ManU und das Unwort Triple - Barca trainiert

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Nach dem Einzug ins Champions-League-Halbfinale träumen die Fans von ManU vom zweiten Triple nach 1999.

Manchester/Donezk - „Ahhrrch!“: Das war die Reaktion von Manchesters Teammanger Alex Ferguson, als man ihn auf ein mögliches Triple ansprach. Barca trainiert für die "Clasico"-Reihe

Teammanager Alex Ferguson von Manchester United stand nach dem Halbfinal-Einzug in der Champions League schon fast wieder in der Tür, als ihm eine letzte Frage zugerufen wurde. „Alex, was ist jetzt mit dem Triple?“ Ferguson machte eine abwehrende Handbewegung und stöhnte auf. „Ahhrrch!“ Das Unwort vom Dreifachcoup wollte er nicht hören. Dann verließ er den Presseraum im Stadion Old Trafford - wohl wissend, dass United nach dem 2:1 (1: 0) gegen den FC Chelsea gute Chancen hat, das „Triple“ von 1999 zu wiederholen.

Während Ferguson sich nach Gelsenkirchen aufmachte, um bei Schalke 04 gegen Inter Mailand den Gegner der Vorschlussrunde in der Königsklasse (26. April/4. Mai) zu beobachten, blieb dessen Kollege Carlo Ancelotti konsterniert zurück. Mit dem Aus im Viertelfinale verlor Chelsea die letzte realistische Chance auf einen Titel. Und Ancelotti wusste, was das bedeutete. „Morgen früh werfen sie dich raus“, skandierten die ManU-Fans höhnisch. Am Mittwochmorgen war er noch im Amt, doch der Daily Mirror titelte richtig: „Carlo, jetzt bist du am Ende!“

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Das war noch eine der netteren Schlagzeilen. Das Massenblatt Sun sah „die geschärfte Axt von (Klubbesitzer Roman) Abramowitsch wie ein Damoklesschwert“ über dem Kopf des Trainers hängen. Die altehrwürdige Times schrieb, Ancelotti müsse sich „vorkommen wie ein Trottel“. Und der seriöse Guardian nannte in den Niederländern Guus Hiddink, Marco van Basten und Frank Rijkaard Kandidaten für die Nachfolge des 51-Jährigen. Bei ManUnited sah die Zeitung indes bereits das „Treble-Feeling“, ein Gespür fürs zweite Triple der Vereinsgeschichte.

Einzig Schalke 04 könne Uniteds Final-Einzug jetzt noch verhindern, hieß es in Anspielung an die mit Ausnahme des Endspielsieges 1999 gegen Bayern München schwache Bilanz gegen deutsche Teams. „Don't mention the Germans“, erwähnt die Deutschen nicht, schrieb ein Kommentator.

Schalke war tatsächlich kein großes Thema nach dem zweiten Sieg über Chelsea nach dem 1:0 im Hinspiel, den Javier Hernandez (43.) und Ji-Sung Park (77.) bei einem Gegentor von Didier Drogba (77.) gegen nach Gelb-Rot für Ramires (70.) noch zehn Blaue herausschossen. Mehr wurde über das Triple und den nächsten Gegner Manchester City gesprochen.

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Das Stadtderby im Halbfinale des FA-Cup steigt am Samstag in Wembley, wo am 28. Mai auch das Champions-League-Finale gespielt wird. Wayne Rooney wird beim ersten Besuch in der Kathedrale des englischen Fußballs gesperrt fehlen. Daher „haben wir keine Zeit zu feiern und an Schalke zu denken“, sagte Patrice Evra.

Für den FC Barcelona war derweil das Training danach wichtiger als das Spiel, für das sich nach Abpfiff ohnehin niemand mehr interessierte: Coach Josep Guardiola bat die Profis des FC Barcelona am Tag nach dem 1:0 (1:0) bei Schachtjor Donezk und dem Einzug ins Halbfinale der Champions League noch in der Ukraine zu einer Übungseinheit, um perfekt vorbereitet in den „Classico“ am Samstag (22.00 Uhr) beim Erzrivalen Real Madrid zu gehen.

Erst nach dem Training am Donnerstag um 11.00 Uhr ging es für den spanischen Fußball-Meister zurück auf die Iberische Halbinsel. Dort stehen den Katalanen, die nach dem 5:1 im Hinspiel in Donezk nur ihre Pflicht erfüllten, die Festspiel-Wochen gegen den Rekordchampion bevor.

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„Wir kämpfen ab sofort in jedem Wettbewerb gegen den mächtigsten Klub im Weltfußball“, sagte Guardiola mit Blick auf die voraussichtlich vier Duelle mit den Königlichen innerhalb der nächsten drei Wochen. Nach dem Spitzenspiel in der Liga zwischen Tabellenführer Barca und dem acht Punkte zurück liegenden Verfolger aus der Hauptstadt steht vier Tage später das spanische Pokalfinale zwischen beiden Klubs auf dem Programm. Und da sich Real mit großer Sicherheit auch für das Halbfinale in der Königsklasse qualifizieren wird, streiten sich beide Teams am 27. April und 3. Mai um den Einzug ins Finale.

„Beide Klubs verfügen über großartige Mannschaften, der Druck ist für beide Vereine gleich groß. Wir müssen herausfinden, wie wir ihnen den größten Schaden zufügen können“, erklärte Guardiola seine Strategie für die Duelle mit Real. Zuvor wollte der Trainer aber noch die Leistung seines Teams in der Champions League gewürdigt wissen. „Mit dem vierten Halbfinal-Einzug in Folge haben wir nahezu Unglaubliches vollbracht. Schließlich hat Barcelona das zuvor noch nie geschafft“, sagte Guardiola nach der von Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) geleiteten Partie.

sid

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