Rundumschlag gegen Müller und Co.

„Miserabel“, „nicht das nötige Niveau“: Alt-Star übt vernichtende Kritik an Bayern-Kickern

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Hängende Köpfe - in der Liga und im Nationalteam: Thomas Müller (l.) und Mats Hummels nach dem Unentschieden gegen Augsburg

DFB-Elf und FC Bayern sind in der Krise. Ein französischer Alt-Star hat dafür drei Kicker als Haupt-Schuldige ausgemacht: Er spricht von „miserablen“ Leistungen.

Paris/München - Es ist ein offenes Geheimnis: Die deutsche Nationalmannschaft steckt in der Krise. Erst das WM-Aus, dann Abstiegs-Gefahr in der Nations League. Eine Hauptverantwortung tragen dabei verdiente Kicker des FC Bayern - findet zumindest Frankreichs Alt-Internationaler Christophe Dugarry. Er hat in einem Radio-Interview zum Rundumschlag gegen mehrere Größen des Rekordmeisters ausgeholt.

Wie mehrere deutsche Medien berichten, ließ Dugarry (55 Länderspiele und acht Tore für die „Equipe Tricolore“) in einer Sendung auf Radio Montecarlo mentale Probleme nicht als Begründung für die Flaute im DFB-Team gelten.  "Es mangelt ihnen einfach an Qualität“, urteilte Dugarry - und nannte drei konkrete Akteure als Beispiel.

Vor der Nations League: Alt-Star spricht Müller, Hummels und Boateng das „nötige Niveau“ ab

Pikant: Alle drei Gescholtenen befinden sich in Diensten des FC Bayern. „Ich denke da an Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng“, sagte der 46-jährige frühere Goalgetter.

Dugarrys Kritik griff sogar noch weiter. Auch bei den Bayern gehörten Müller und Co. nicht mehr in die Startelf, konstatierte er. Alle drei lebten nur noch von früheren Meriten, ätzte er: "Diese Spieler haben eine enorme mediale Macht, die es ihnen erlaubt, immer noch Stammspieler beim FC Bayern und in der deutschen Nationalmannschaft zu sein - obwohl sie das nötige Niveau dafür nicht mehr haben."

Die Nations-League-Partie Frankreich gegen Deutschland können Sie bei uns im Live-Ticker mitverfolgen.

Es handle sich um ein spezifisch deutsches Problem, philosophierte Dugarry weiter. „Bestimmte Spieler genießen einen unantastbaren Status, den sie sich durch Sympathie in der Öffentlichkeit aufgebaut haben, der aber nicht mehr mit ihrer Leistung korrespondiert." Fakt ist: Joachim Löw will weiter an seiner „Bayern-Achse“ festhalten, aller Kritik zum Trotz.

FC Bayern München: „Miserabel“ - Dugarry geht Thomas Müller hart an

Besonders hart ging Dugarry mit Thomas Müller ins Gericht. Er verstehe nicht, wie Müller heute noch Teil der Nationalelf sein kann: „Seit vier oder fünf Jahren ist dieser Junge nicht gut“, konstatierte der Ex-Stürmer - „um nicht zu sagen miserabel“.

Christophe Dugarry.

Bundestrainer Joachim Löw habe den richtigen Zeitpunkt für den großen Schnitt verpasst. Noch beim Confed-Cup 2017 hätten mehrere junge Spieler im DFB-Dress geglänzt, sagte Dugarry. Sie hätten danach auch weiter spielen dürfen müssen, findet der frühere französische Nationalspieler.

DFB-Elf in der Krise: Auch andere hatten schon die Bayern-Stars in die Kritik genommen

Die eigentlich auf die Nationalmannschaft gemünzte Experten-Kritik trifft auch beim FC Bayern einen wunden Punkt: Nach einer wettbewerbsübergreifenden Flaute von vier Spielen ohne Sieg steht nicht nur Trainer Nico Kovac in der Kritik - auch die sportlichen Planer der Bayern müssen sich Vorwürfe anhören: Unter anderem von einer überalterten Mannschaft war zuletzt die Rede. So äußerte sich unter anderem der einstige Bayern-Star Dietmar Hamann.

Dugarry ist nicht der erste, der die schwachen Leistungen der DFB-Elf mit dem FC Bayern in Verbindung bringt: Auch Lothar Matthäus hat gerade erst eine brisante Forderung mit Blick auf die Aufstellung der Nationalmannschaft geäußert. Und mit Olaf Thon nahm ein weiterer verdienter Kicker die Bayern-Stars in die Pflicht.

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fn

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