EM-Quali

DFB-Frauen feiern Kantersieg gegen Montenegro

+
Die DFB-Spielerinnen feiern ihren Sieg gegen Montenegro. Foto: David Inderlied

Die WM ist abgehakt, der Fokus der DFB-Frauen liegt jetzt auf der EM in zwei Jahren in England. Beim Auftakt in die Qualifikation gelingt ein müheloser Sieg gegen einen völlig überforderten Außenseiter.

Kassel (dpa) - Schon während des besseren Trainingsspiels gegen Montenegro dachte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg an die nächste Aufgabe in der EM-Qualifikation.

"Kompliment an die Mannschaft, sie hat das respektvoll gelöst. Wir haben natürlich mit Blick auf das kommende Spiel versucht, Kräfte zu schonen", sagte Voss-Tecklenburg in Kassel nach dem 10:0 (5:0)-Kantersieg gegen einen überforderten und nicht austrainiert wirkenden Gegner.

Bereits am Dienstag (16.00 Uhr/ZDF) wartet in Lwiw die Ukraine als vermeintlich schwerster Gruppengegner auf dem angestrebten Weg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zur Fußball-Europameisterschaft 2021 in England. "Das wird ein Gegner sein, der uns sehr fordert", sagte die 51 Jahre alte frühere Nationalspielerin - wohlwissend, dass die Gäste aus Montengro, deren Frauen-Nationalteam erst 2012 gegründet wurde, dies an diesem heißen Sommertag nicht taten.

63 Tage nach dem WM-Viertelfinal-Aus gegen Schweden waren die Montenegrinerinnen für den "Neustart in Nordhessen", wie das Stadionmagazin getitelt hatte, bei Temperaturen von mehr als 30 Grad auf dem Rasen der ideale Auftakt- und Aufbaugegner.

Vor den Augen von DFB-Direktor Oliver Bierhoff und Vizepräsident Rainer Koch schossen Svenja Huth (3. Minute), die überragende Spielführerin Alexandra Popp (8./24./34.), Klara Bühl (34./59.), Sara Doorsoun (52.), Turid Knaak (54.), Lea Schüller (84.) und Linda Dallmann (88.) den verdienten und fast noch zu niedrig ausgefallenen Sieg mit zum Teil sehenswerten und perfekt inszenierten Toren heraus.

"Ich glaube, wir haben das über weite Strecken sehr, sehr ordentlich gemacht. Wir sind natürlich glücklich, dass wir gewonnen haben", sagte die Dreifach-Torschützin Popp, die nach etwas mehr als 50 Minuten bereits vom Platz durfte und Kräfte schonen konnte für die Partie in der Ukraine. Voss-Tecklenburg äußerte vor dem Abflug am Sonntag die Hoffnung, dass sich die Torjägerin vom VfL Wolfsburg "noch das ein oder andere für Dienstag aufgehoben hat".

Popp war vor dem Anpfiff für ihr 100. Länderspiel, das sie während der WM in Frankreich gegen Nigeria absolviert hatte, geehrt worden. "Das ist etwas sehr Besonderes. Es sind auch ein paar Freunde da. Das macht einen natürlich glücklich und stolz", sagte Popp.

Mut, Spielfreude und Tempo hatte Voss-Tecklenburg von ihren Spielerinnen gefordert – was diese auch von der ersten Minute an umsetzten. Torhüterin Merle Frohms, die die verletzte Tribünenbesucherin Almuth Schult vertrat, erlebte einen mäßig unterhaltsamen Nachmittag, durfte hin und wieder einen Rückpass aufnehmen oder einen völlig planlosen Freistoß von Montenegros Spielführerin Sladana Bulatovic mit dem Fuß annehmen (20.).

In der zweiten Halbzeit feierten die 6200 Zuschauer die deutsche Elf mit der Welle und signalisierten trotz der WM-Enttäuschung lautstark Unterstützung für die DFB-Elf. "Ich finde es einfach schön, wie das jetzt hier die ganze Woche in Kassel war. Wir haben viel positive Rückmeldung bekommen", sagte Voss-Tecklenburg stolz und erleichtert.

Spielplan Frauen-Nationalmannschaft

Sportliche Leitung Frauen-Nationalmannschaft

Kader Frauen-Nationalmannschaft

Kommentare