Ex-Nationalspieler gibt großes Interview

Was macht eigentlich Piotr Trochowski?

Piotr Trochowski war zuletzt in Augsburg aktiv.
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Piotr Trochowski war zuletzt in Augsburg aktiv.

München - Einst war er Nationalspieler, jetzt ist er von der Bildfläche verschwunden. Was macht eigentlich Piotr Trochowski? In einem Interview gibt es Antworten.

Noch 2010 stand er mit der DFB-Elf im WM-Halbfinale gegen Spanien. Nach drei Jahren beim FC Sevilla, einer Spielzeit beim FC Augsburg und diversen Verletzungen ist der 32-Jährige aktuell ohne Klub. Der an einem Knorpelschaden im Knie laborierende Mittelfeldspieler spricht im Transfermarkt-Interview über seine laufende Reha, Zukunftspläne in der Bundesliga und erklärt, warum er einfach Bock hat, „noch weiter Fußball auf hohem Niveau zu spielen.“ Zudem analysiert er die aktuelle Situation beim Ex-Klub Hamburger SV, spricht über sein nach wie vor enges Verhältnis zu Didi Beiersdorfer sowie Gerüchte über einen Wechsel zum FC St. Pauli.

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Piotr Trochowski …

… über seinen aktuellen Gesundheitszustand, rund acht Wochen nach der aus einem Knorpelschaden resultierten Knie-OP: „Natürlich muss man jetzt erstmal abwarten, wie die Reha weiter läuft - wenn der Ball irgendwann wieder dazu kommt, die Bewegungen und Drehungen intensiver werden und die Intensität steigt. Wenn aber alles klappt wie geplant, will ich ab Sommer wieder voll angreifen.“

… über die Chancen auf ein baldiges Comeback im Profi-Fußball: „Natürlich ist es für Vereine schwierig, einen Spieler zu verpflichten, der eine ähnliche Verletzungshistorie hat, wie ich in den vergangenen Jahren – so realistisch bin ich. Sicherlich hatte ich im letzten Jahr auch ein wenig Pech, da ich in Augsburg eigentlich einen guten Start hatte und dann in einem Testspiel vom gegnerischen Torwart so gefoult wurde, dass die Spätfolgen nun dieser Knorpelschaden sind. Wäre das nicht passiert, hätte ich wahrscheinlich verletzungsfrei in die Bundesliga-Saison starten und auch mittelfristig öfter spielen können. Prinzipiell bin ich offen, was die Zukunft angeht. Aber je nachdem, wo die Reise hingehen sollte, wird man von Fall zu Fall schauen und bewerten müssen, ob alles passt und auch vertretbar ist.“ … auf die Frage, welche Rolle das Finanzielle im Hinblick auf einen möglichen neuen Profi-Vertrag spiele: „Das Sportliche steht definitiv im Vordergrund. Ich habe einfach Bock, noch weiter Fußball auf hohem Niveau zu spielen – und wenn man dann so oft verletzt war wie ich, monatelang nur neben dem Platz auf Krücken gehen oder Fahrradfahren kann und den Ball kaum sieht, dann ist man irgendwann so weit weg und einfach froh, wenn man endlich wieder spielen kann. Natürlich spielt auch das Finanzielle immer eine Rolle, aber mein primäres Ziel ist es, wieder Fußball zu spielen bei einem Verein, der zu mir passt – das ist das Wichtigste.“

… zu Spekulationen um ein mögliches Engagement beim FC St. Pauli: „Tatsächlich wurde ich schon häufiger darauf angesprochen – aber natürlich nicht von HSV-Fans… (lacht) Wahrscheinlich würde es mit meiner HSV-Vergangenheit am Millerntor schwierig werden und natürlich fühle ich mich dem Verein auch mehr verbunden. Andererseits habe ich ja auch in der Jugend schon für St. Pauli gespielt – man weiß nie, was kommt.“

… über Didi Beiersdorfer, der Trochowski 2005 vom FC Bayern zum Hamburger SV holte: „Ich erzähle sicher nichts Neues, wenn ich sage, dass er in diesem Geschäft und in der Bundesliga einer der wenigen ist, der sich seine große Menschlichkeit bewahrt hat. Das vermittelt er auch denen, mit denen er zusammen arbeitet. Didi ist immer ehrlich und man kann sich auf sein Wort verlassen. Auch diese Dinge gehören zu seinen großen Qualitäten und man sollte zu schätzen wissen und glücklich sein, so jemanden im Verein zu haben – das kann in der Bundesliga auf ähnlichen Positionen auch ganz anders aussehen. “

… über das „heiße Pflaster“ Hamburger SV und den besonderen medialen Druck, dem man sich als Spieler beim HSV ausgesetzt sieht: „Wir reden über eine der größten Städte Deutschlands, der HSV ist einer der traditionsreichsten Klubs - natürlich ist Hamburg immer ein heißes Pflaster und es gibt in der Bundesliga in dieser Hinsicht wahrscheinlich nicht viel Vergleichbares. Das kann auch schwierig sein, aber wie man persönlich damit umgeht, das unterscheidet sich von Spieler zu Spieler. […] Natürlich ist es nicht einfach, diesem Druck stetig ausgesetzt zu sein – aber das ist der Fußball und das gehört auch in Hamburg dazu. Überspitzt gesagt, geht es in den Hamburger Medien in Bezug auf den HSV ja oft schwankend zwischen Abstieg und Champions League hin und her. (lacht) Aber: Im Normalfall verdient man ja als Profi beim HSV auch gutes Geld und diese hohe Erwartungshaltung und der daraus resultierende Druck sind dann ein Opfer, das man bringen beziehungsweise eine Herausforderung, der man sich als Spieler hier auch stellen muss.“

… erklärt, warum er gerne beim FC Augsburg verlängert hätte: „Ich habe mich in Augsburg wohl gefühlt, man konnte sich dort sehr gut auf das Wesentliche konzentrieren und in Ruhe arbeiten. Die Mannschaft war intakt und es hat Spaß gemacht, mit ihr zu arbeiten. Ich habe dem Verein auch mitgeteilt, dass ich länger bleiben und verlängern würde. Aber durch meine Wadenverletzung in der Rückrunde und dem danach auftretenden Knorpelproblemen im Knie war klar, dass ich auf unbestimmte Zeit ausfallen würde. Vor diesem Hintergrund kann ich die Verantwortlichen des Klubs natürlich auch verstehen, wenn sie sagen: Dann verlängern wir nicht.“

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