Krisenstimmung bei Schalke und RB

Fehlstart für „Bayernjäger“ - Tedesco und Rangnick unter Zugzwang

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Tedesco findet auch gegen die Hertha keine Lösungen.

Schalke 04 und RB Leipzig wurden vor dem Saisonstart hoch gehandelt, nach zwei Spielen finden sich beide Klubs aber im Tabellenkeller wieder.

Gelsenkirchen/Leipzig - Domenico Tedesco will zurück zur alten Taktik, Ralf Rangnick hofft auf zwei fixe Neuzugänge im Winter und die schnelle Leistungssteigerung seiner Stars: Nach dem Fehlstart der vermeintlichen Bayern-Jäger Schalke 04 und RB Leipzig suchen die Trainer nach Lösungen. Beide Klubs brauchen nach der Länderspielpause dringend einen Sieg.

Erste Pfiffe auf Schalke

Das gilt vor allem für das nach zwei Spielen noch punktlose Schalke. Statt Lobeshymnen und Titelträumen sieht sich der 32-Jährige nach dem 0:2 (0:1) gegen Hertha BSC völlig neuen Herausforderungen gegenüber. Die Euphorie bröckelt schon, erste Pfiffe waren nicht zu überhören, Erinnerungen an seinen Vorgänger Markus Weinzierl und dessen Saisonauftakt mit fünf Niederlagen werden wach.

Tedesco, der erstmals seit fast einem Jahr zwei Spiele in Folge mit Schalke verlor, reagierte mit einem Schritt zurück: Schalke soll wieder dem Gegner den Ball überlassen. "55 Prozent Ballbesitz bringen wenig", stellte der Coach fest und führte aus: "Die Mannschaft, die mehr Ballbesitz hat, hat immer das größere Risiko, den Ball zu verlieren und Konter zu fressen."

Auch Neuzugang Sebastian Rudy war keine Soforthilfe - ganz im Gegenteil. Hertha-Trainer Pal Dardai hatte den Ex-Münchner in Manndeckung nehmen lassen und das Schalker Aufbauspiel damit völlig lahmgelegt. "Eine klassische Methode von vor 20, 30 Jahren" nannte Dardai breit grinsend die Maßnahme gegen Schalkes Königstransfer.

Wunschspieler für RB kommen erst im Januar

Auch die Leipziger konnten sich gegen den kämpferisch und läuferisch starken Aufsteiger Fortuna Düsseldorf nicht freispielen und holte nur ein enttäuschendes 1:1 (0:0). Danach bemängelte der Trainer Ralf Rangnick die Kaderstärke und kündigte für den Winter zwei Neuzugänge an.

"Wir haben zwei unserer drei Wunschspieler verpflichtet, allerdings für Januar 2019. Das ist fix, Wir konnten sie leider nicht schon jetzt bekommen, weil die Vereine nicht bereit waren, sie abzugeben", sagte Rangnick. An dem dritten Wunschspieler sei man "auch noch dran".

Um wen es sich bei den Neuzugängen handelt, verriet Rangnick nicht. Im Gespräch sind aber laut Kicker die Top-Talente Tyler Adams (19) und Amadou Haidara (20) von den Bruder-Klubs aus New York und Salzburg. Gerade ein Transfer von Haidara wäre brisant, denn Red Bull Salzburg und Leipzig treffen in der Gruppenphase der Europa League aufeinander. Beide Klubs stehen wegen ihres gleichen Geldgebers und der zahlreichen Spielerwechsel in der Öffentlichkeit unter Beobachtung, auch wenn die UEFA keine lizenzgefährdende Verflechtungen erkennen kann.

Fakt ist: Der schlechteste Saisonstart des Emporkömmlings in seiner noch jungen Bundesliga-Geschichte lenkte den Fokus auf die Qualität und Quantität im Kader. Mit derzeit nur 17 fitten Feldspielern geht RB die Dreifachbelastung an, ein Ersatz für den zum FC Liverpool abgewanderten Spielmacher Naby Keita wurde gegen Düsseldorf schmerzlich vermisst. "Im Moment ist der Kader nicht so leistungsstark, wie er schon mal war und wie er eigentlich auch sein müsste", gab Rangnick zu.

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SID

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