Treffen mit Jogi

Özil und Gündogan müssen zum Krisen-Gipfel in Berlin antanzen

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Dieses Foto entbrannte eine Welle der Kritik in Deutschland.

Mesut Özil und Ilkay Gündogan mussten in Berlin vortanzen. Natürlich war des Treffen mit Erdogan der Auslöser. Nach dem Krisen-Gipfel besuchten sie Steinmeier.

Berlin - Nach ihren umstrittenen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan haben sich die Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan zu einer Aussprache mit der DFB-Spitze und Bundestrainer Joachim Löw getroffen. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstagabend bekannt. Demnach habe das Treffen, an dem auch DFB-Präsident Reinhard Grindel, Manager Oliver Bierhoff und Generalsekretär Friedrich Curtius teilnahmen, im Vorfeld des Pokalfinales in Berlin stattgefunden. Im Anschluss kamen die Nationalspieler noch im Schloss Bellevue mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen.

"Beide haben uns gegenüber versichert, dass sie mit dieser Aktion kein politisches Signal senden wollten", sagte Grindel und fügte an: "Es verdient Respekt und Anerkennung, dass Mesut Özil und Ilkay Gündogan persönlich die Irritationen ausräumen wollten. Genauso sage ich aber auch, dass dieser offene und ehrliche Austausch mit den Spielern für uns als DFB wichtig war."

Beide weiterhin gut Botschafter

Özil und Gündogan hatten Erdogan am Sonntag in London getroffen und bei einem Fototermin signierte Trikots ihrer Vereine FC Arsenal bzw. Manchester City überreicht. Gündogan erklärte dies mit einer Geste der Höflichkeit. Beide Spieler wurden von Löw am vergangenen Dienstag in den vorläufigen Kader für die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) berufen.

"Ich kenne beide Spieler schon seit Jahren und weiß, wie sehr sie sich mit der Nationalmannschaft und unseren Werten in Deutschland identifizieren. Mesut und Ilkay sind nicht nur aufgrund ihrer Entscheidung, für Deutschland spielen zu wollen, weiterhin gute Botschafter für Integration", sagte Bierhoff.

Anschließend trafen sie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Steinmeier teilte am Samstagabend mit, beide Spieler hätten den Wunsch geäußert, ihn zu besuchen. Es sei ihnen wichtig gewesen, entstandene Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

„Wir haben lange gesprochen, über Sport, aber auch über Politik“, postete Steinmeier via Facebook. Der deutsche Fußball habe beide Spieler groß gemacht. Ihre Geschichte spiegele die Erkenntnis wider: „Heimat gibt es auch im Plural.“ Ein Mensch könne mehr als eine Heimat haben, und neue Heimat finden, betonte Steinmeier. „Das hat die Bundesrepublik für Millionen von Menschen bewiesen und es hat uns bereichert.“

„Und mit Deutschland werden Sie Weltmeister!“

Özil sagte demnach bei dem Treffen: „Ich bin hier aufgewachsen und stehe zu meinem Land.“ Und Gündogan betonte: „Meine Familie stammt aus Dursunbey. Ich bin in Gelsenkirchen geboren. So wie die Heimat meiner Eltern auch ein Stück Heimat für mich ist, so ist Deutschland heute eindeutig mein Land und mein Team.“ Steinmeier sagte daraufhin: „Und mit Deutschland werden Sie Weltmeister!“

Özil und Gündogan hatten Erdogan bei einem Termin in London am vergangenen Sonntag Trikots ihrer Vereine FC Arsenal und Manchester City überreicht. Die von Erdogans Partei veröffentlichten Bilder hatten schnell ein harsches Echo ausgelöst. Auf dem Trikot, das Gündogan an Erdogan überreicht hatte, stand handschriftlich über der Signatur auf Türkisch: „Für meinen verehrten Präsidenten - hochachtungsvoll“.

Auch Philipp Lahm hatte das Verhalten der beiden öffentlich kritisiert.

dpa/SID

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