0:6-Klatsche im Abstiegskampf

Kurioser Augsburg-Fluch trifft auch Weinzierl  - Stuttgarts neuer Trainer steht fest

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Markus Weinzierl ist nicht mehr Trainer des VfB Stuttgart.

Das Debakel des VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg sorgt für bittere Enttäuschung bei Fans und Verantwortlichen. Der Verein entlässt Markus Weinzierl.

Update vom 21. April, 9.47 Uhr: Eine Kuriosität wurde Markus Weinzierl zuteil. Der ehemalige Stuttgart-Coach ist bereits der vierte VfB-Übungsleiter, der nach einer Niederlage gegen den FC Augsburg gehen musste. Weinzierl sorgte als FC-Augsburg-Trainer selbst mehfrach für die Entlassung seines Gegenübers. 

Den Anfang machte er am 3. Spieltag der Saison 2013/14, als sein Stuttgarter Kollege Bruno Labbadia nach einem 1:2 in Augsburg gehen musste. Nach dem 12. Spieltag der Saison 2014/15 und einem 0:1 gegen Weinzierls FCA trat Armin Veh beim VfB zurück. Und nach dem 0:4 gegen Augsburg mit Trainer Weinzierl am 13. Spieltag der Saison 2015/16 war schließlich die Zeit von Alexander Zorniger in Stuttgart abgelaufen.

Markus Weinzierl beim VfB Stuttgart gefeuert

Augsburg/Stuttgart - 0:6 hieß es am Ende aus der Sicht des VfB Stuttgart: Der FC Augsburg zerlegte seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst. Nach Abpfiff sprudelte der Frust auch aus Sportvorstand Thomas Hitzlsperger heraus.

Im TV-Sender Sky sagte der ehemalige Nationalspieler: „Ich bin brutal enttäuscht. Alle haben das Recht enttäuscht zu sein, die hierhergekommen sind und Geld bezahlt haben, um unsere Mannschaft zu unterstützen. Der schwierigste Moment seitdem ich beim Verein bin. Deswegen bin ich brutal enttäuscht“.

VfB Stuttgart zieht Konsequenzen aus Augsburg-Debakel: Weinzierl muss gehen

Wenig später zog der VfB die Notbremse: Trainer Markus Weinzierl muss gehen. Ausgerechnet das Gastspiel bei seinem früheren Club FC Augsburg wurde für den gebürtigen Bayern zu seinem letzten auf der Trainerbank der Stuttgarter. Das gaben die Schwaben am Samstagabend nur wenige Stunden nach dem Spiel bekannt. Der bisherige U19-Coach Nico Willig wird Interimstrainer.

"Wir haben mehrfach betont, dass es unser klarer Wunsch war, die Saison mit Markus Weinzierl und dem Trainerteam zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist, um den Ligaverbleib zu schaffen", wird Hitzlsperger in einer VfB-Mitteilung zitiert: "Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, letztlich steht aber der Erfolg des VfB über allem, und dementsprechend mussten wir handeln."

Schon seit Längerem stand die Frage im Raum, ob Weinzierl den VfB noch zum Klassenerhalt führen kann. Bis zum Samstag stand Hitzlsperger zu seinem Coach. Nach dem Debakel sagte er zur Weinzierl-Zukunft: „Dass wir reden müssen, ist ganz klar. Nach so einem Spiel geht es nicht einfach so, dass man wieder auseinander geht und nicht spricht und zur Tagesordnung übergeht, das ist nicht der Fall. Wir müssen das besprechen, dafür war es zu krass, das Ergebnis, die Art und Weise, sodass wir definitiv sprechen werden.“

Hitzlsperger: „Gehen viele Gedanken durch den Kopf“

Hitzlsperger hatte auch eine mögliche Trennung schon nach dem Abpfiff angedeutet. „Selbstverständlich überlege ich, was für uns jetzt das Beste ist. Wir haben immer noch denselben Auftrag, wie ich es vor dem Spiel gesagt habe, in der Liga zu bleiben. Wir müssen da alles hinterfragen. Wir haben gesehen, was 90 Minuten auf dem Platz passiert ist, das war eine einzige Enttäuschung und deswegen gehen viele Gedanken durch meinen Kopf.“

Weinzierl selbst, der aus den letzten 15 Spielen nur einen Sieg holen konnte, war sich der Schwere der Situation auch selbst bewusst. Auf die Frage, ob er weiter als Trainer beim VfB arbeiten werde, sagte er nach dem Spiel in Augsburg: „Diese Frage begleitet mich jetzt drei Monate. Heute habe ich keine Argumente gesammelt und ich habe sie nicht zu beantworten“.

rjs/fn (mit Material des SID)

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