Einst im Kader von Guardiola

„Ist schei***“ - Mehmet Scholl fällt Gnadenlos-Urteil über seinen Sohn! Top-Talent völlig abgestürzt

Mehmet Scholl mit seinem Sohn Lucas an der Säbener Straße.
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Mehmet Scholl mit seinem Sohn Lucas an der Säbener Straße.

Lucas Scholl galt einst als großes Talent des FC Bayern München - nun kickt er in der österreichischen Provinz. Papa Mehmet gefällt das natürlich nicht.

München - Die Maldinis, Patrick und Justin Kluivert oder Alf-Inge und Erling Haaland - es gibt unzählige Familien-Geschichten im Profifußball. Dass der Papa und der Sohn tatsächlich beide den Durchbruch schaffen, ist inzwischen gar nicht mehr so außergewöhnlich. Das jüngste Beispiel aus der Bundesliga* liefern die Dardais in Berlin: Vater Pal ist Trainer, Sohn Marton inzwischen Stammspieler bei der Hertha. Mit Palko und Bence gibt es sogar noch zwei weitere Dardai-Sprösslinge, die auf eine schillernde Zukunft im Fußball hoffen dürfen.

Diesen Traum hatte auch Lucas Scholl. Und die Voraussetzungen konnten besser nicht sein. Beim FC Bayern München* gelernt, unglaubliches Talent in den Füßen, erste Profi-Luft unter Weltklasse-Trainer Pep Guardiola und der Vater? Kein geringerer als Mehmet Scholl. Der hat im europäischen Fußball mit den Roten tatsächlich alles abgeräumt, was es zu gewinnen gab: Deutsche Meisterschaft, DFB-Pokal, UEFA-Cup und Champions League. 1996 wurde er mit Deutschland sogar Europameister.

Mehmet Scholl: Bayern-Legende fällt knallhartes Urteil über seinen Sohn Lucas

Lucas Scholl (24) konnte bis jetzt aber nicht in die Fußstapfen des Papas treten. Aktuelle Station: Horn, weniger als 7000 Einwohner, Niederösterreich, 2. Liga. Und dort sticht der Scholl-Sohn in der laufenden Saison nicht einmal heraus. Der Mittelfeldspieler kommt auf 16 Partien, null Tore und zwei Assists.

Dabei hatte er doch schon seine Zehen auf der großen Fußball-Bühne, als Guardiola ihn einst vom Nachwuchs ins Profi-Training der Bayern beorderte und anschließend sagte, dass er „super Fähigkeiten“ habe. Was ist dann passiert? Mehmet Scholl enthüllte nun im Bild-Podcast „Phrasenmäher“ mit Kai Traemann die Gründe für den Absturz.

FC Bayern München: Einst gefeiertes Talent, jetzt zweite Liga in Österreich - Was wurde aus Lucas Scholl?

Der einstige Bayern-Star unterscheidet den Fußball in drei Komponenten - und holte damit gleich zum Gnadenlos-Urteil über seinen Sohn aus: „Was kann er technisch, taktisch, wie stoppt er, wie passt er, wie dribbelt wer, wie verhält er sich? Da ist der Lucas bei 100 Prozent, das ist erfüllt. Der zweite Bereich ist körperlich: Wie ist die Athletik, wie ist die Physis, wie ist die Ausdauer? Wie ist der Körperbau? Da ist er bei 60 Prozent. Und eigentlich der wichtigste Bereich: Wie ist der Charakter? Wie reagiert ein Spieler, wenn‘s eng wird? Wird er besser, lehnt er sich auf, legt er eine Schippe drauf oder bricht er weg? Und da ist der Lucas bei 30 Prozent. Und wenn du die dritte Kategorie nicht erfüllst, ist scheisse. Wenn du die zweite nicht hundertprozentig erfüllst, ist scheisse. Und die erste - da gibt es viele.

Die Antwort von Traemann: „Klingt hart.“ Scholl entgegnet: „Aber wie soll ich es anders analysieren, wie soll das gehen?“ Natürlich wolle er sein „Kind doch jetzt nicht in die Pfanne“ hauen. Aber: „Ich rede mit meinem Sohn ganz, ganz offen. Und ich sage ihm auch ganz offen: Du bist ein verhinderter Multi-Millionär.“ Scholl spricht über viele verschenkte Jahre und verschenktes Talent bei seinem Filius. Doch wie konnte es so weit kommen?

„Die Erziehung hat aufgehört“, merkt der Europameister an. „Die Erziehung zum Erfolg, die Erziehung zur Qual, die Erziehung, es unbedingt schaffen zu wollen - und zwar nicht zu seinen Bedingungen, sondern zu den Bedingungen, die es braucht, damit man oben ankommt. Wir wissen alle, was es braucht, um oben anzukommen. Das muss anerzogen werden. Und das wurde nicht mehr gemacht. Wenn ein Kind mit Lothar Matthäus zusammensitzt, der sagt dasselbe, mit Schweinsteiger, und der Papa ist noch der Mehmet, und er sucht trotzdem einen anderen Weg - dann bin ich irgendwann ausgestiegen.“

Mehmet Scholl spricht über Sohn Lucas - einstiges Bayern-Talent hatte sein „bestes Jahr in der U13“

Zwar hätte Scholl junior auch „wirklich zwei, drei katastrophale Trainer“ gehabt, „aber das darf einem auf dem Weg nach oben eigentlich nicht aufhalten“. Und wie ist das zwischenmenschliche Verhältnis nun? Mehmet Scholl: „Okay, gut. Der ist 25, was hast du da mit deinen Eltern noch zu tun gehabt?“

Einst war Mehmet sogar Lucas‘ Trainer - beim FC Bayern*. „Sein bestes Jahr als Fußballer hatte er in der U13 bei mir. Und das war unser schlechtestes Jahr als Vater-Sohn. War wirklich so.“ (akl) *tz.de ist ein Angebot in IPPEN.MEDIA

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