Nach heftiger Fan-Wut

Super League schon wieder vor dem Ende: Englische und italienische Klubs raus - Juve-Boss mit klarem Statement

Sechs Schale von englischen Teams auf einem Rasen
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Diese sechs Teams wollten ursprünglich an der Super League teilnehmen

Die Super League steht schon wieder vor dem Aus. Die englischen Klubs steigen unter anderem aus. Der News-Ticker.

  • Die europäische Super League steht nur 48 Stunden nach der Ankündigung vor dem Aus.
  • Manchester City hat sich erster Klub offiziell geäußert und den Rückzug bestätigt, in der Nacht auf Mittwoch folgten die fünf anderen englischen Teams.
  • Zuvor kam es gerade in England zu heftigen Fan-Protesten.
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 21. April, 15.20 Uhr: Keine zwei Tage nach der Ankündigung über eine Super League zogen sich bereits alle englischen Klubs zurück, die ursprünglich eine neue Ära des Weltfußballs einleiten wollten. Nun haben nach Atlético Madrid auch die drei italienischen Teams Inter Mailand, AC Mailand und Juventus Turin Abstand von der Idee genommen.

Wie Juve-Boss Andrea Agnelli am Dienstag zugeben musste, seien die Chancen „begrenzt“, die Super League „in der ursprünglich angedachten Form zu realisieren“. Eine Klubsprecherin bestätigte die Aussagen des Mitinitiators der elitären Liga. Der Ronaldo-Klub sei jedoch „nach wie vor von der Solidität der sportlichen, kommerziellen und rechtlichen Voraussetzungen des Projekts überzeugt“. Somit verbleiben von den 12 Teilnehmern lediglich der FC Barcelona und Real Madrid.

Super League: Englische Klubs nehmen geschlossen Abstand von der Revolution

Update vom 21. April, 6.30 Uhr: Die Super League ist nach nur 48 Stunden wohl schon wieder Geschichte. Nach Manchester City gaben in der Nacht auf Mittwoch nun auch die anderen fünf englischen Klubs ihren Rückzug von dem Milliarden-Projekt bekannt. Die heftigen Proteste aus Sport und Politik und nicht zuletzt der Fans haben im Auftrag des Fußballs auf der Insel für ein Umdenken gesorgt.

Die Macher der Super League wollen das Projekt nun „überdenken“. Das geht aus einer Mitteilung hervor, über die unter anderem die US Nachrichtenagentur AP berichtete. „Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und dabei die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft zu erhöhen“, hieß es demnach.

Super League: Englische Klubs machen Rückzieher - Entschuldigungen folgen

Zuvor hatten sich die Reihen der Rebellen gelichtet. Als erster der Initiatoren hatte Manchester City am Dienstagabend seine Teilnahme wieder abgesagt. Dem folgten die anderen fünf englischen Mitgründer FC Liverpool, Manchester United, FC Arsenal, Tottenham Hotspur und FC Chelsea. In Spanien sollen laut Medienberichten der FC Barcelona und Atletico Madrid diesen Schritt gehen wollen.

„Wir haben einen Fehler gemacht und wir entschuldigen uns dafür“, hieß es in einem Tweet des FC Arsenal. Der FC Chelsea schrieb: „Nachdem wir uns der Gruppe Ende letzter Woche angeschlossen haben, hatten wir jetzt Zeit, uns eingehend mit der Angelegenheit zu befassen und wir haben entschieden, dass unsere fortgesetzte Teilnahme an diesen Plänen nicht im besten Interesse des Clubs, unserer Fans und der breiteren Fußballgemeinschaft ist.“

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kommentierte das Zerbröseln der Phalanx mit Genuss. „Ich freue mich sehr, City wieder in der europäischen Fußballfamilie begrüßen zu dürfen. Sie haben große Klugheit gezeigt“, lobte der Slowene. 

Super League schon wieder vor dem Ende: ManCity steigt aus - Liverpool-Kapitän wird in Statement deutlich

Update vom 20. April, 22.45 Uhr: Der erste Klub macht seinen Ausstieg aus der europäischen Super League offiziell! Manchester City hat in einem Statement bekanntgegeben, sich von dem Milliarden-Konstrukt zurückziehen zu wollen.

„Manchester City kann bestätigten, sich von den gemeinschaftliche Plänen einer sich entwickelnden europäischen Super League zurückziehen zu wollen“, heißt es in der Mitteilung.

Auch die Spieler des FC Liverpool haben sich bereits in einem gemeinsamen Statement gegen die Super League ausgesprochen, „Wir mögen das nicht und wollen nicht, dass das umgesetzt wird. Das ist unsere gemeinschaftliche Meinung. Unser Einsatz gegenüber dem Klub und den Fans ist bedingungslos. You‘ll never walk alone“. Wortführer soll Kapitän Jordan Henderson gewesen sein.

Super League im Chaos: Die ersten Klubs wollen sich zurückziehen

Erstmeldung vom 20. April: München - Haben die heftigen und lautstarken Fan-Proteste nun doch Wirkung gezeigt? In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde die europäische Super League angekündigt, am Dienstag-Abend steht sie schon wieder vor dem großen Aus. Wie die britischen Medien BBC und Sky Sports vermelden, will sich der FC Chelsea* von dem Projekt zurückziehen. Auch Manchester City und Atletico Madrid wurden wohl zu einem Umdenken bewegt.

Liverpool* und der FC Arsenal könnten schon bald als Aussteiger folgen. Der Präsident von Manchester United*, Ed Woodward, soll sogar schon zurückgetreten sein. Das berichtet The Athletic. Der Verantwortliche, der seit 2013 bei den Red Devils im Amt ist, wird demnach nur bis Ende 2021 für den Klub arbeiten.

Ähnliche Berichte gab es außerdem über Juventus*-Boss Andrea Agnelli, der seinen Rücktritt ebenfalls angeboten haben soll. Dies wurde von Juventus laut Sky Italia dementiert.

Super League: Englische Klubs sollen mit Protesten nicht gerechnet haben

Es heißt laut BBC, die englischen Klub-Bosse hätten sich die Wut-Welle der Anhängerschaften, Experten und der restlichen Branche in diesem deutlichen Ausmaß nicht vorstellen können. Im Falle des FC Chelsea gingen hunderte Fans auf die Straße und protestierten gegen das Milliarden-Projekt. Auch der FC Liverpool wurde im Zuge des Liga-Spiels gegen Leeds enorm angefeindet und teilweise sogar symbolisch zu Grabe getragen.

Der FC Barcelona* soll sich eine Ausstiegsklausel gesichert haben. Wie die Sport vermeldet, hätten dort die Mitglieder das letzte Wort über eine Teilnahme an der Super League. In der nächsten Versammlung könnte darüber entschieden werden. Wenn das überhaupt noch benötigt wird. Nach dem Ausstieg der Klubs aus Deutschland und Frankreich - die gar nicht erst teilnehmen wollten - und dem Ausstieg der englischen Klubs, wird die Super League wohl gar nicht erst stattfinden.

Offenbar wird es den kommenden Stunden zu einem Treffen der zwölf Klub-Bosse kommen. Vielleicht wird dann auch die Super League zu Grabe getragen. Allerdings nicht symbolisch. (ta) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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