zwischen Spielern und Trainer sieht er jedenfalls nicht als zerrüttet an. Stattdessen hält er die aktuelle DHB-Auswahl in Teilen für überschätzt.

„Wir waren 2016 Europameister und Olympia-Dritter, also gefühlt eine der besten Mannschaften der Welt“, sagte der 58-Jährige. „Wenn du aber Position für Position durchgehst, gibt es immer drei, vier Mannschaften die besser sind als wir.“ Prokop werde deswegen Zeit gegeben. „Ich weiß, wie schwierig das ist, mit neuen Ideen bei einer Mannschaft anzukommen, die gefühlt besser ist, als sie besetzt ist.“

dpa

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