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Ukraine-Krieg: Nach Polen verweigert auch Schweden Fußball-Playoff-Spiel gegen Russland

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Von: Christian Stör

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Robert Lewandowski und Polen wollen in den WM-Playoffs nicht gegen Russland antreten.
Robert Lewandowski und Polen wollen in den WM-Playoffs nicht gegen Russland antreten. © Igor Russak/dpa

Robert Lewandowski begrüßt den Beschluss des polnischen Verbandes: „Das ist die richtige Entscheidung!“

Update 26.02.2022, 16.00 Uhr: Nach dem polnischen hat auch der schwedische Fußball-Verband angekündigt, keine WM-Playoffs gegen Russland zu spielen. „Unabhängig davon, wo das Spiel stattfinden würde“, teilte der SvFF am Samstag mit. Der Verband forderte den Fußball-Weltverband FIFA auf, die Ausscheidungsspiele mit russischer Beteiligung Ende März abzusagen. „Aber unabhängig davon, wie sich die FIFA entscheidet, werden wir im März nicht gegen Russland spielen“, sagte Verbandschef Karl-Erik Nilsson.

In den europäischen Playoffs zur WM-Endrunde in Katar (21. November bis 18. Dezember) werden Ende März drei Tickets vergeben. Schweden würde am 29. März in einem von drei Endspielen auf Russland treffen, wenn die Auswahl zuvor in ihrem Halbfinale Tschechien besiegt.

Polen verweigert Fußball-Playoff-Spiel gegen Russland

Warschau - Der Ukraine-Konflikt* wirkt sich immer mehr auch auf den Sport aus. Nun hat sich auch der polnische Fußball-Verband eindeutig positioniert. Angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine* will die polnische Fußball-Nationalmannschaft um Bayern-Star Robert Lewandowski nicht zum WM-Play-off gegen Russland* antreten.

„Genug der Worte, es ist Zeit, zu handeln“, twitterte Verbandspräsident Cezary Kulesza am Samstag: „Aufgrund der Aggression Russlands in der Ukraine plant Polen nicht, gegen die russische Mannschaft anzutreten. Das ist die einzig richtige Entscheidung.“ Damit gehen die polnischen Fußballer noch einen Schritt weiter als zuvor schon angekündigt. Am Donnerstag (24.02.2022) hatten sie sich geweigert, auf russischem Boden zu spielen. Das Spiel auf dem Weg zur WM 2022 in Katar ist für den 24. März in Moskau angesetzt.

Ukraine-Konflikt: Robert Lewandowski lobt Entscheidung

Daraufhin meldet sich auch Robert Lewandowski* zu Wort. „Das ist die richtige Entscheidung!“, schrieb der Kapitän des Nationalteams auf Twitter. „Ich kann mir nicht vorstellen, ein Spiel gegen das russische Nationalteam in einer Situation zu spielen, wenn die bewaffnete Aggression in der Ukraine weiter geht.“ Die russischen Fußballer und Fans seien zwar nicht für den Ukraine-Konflikt verantwortlich, „aber wir können nicht so tun, als ob nichts passiert“.

Der polnische Verband arbeitet nun mit den Kollegen aus Schweden und Tschechien an einer gemeinsamen Position, da auch diese Verbände betroffen sind: Der Sieger des Duells zwischen Russland und Polen soll anschließend auf Tschechien oder Schweden treffen, die sich in der Runde davor gegenüberstehen. Die Russen hätten auch in einem weiteren Spiel Heimrecht. Wie Polen hatten auch Schweden und Tschechien bereits klargemacht, dass sie nicht in Russland spielen wollen.

Ukraine-Konflikt: Fußball-Weltverband bezieht keine Stellung

Der Weltverband Fifa hat bisher keine Stellung zur Position der Fußballverbände bezogen. am Donnerstag hieß es nur lapidar, dass man „den Einsatz von Gewalt durch Russland“ verurteile und die Situation mit Blick auf die WM-Qualifikation „weiter beobachten“ wolle.

In den europäischen Playoffs zur WM-Endrunde in Katar (21. November bis 18. Dezember) werden Ende März drei Tickets vergeben. In einem Halbfinal-Weg soll Polen am 24. März in Russland antreten. Kämen die Russen in das Finale, wären dort am 29. März Schweden oder Tschechien der Gegner. Die Ukraine spielt in ihrem Halbfinale am 24. März in Schottland. (cs/dpa/sid)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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