Überraschungsfinale perfekt

Champions League: Klein und Nantes  im Finale - Favorit und Titelverteidiger raus

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Kann den Coup mit seinem HBC Nantes kaum fassen: Dominik Klein.

Der deutsche Ex-Weltmeister Dominik Klein ist mit dem HBC Nantes überraschend ins Finale der Champions League eingezogen. Im Halbfinale wurde Paris Saint-Germain ausgeschaltet.

Der deutsche Handball-Star Dominik Klein steht mit dem HBC Nantes überraschend im Finale der Champions League. Der Weltmeister von 2007 entschied das Duell mit Uwe Gensheimer und dem Topfavoriten Paris St. Germain beim Final Four in Köln am Samstag mit 32:28 (17:14) für sich. Am Sonntag (18.00 Uhr) im Endspiel gegen Montpellier HB bekommt Klein die Chance, seine Karriere mit seinem vierten Triumph in der Königsklasse zu krönen.

Mit einem Dauergrinsen und einer Fahne seines Vereins in der rechten Hand schritt Klein durch die Mixed-Zone: "Es war einfach überragend. Genau so habe ich mir das vorgestellt", sagte der 34-Jährige mit Freudentränen in den Augen: "Jetzt stehe ich mit meiner Mannschaft im Finale. Das ist für uns alle etwas Besonderes." Klein, der am Ende der Saison seine Karriere beenden wird, hat bei seiner siebten Teilnahme am Final-Wochenende die Chance auf einen letzten Coup.

Montpellier, dritter Vertreter aus dem Land des Weltmeisters, setzte sich in einem packenden zweiten Halbfinale gegen Vardar Skopje mit 28:27 (14:11) durch. Im Spiel um Platz drei (15.15 Uhr/beide Sky) kommt es zur Neuauflage des Finalduells von 2017 zwischen dem französischen Serienmeister PSG mit Gensheimer und dem mazedonischen Titelverteidiger.

„Wir waren die Saison die beste Mannschaft - das haben wir aber nicht gezeigt“

Gensheimer scheiterte hingegen ein weiteres Mal kurz vor dem Ziel. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft muss damit genauso wie das von Katar geförderte PSG weiter auf den ersten Champions-League-Titel warten. "Wir waren die Saison die beste Mannschaft in der Champions League. Das haben wir im Halbfinale aber nicht gezeigt", sagte Gensheimer niedergeschlagen.

Mit acht Toren waren die Nantes-Profis Kiril Lazarov, der sich zuvor bereits zwei Mal zum Torschützenkönig der Champions League gekrönt hatte, und Nicolas Tournat die besten Werfer des Spiels. Klein kam auf drei Treffer, während ein enttäuschender Gensheimer den Ball nur ein Mal im gegnerischen Tor unterbrachte.

Nantes' Gegner im Finale am Sonntag (18.00 Uhr) wird zwischen Titelverteidiger Vardar Skopje/Mazedonien und dem dritten französischen Vertreter Montpellier HB ermittelt. Der Verlierer spielt zuvor (15.15 Uhr/beide Sky) gegen den französischen Serienmeister PSG um den dritten Platz.

Nantes Martinez Eduardo Gurbindo (r) stoppt PSG-Star Luka Karabatic.

Nantes beeindruckend effektiv

Das millionenschwere Star-Ensemble von der Seine verpasste zudem abermals die Chance auf das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Pokal. Das Team der Kieler Trainerlegende Zvonimir Serdarusic war im vergangenen Jahr erst in den letzten Sekunden des Endspiels knapp gescheitert.

Die rund 20.000 Zuschauer in der ausverkauften Lanxess-Arena erlebten eine turbulente Anfangsphase. Der Außenseiter aus Nantes zog mit einer unheimlich effektiven Wurfleistung auf 15:10 (24.) davon, eine Blaskapelle sowie Hunderte frenetische Fans der Violetten von der Loire brachten die Halle daher laufend zum Beben.

Den Parisern war die Nervosität deutlich anzumerken. Viele Fehler in der Offensive und eine katastrophale Wurfausbeute ebneten Nantes den Weg ins Finale.

Ein 3:0-Lauf zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Nantes komfortabel in Führung. Die Pariser verringerten den Rückstand in einer dramatischen Schlussphase auf einen Treffer (56.), zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.

SID

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